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Kirche – was wünschen Sie sich?

Wir ändern uns, die Welt und auch die Kirche. Diese Veränderungen sollten sich möglichst in die Richtung gehen, die Sie sich wünschen. Deswegen hat der GKR die Idee einer Mitgliederbefragung aufgegriffen. Das Ergebnis wird in die weitere Entwicklung unserer Gemeinde einfließen. Es wäre schön, wenn Sie sich beteiligten! Diesen Abschnitt bitte bis zum 31. Mai  per Mail, Fax oder Post zurücksenden, oder ihn ihren Vertretern im GKR geben.

Fragebogen Kirche

Taize – Gottesdienste

Diesen Sonntag (17.07.2016) wird in Sulzbach (9 Uhr) und Herressen (10 Uhr) Taizé-Gottesdienste gefeiert. Das Kloster Taizé ist eine ökumenische Gemeinschaft von Christen aus Ländern der Erde. In ihren Gottesdiensten legen sie Wert auf eine ruhige, meditative Stimmung, die Botschaft von der Liebe Gottes und einfache, schöne Lieder. In diesem Geist wollen auch wir Gottesdienst feiern, die Lieder aus Taizé singen, und an beiden Orten das Abendmahl mit Weintrauben und Brot teilen.

Lehmann

This entry is part 48 of 84 in the series geistliches Wort

Teil 1) – die beiden Beiträge erschienen an zwei aufeinanderfolgenden Wochenenden.

Liebe Leserinnen und Leser,
„Herr Lehmann“, klingelt da was bei Ihnen? Kommt Ihnen der Name bekannt vor? „Lehmann? Ja, da war doch was!“, werden manche von Ihnen denken. „Herr Lehmann“ jener sehr lesenswerte Roman von Sven Regener, ein Stimmungsbild der Jugend in Westberlin kurz vor und zur Wendezeit! Richtig, aber diesen Herrn Lehmann meine ich nicht.
„Ach, Herr Lehmann!“, jetzt kommen die von Ihnen zum Zug, die beim Neujahrsempfang dabei waren und sich an die Rede von G. Unger erinnern: „DER Herr Lehmann, den niemand zu kennen scheint, weil er nicht im Licht der Öffentlichkeit steht!“ – aber auch diesen Herrn Lehmann meine ich nicht. „Nun machen Sie es nicht so spannend, es gibt noch Dutzende Herr Lehmänner!“, werden manche jetzt genervt stöhnen.
Genau, das ist das Problem. Dutzende. Alle mit dem gleichen Namen, für uns verschwinden sie in der grauen Masse der unzähligen Lehmänner. Und oft kommen wir uns selber so vor: Anhand unseres Namens, Wohnortes, Berufes, Autos oder Einkaufverhaltens werden wir in Schubladen gesteckt und mit einem Etikett versehen: „Lehmann?, noch einer?! Der Nächste bitte!“ Ganz anders vor Gott: „Ich habe Dich mit DEINEM Namen gerufen, Du bist mein!“ verspricht er uns. Im Leben und im Tod sind wir für ihn einzigartig, verschwinden nicht namenlos in der grauen Masse oder auf der grünen Wiese, ganz gleich, ob wir nun Schulze, Müller oder eben Lehmann heißen.

Ihr Th.-M. Robscheit

PS: Welchen Herrn Lehman ich nun eigentlich meine, wollen Sie wissen: Nächste Woche an dieser Stelle mehr dazu!

