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Wo ist Merlot?

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Das ist, liebe Leserinnen und Leser, nicht die bange Frage nach Wein an einem lauen Sommerabend. Merlot ist ein Hühnerkücken, inzwischen in der Hühnerpubertät. Sein Nest war verlassen worden, das Ei schon ganz kalt, aber irgendwie hatte ich den Eindruck es ist noch Leben darin und so  habe ich mich darum gekümmert, als er geschlüpft war den Winzling  in einer Tasche am Körper getragen und ihn jeden Abend aus der Voliere ins Haus geholt. Wenn ich das mal vergessen hatte oder spät nach hause kam, stand er schimpfend an der Tür...
Und gestern war Merlot weg. Nirgendwo zu sehen. Ich bin zweimal durch die Voliere gegangen, alle anderen Vögel waren da. Aber kein Merlot. Sie können sich denken, wie traurig ich war. Wie sollte er herausgekommen sein oder ein Marder, Waschbär oder ähnliches hinein? Aber irgendwie mußte das Unheil ja passiert sein!
Es hat mir keine Ruhe gelassen. Ich hatte eigentlich genug zu tun. Doch alles andere blieb liegen, ich bin nocheinmal in die Voliere gegangen und habe buchstäblich jeden Stein umgedreht. Da habe ich ihn gefunden! In eine Mauerspalte war er voller Übermut hineingekrochen und nicht wieder herausgekommen. Die Freude war groß, bei mir und auch bei Merlot.
Auch uns, liebe Leserinnen und Leser, geht es manchmal wie Merlot. Aus irgendeinem Grund verkriechen wir uns in eine Ecke. Dann haben wir uns so ins Abseit manövriert, dass wir im übertragenen Sinne nicht mehr heraus kommen. Mir tut es da gut zu wissen, dass auch mich jemand suchen wird. Dass Gott mich nicht verloren gibt!

Ihr Th.-M. Robscheit

Läuterfest

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Zum ersten Mal waren am 26. August 2017 alle Läuter des Kirchspiels Kapellendorf zu einem Läuterfest nach Kapellendorf eingeladen. 18:00 hatten sie noch in den einzelnen Dörfern den Sonntag eingeläutet. Gegen 18:15 eröffnete Pfr. Robscheit die Runde und erklärte Details zur Läuteordnung von 1979. Damals hatte der GKR sich ausgiebig mit dem Thema beschäftigt und unter anderem festgelegt, mit welchen Glocken beispielsweise bei einem Sterbefall wie geläutet werden soll. Sehr schnell entwickelte sich ein Gespräch unter den Läutern, was denn eigentlich in welchem Dorf üblich sei. Es wurde gefachsimpelt über das richtige Anschlagen und die Vor- & Nachteile des elektrischen Läutens. Derweil hatte Pfr. Robscheit den Rost angezündet. Mit einem Tischgebet begann das gemeinsame Abendessen, bei dem das Thema Glocken natürlich alles beherrschte. „Das war eine gute Idee!“, verabschiedeten sich die Ehrenamtlichen und nahmen dem Pfarrer das Versprechen ab, auch im nächsten Jahr wieder so ein kleines Fest für sie zu organisieren.

Was das wieder kostet!

This entry is part 83 of 85 in the series geistliches Wort
Was das wieder kostet!

Liebe Leserinnen und Leser,

Sie haben diesen Satz auch schon gesagt oder zumindest gehört: „Was das wieder kostet! Muss das denn sein?“ Und oft ist die ehrliche Antwort: „Nein, das muss eigentlich nicht sein.“

Mir ging es so im Urlaub. Wir waren in Frankreich unterwegs, Paris war nicht so weit weg. Soll man da mal hinfahren? 70 km hin, 70 km wieder zurück? Einfach so, um durch die Stadt zu latschen? Von den fälligen Parkgebühren kann ich in Apolda eine Woche lang parken! Und beim Espresso hatte man den Eindruck, man kauft den halben Laden gleich mit. Muss das sein? – nein, muss nicht.

Es gibt unzählige weitere Beispiele, wo Geld einfach so ausgegeben wird, im privaten wie im öffentlichen Bereich: Die Gartenschau! War das nötig? Wohl kaum. Und das kostet nicht nur Geld. Denken Sie an die Zeit der ehren-und hauptamtlichen Mitarbeiter!

Muss das denn sein? – muss es nicht. Aber dieses unnötig ausgegebene Geld, die investierte Zeit ist keineswegs sinnlos vertan oder gar vergeudet! Denn das Leben gewinnt an Qualität. An die Besuche auf der Gartenschau werden sich die meisten noch Jahrzehnte erinnern und einen warmen Nachhall in Ihrer Seele spüren.

Ich kann Ihnen nur Mut machen: Vergeuden Sie hin und wieder Zeit oder Geld, es lohnt sich! Die Stunden mit meiner Frau in Paris werde ich sicherlich bis zu meinem Lebensende nicht vergessen. Das Geld schon.

