Klausurkonvent in der Slowakei

Klausurkonvent in der Slowakei
Vom 28.8. bis zum 3.9.2016 waren die Mitarbeiter des Kirchenkreises Apolda-Buttstädt unterwegs.

Mit dem Bus sind wir am Sonntagabend gestartet, am nächsten Vormittag waren wir in Velky Slavkov angekommen. In diesem kleinen Dorf gibt es das internationale Evangelische Jugendzentrum „Ichtys“, in dem wir untergebracht waren. Obwohl die Reise recht anstrengend gewesen war, haben wir diesen Tag noch nutzen können, um den Ort und die Arbeit des örtlichen Pfarrers kennen zu lernen. Der Klausurkonvent in der Slowakei war einerseiklausurkonvent-in-der-slowakeits durch thematische Einheiten geprägt. Zum anderen konnten wir die Arbeits-, Glaubens- und Lebensumstände hier in der Slowakei kennen lernen. Zu den thematischen Schwerpunkten gehörte zweifelsfrei die Diskussion und Stellungnahme zum Leitbild unseres Kirchenkreises.

Belsky Slavkov

Gleich am nächsten Tag besuchten wir das Jugendzentrum Belsky Slavkov. In diesem Zentrum finden vorrangig verwaiste Jungen, die aus Altersgründen das Kinderheim verlassen mussten. Daneben bietet es auch Männer, die im Alltag keinen Halt finden, ein zu Hause. Hervorgegangen ist die Arbeit aus dem christlich motiviertem Engagement einer einzelnen Familie, die zunächst drei obdachlose Jugendliche bei sich privat aufgenommen hatte. Diese Hilfe sprach sich herum, immer mehr Menschen suchten Zuflucht und so wurde das Zentrum gegründet. Ziel ist es, Jugendliche an regelmäßige Arbeit heranzuführen, sie nach Möglichkeit auszubilden und fit für ein selbständiges Leben zu machen.

In einer langen Gesprächsrunde wurde uns diese Arbeit erläutert und verabredet, dass die Mitarbeiter demnächst unseren Kirchenkreis besuchen, um vergleichbare Arbeit in Deutschland kennen zu lernen. Die Arbeit der Stiftung Finneck und der Alten Post in Bad Sulza des Diakoniewerkes Apolda bieten dafür sehr gute Ansatzpunkte.

Poprad

Am Abend waren wir in Poprad. Zwei junge Frauen aus der Kirchgemeinde führten uns durch die Stadt und Kirche. Beim anschließenden gemeinsamen Abendessen gab es viel Zeit für ausführliche Gespräche, die uns nicht nur die Situation einer slowakischen Stadtgemeinde, sondern auch das Leben insgesamt näher brachten.

Hohe Tatra

Der Mittwoch wurde auf vielfältige Weise genutzt, um im Gebirge unterwegs zu sein. Bei den Wanderungen bzw Ausflügen in kleineren Gruppen, waren wir natürlich von der Gebirgslandschaft begeistert, gleichzeitig war der gemeinsame und oft anstrengende Weg für den inneren Zusammenhalt unter den Kollegen immens wichtig. Auch manche Hybris kam so zum Vorschein.

Mühlenbach

Am vorletzten Tag war ein Besuch der Gemeinde in Mühlenbach eingeplant. Die dortige evangelische Kirche war in der sozialistischen Zeit als Lagerhalle der Landwirtschaft genutzt worden, später als Automobilmuseum. Nun bemüht sich die sehr kleine Gemeinde das Gotteshaus wieder herzurichten und als Kirche erneut zu nutzen. Es ist beeindruckend, wie auch hier unter ganz anderen Umständen als in Thüringen, die Sanierung und Erhaltung vor Kirchen letztlich vom Engagement Einzelner und deren Vision abhängt. Beim gemeinsamen Kaffeetrinken konnten wir dann nicht nur die Sicht der heute Aktiven kennenlernen, sondern haben auch die berührenden Geschichte einer alten, deutschstämmigen Bewohnerin erfahren. Ein Besuch auf dem Friedhof am Mahnmal für die Opfer eines Massakers nach dem Krieg an Deutschstämmigen beendete sehr emotional unseren Besuch in Mühlenbach.

Leider ging unser Klausurkonvent in der Slowakei bereits am Freitag zu Ende.klausurkonvent-in-der-slowakei

Pfarrhaus in Kapellendorf: Sanierung endlich fertig

This entry is part 16 of 21 in the series Pressemeldungen
Pfarrhaus in Kapellendorf

Am Pfarrhaus in Kapellendorf hat es umfangreiche Bauarbeiten im Außenbereich gegeben. Nach fast 19-wöchiger Bauzeit sind Dach und Fassade des Pfarrhauses fertig gestellt und erstrahlen in aller Schönheit! Beteiligt waren das Büro Spehr (Jena), FA Ädtner  & FA Schlöffel (beide Kapellendorf und FA Jüttner (Jena) Lobende Worte über das Ergebnis gab es nicht nur vom Architekten & der Baureferentin, sondern auch von vielen Kapellendorfern und Besuchern.