 

Teil 2)

Also wieder Herr Lehmann. Erinnern Sie sich, liebe Leserinnen und Leser? Letztes Wochenende die Geschichte mit den Lehmännern und um welchen es eigentlich geht? Manche von Ihnen haben mich im Lauf der Woche angesprochen: „Sie meinen bestimmt Jens Lehmann, den Fussballer!“ Aber auch den meinte ich nicht. Es geht um DEN Herrn Lehmann, den Sie als treue TA-Leser kennen: der Drahthaardackel Herr Lehmann (diese Vermutung hatten übrigens auch manche von Ihnen). Nun ist es so, dass bei uns eine Dackeldame lebt und diese wird immerzu für Herrn Lehmann gehalten! „Guck mal, da ist Herr Lehmann!“ so hörten wir letztes Jahr auf dem Töpfermarkt in Weimar gleich dutzende Mal. Wenn wir in Apolda unterwegs sind, ist es nicht viel anders.
Wie ist das bei uns Menschen? Wenn wir verwechselt werden, dann ist das irgendwo zwischen lustig und peinlich. Aber wenn man uns dauernd für jemanden hält, der wir nicht sind, ja wenn genau das gar erwartet wird, sind die Probleme schon vorprogrammiert! Frust, Enttäuschung, Krankheit womöglich. Das kann auf Arbeit sein, weil der Chef aus Bequemlichkeit, mangelnder Kompetenz oder schlechter Menschenkenntnis gar nicht darauf achtet, was für Arbeitsklima und Motivation wichtig wäre: „Sie können das doch gut, machen Sie das mal“ oder man hört ganz verwundert: „Ihnen macht das doch Spass!“
Aber ebenso passiert das im ganz Privaten: eine alleinerziehende Mutter sucht all das, was sie an Liebe, Zuneigung und Unterstützung braucht bei ihrem Kind und überfordert den Jugendlichen damit. Ein junger Mann kennt seine Freundin ganz genau und weiss, wie lustig sie seine Spässe findet. Doch dann fällt er aus allen Wolken, wenn die Frau sich eines Tages frustriert verabschiedet.
Wir selber machen uns Bilder von Menschen projezieren unsere Erwartungen auf andere und sind dann enttäuscht, wenn unsere Vorstellungen nicht erfüllt werden. Ich möchte Ihnen Mut machen, ent-täuschen Sie selber, vor allem sich! Schauen Sie genau hin und fragen nach, damit für Sie nicht jeder Dackel Herr Lehmann ist.

Ihr Th.-M. Robscheit

Rennsteig

This entry is part 39 of 84 in the series geistliches Wort

Lieber Leserinnen und Leser,

manchmal scheitert man im Leben, man nimmt sich etwas vor und dann klappt das nicht. Mir ging es in der letzten Ferienwoche so. Ich bin am Rennsteig gescheitert. Fast jedes Jahr fahre ich mit dem Rad diesen Weg ab, meistens schließen sich einige Männer und Jugendliche an. Vor neun Jahren hat mit H.E. aus H. dafür extra einen geländegängigen Fahrradanhänger geschweißt, auf dem Zelte, Schlafsack, Wasser und was sonst noch alles nötig ist, transportiert werden kann. Tja und nun war ausgerechnet am höchsten Punkt Schluss. Es ging nicht mehr. Alles nass und kalt, zwei Nächte fast nicht geschlafen. Ich war völlig unmotiviert. „Kommt vor!“, werden Sie sagen und vielleicht fallen Ihnen ähnliche Geschichten ein, mit denen Sie mich trösten könnten.
Ich frage mich jetzt, ob ich nicht doch hätte weiterfahren können. Es war nicht die körperliche Kraft oder Ausdauer, die gefehlt haben, sondern es war die nasskalte Aussichtslosigkeit, die durch den Wetterbericht noch verstärkt wurde: das kann doch alles nichts werden, es wird nur in Strömen regnen, es ist jetzt schon schwierig und es wird noch düsterer! Das waren meine Gedanken, die mich runtergezogen haben.
Wie oft geht uns das auch im täglichen Leben so: wir sehen nur schwarz und alles was wir hören, verstärkt diesen Eindruck.
Doch oft ist dieser Eindruck falsch, am Rennsteig ist mein Freund schließlich alleine weitergefahren. Es hat nicht geregnet, sondern die Sonne kam heraus – allen Prognosen zum Trotz.

Seien Sie hoffnungsvoll und erwarten Sie das Gute! Es kommt öfter als man denkt!
Ihr Pfr. Robscheit

September 2012