Prüfungsgottesdienst Vikar Neubert

Prüfungsgottesdienst Vikar Neubert

Am 28. August 2016 hat unser Vikar C. Neubert in der Herressener Kirche seinen Prüfungsgottesdienst gehalten. Aus fast allen Dörfern des Kirchspiels Kapellendorf und aus Apolda waren Interessierte gekommen, so dass fast ale Plätze besetzt waren. Abgenommen wurde die Prüfung durch die Superintendentin Hertel, Pastorin Dr.  Böhm und Frau Gröger, Mitglied des Kreiskirchenrates. Nach dem Gottesdienst hat die Prüfungskommissionen mit Vikar Neubert ein Auswertungsgespräch geführt und schließlich den Gottesdienst samt Predigt mit 2 benotet. Doch so eine dürre Zahl vermag kaum zu beschreiben, wie das „feeling“ in der Kirche war. Conrad Neubert trat sicher und überzeugend auf, der Gottesdienst mit seiner ausführlichen Liturgie war Dank des guten Zusammenspiels zwischen Herrn Neubert und Herrn Lindenborn an der Orgel gleichermaßen abwechslungsreich und in einem guten Sinn konservativ.

Das Thema der Predigt durchzog alle Teile des Gottesdienstes: am Anfang für den Besucher natürlich noch nicht sofort erkennbar, wurde es schließlich eine thematisch runde Sache. Höhepunkt war zweifelsohne die Predigt selber. Sie begann mit der Frage an die Gemeinde, was ihnen zu Theodor von und zu Guttenberg einfällt. Vielleicht hätten mit etwas mehr Erfahrung ein paarmehr Antworten herausgekitzelt werden können, aber auch mit wenigen Einwürfen aus der Gemeinde wurde schnell deutlich, dass zu diesem Mann verschiedene, teils widersprüchliche Informationen bekannt sind. C. Neubert machte anschaulich, dass neben den bewußt lancierten Bildern auch Informationen an die Öffentlichkeit gelangten, die der Freiherr dort lieber nicht gesehen hätte. „Nachrichtenpanne“, nannte Neubert das: „Ähnliches passierte Jesus auch, als er ausdrücklich verbot, von einer wunderbaren Heilung zu berichten.“ Jesus also auch mit Nachrichtenpannen? Botschaften, die nicht für alle bestimmt waren, kommen doch in die Öffentlichkeit?
In der vollen Kirche war die leise hüstelnde Stille der Besuchern auf nicht sehr bequemen Kirchenbänken. Neubert erzählte kurz die Geschichte eines Nachbarn, der vor Jahren einen schweren Motorradunfall  hatte, berichtete, wie alles auf Messersschneide stand, wie die bosorgten Eltern täglich ins Krankenhaus fuhren. Und von jenem einen Morgen, als sie genau auf dem Unfallhügel in einen goldenen Sonnenaufgag fuhren und das Versprechen Gottes ihnen beiden in dieser Sonne über dem noch finsteren Tal wie einer der Sonnenstrahlen ins Herz drang: „Euer Kind wird leben!“ – kein Hüsteln mehr in der Kirche, keine knarzende Bank, das großartige dieses einen besonderen Sonnenaufgangs hatte alle ergriffen. Neubert: „Das war eine Botschaft nur für die Eltern, aber Gott sendet uns allen ganz persönliche Botschaften. Doch auch die ursprünglich gar nicht für uns gedachten Botschaften Gottes, die wir in der Bibel finden, sind für uns wichtig, denn sie geben Orientierung.“

Während der Orgelmusik nach der Predigt sollte jeder seine Gedanken schweifen lassen. Wahrscheinlich sind den Meisten Situationen eingefallen, in denen sie Gottes Botschaft für sich gespürt hatten, ähnlich wie es den Eltern gegangen war.

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