Obwohl das Gebäude nicht unter Denkmalsschutz steht, ist dennoch wegen der ortsbildprägenden Wirkung auf eine möglichst „historische“ Wiederherstellung geachtet worden. Das wird vor allem bei vielen Details der Dachdeckung deutlich. Im Zusammenhang mit den Arbeiten wurde das Pfarrhaus auch energetisch saniert. Dies ist gelungen, ohne dass Dach oder Fassade „aufgeplustert“ worden sind. Das Dach ist lediglich ca 7 cm dicker geworden, was auch an den Dachkästen kaum auffällt.  Die oft problematische Dämmung der Fassade mit Styropor kam gar nicht in Frage. Das Pfarrhaus in Kapellendorf war in den ersten Jahren des vergangenen Jahrhunderts auf den Grundmauern eines wesentlich älteren Hauses errichtet worden. So wird der Gewölbekeller auf das 12. Jh. datiert. Mutmaßlich wurde der Vorgängerbau bereits zu Zeiten des Klosters in Kapellendorf als Pfarrhaus genutzt.

Dingend notwendig war die Sanierung durch einen Sturmschaden im letzten Jahr geworden. Finanziert wurden die Arbeiten durch Mieteinnahmen, Zuschüsse des Kirchenkreises und der KfW-Bank sowie dafür zweckgebundene Spenden.

2016 - Sanierung Pfarrhaus

Literaturhinweis:

Dr. H. Wittmann (Hrsg.) Die Kirche von Kapellendorf – Studien zu Geschichte und Architektur einer ländlichen Pfarr- und Klosterkirche

Erhältlich  hier bei uns oder im Internet: https://www.weltbild.de

 

Prüfungsgottesdienst Vikar Neubert

Prüfungsgottesdienst Vikar Neubert

Am 28. August 2016 hat unser Vikar C. Neubert in der Herressener Kirche seinen Prüfungsgottesdienst gehalten. Aus fast allen Dörfern des Kirchspiels Kapellendorf und aus Apolda waren Interessierte gekommen, so dass fast ale Plätze besetzt waren. Abgenommen wurde die Prüfung durch die Superintendentin Hertel, Pastorin Dr.  Böhm und Frau Gröger, Mitglied des Kreiskirchenrates. Nach dem Gottesdienst hat die Prüfungskommissionen mit Vikar Neubert ein Auswertungsgespräch geführt und schließlich den Gottesdienst samt Predigt mit 2 benotet. Doch so eine dürre Zahl vermag kaum zu beschreiben, wie das „feeling“ in der Kirche war. Conrad Neubert trat sicher und überzeugend auf, der Gottesdienst mit seiner ausführlichen Liturgie war Dank des guten Zusammenspiels zwischen Herrn Neubert und Herrn Lindenborn an der Orgel gleichermaßen abwechslungsreich und in einem guten Sinn konservativ.

Das Thema der Predigt durchzog alle Teile des Gottesdienstes: am Anfang für den Besucher natürlich noch nicht sofort erkennbar, wurde es schließlich eine thematisch runde Sache. Höhepunkt war zweifelsohne die Predigt selber. Sie begann mit der Frage an die Gemeinde, was ihnen zu Theodor von und zu Guttenberg einfällt. Vielleicht hätten mit etwas mehr Erfahrung ein paarmehr Antworten herausgekitzelt werden können, aber auch mit wenigen Einwürfen aus der Gemeinde wurde schnell deutlich, dass zu diesem Mann verschiedene, teils widersprüchliche Informationen bekannt sind. C. Neubert machte anschaulich, dass neben den bewußt lancierten Bildern auch Informationen an die Öffentlichkeit gelangten, die der Freiherr dort lieber nicht gesehen hätte. „Nachrichtenpanne“, nannte Neubert das: „Ähnliches passierte Jesus auch, als er ausdrücklich verbot, von einer wunderbaren Heilung zu berichten.“ Jesus also auch mit Nachrichtenpannen? Botschaften, die nicht für alle bestimmt waren, kommen doch in die Öffentlichkeit?
In der vollen Kirche war die leise hüstelnde Stille der Besuchern auf nicht sehr bequemen Kirchenbänken. Neubert erzählte kurz die Geschichte eines Nachbarn, der vor Jahren einen schweren Motorradunfall  hatte, berichtete, wie alles auf Messersschneide stand, wie die bosorgten Eltern täglich ins Krankenhaus fuhren. Und von jenem einen Morgen, als sie genau auf dem Unfallhügel in einen goldenen Sonnenaufgag fuhren und das Versprechen Gottes ihnen beiden in dieser Sonne über dem noch finsteren Tal wie einer der Sonnenstrahlen ins Herz drang: „Euer Kind wird leben!“ – kein Hüsteln mehr in der Kirche, keine knarzende Bank, das großartige dieses einen besonderen Sonnenaufgangs hatte alle ergriffen. Neubert: „Das war eine Botschaft nur für die Eltern, aber Gott sendet uns allen ganz persönliche Botschaften. Doch auch die ursprünglich gar nicht für uns gedachten Botschaften Gottes, die wir in der Bibel finden, sind für uns wichtig, denn sie geben Orientierung.“

Während der Orgelmusik nach der Predigt sollte jeder seine Gedanken schweifen lassen. Wahrscheinlich sind den Meisten Situationen eingefallen, in denen sie Gottes Botschaft für sich gespürt hatten, ähnlich wie es den Eltern gegangen war.