Ihr Pfr. Th.-M. Robscheit

Erstmals veröffentlich in der Thüringer Allgemeinen, Weimarer Land; 22. 07. 2017

Thüringentag Apolda

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Thüringentag Apolda

2017-06-11 Thüringentag

Vom 9. -11. Juni war in Apolda der Thüringentag. Es waren etwas über 100.000 Besucher (bei etwa 20.000 Einwohnern); da kann man sich vorstellen, was in der Stadt los war. Die Innenstadt war von Donnerstag früh bis Monatg Abend für den Verkehr weitgehend gesperrt.

Am Freitag Nachmittag fand der Eröffnungsgottesdienst für den Thüringentag Apolda in der Lutherkirche statt. Zu den Mitwirkenden gehörten die Bischöfin der EKM Ilse Junkermann, der Bischof des Bistums Erfurt Ulrich Neymeyr, Superintendentin Bärbel Hertel, Gemeindediakon Daniel Pomm. Nicht zu sehen, aber dafür gut & schön anzuhören waren unser Chor und der Posaunenchor unter Leitung von Mike Nych.

Rund um die Lutherkirche war das „Kirchendorf“, ähnlich wie der berühmte „Markt der Möglichkeiten“ bei einem Kirchentag. Es lief alles bestens, die Leute hatten gute Laune und bei uns war immer genügend Betrieb. Das Kirchendorf mit seinen Ständen aus dem diakonischen und kirchlichem Bereich, mit sozial engagierten Vereinen und dem Glockengießer war maßgeblich durch den Beauftragten der EKM für solche Großprojekte, René Thumser, organisiert worden. Die Kirchengemeinde und der Förderverein Lutherkirche waren hauptsächlich verantwortlich für die Führungen in der Lutherkirche, die Turmbesteigung und vor allem Kaffee & Kuchen. Ausgeschenkt wurde fair gehandelter Kaffee. Am „Kuchenbuffet“ haben sich zahlreiche Kirchengemeinden aus unserem Kirchenkreis beteiligt. Allen Helfern gilt dieser Dank:

Liebe Helferinnen und Helfer im Kirchencafe, liebe Backfrauen und Backherren,
 inzwischen ist der Thüringen Tag 2017 in Apolda Geschichte.
Das Wetter hat bis auf den Freitagabend wunderbar mitgespielt. Die Einrichtung “ Kirchencafe“ war ein voller Erfolg und wurde sehr gut angenommen. Insgesamt wurden rund 1700 Tassen Kaffee ausgeschenkt und circa 900 vorbereitete Kuchentabletts ausgegeben. Nicht alle wurden gegen eine Spende an Besucher abgegeben , sondern auch unentgeltlich an Helfer verteilt, die im Kirchendorf die Stände betreut haben. Auch das Sicherheitspersonal des Ministerpräsidenten und anwesenden Polizisten haben sich über Kuchen- und Kaffeespenden gefreut. 
Insgesamt sind fast 200 Kuchen aus den verschiedenen Gemeinden zusammen gekommen. Auch einige Bäckereien aus dem Umkreis von Apolda haben sich mit einer Kuchenspende beteiligt. 
Trotz der überwältigenden Zahl an Kuchen waren wir am Sonntagnachmittag nahezu „aufgegessen“. 
Lediglich 10 1/2 Rührkuchen waren übrig geblieben. Diese haben wir an das Carolinenheim gegeben, damit auch die dortigen Bewohner noch vom Thüringen Tag profitieren können.
 Durch ihre Hilfedienste beziehungsweise das Backen der ganzen Kuchen haben Sie erheblich zu diesem Erfolg beigetragen.
Dafür möchte ich mich ganz herzlich bei Ihnen allen bedanken. Bitte geben Sie meinen Dank auch an die anderen fleißigen Helfer aus den Gemeinden weiter, die uns tatkräftig mit Kuchen versorgt haben.
 Viele liebe Grüße, Britta Rehder-Geßner
Höhepunkt war der Umzug am Sonntag. Neben den Bläsern, der Kirchengemeinde Apolda, der Evangelischen Grundschule und dem Diakoniewerk Apolda war auch die Kirchgemeinde Oberndorf vertreten. Wolfgang Winter hat einen Wagen mit dem Model der Oberndorfer Kirche und einer Nachbildung der 500-jährigen Oberndorfer Glocke „Anna hilf!“ geschmückt. Über dem Ensemble schwebt der Engel. Dieser wagen word auch am 17 Juni 2017 in Oberndorf zu bewundern sein, wenn wir ab 14:00 das 500-jährige Glockenjubiläum feiern werden.
Das Video beginnt dort, wo unsere wagen ins Bild kommen.

Ökumenischer Friedensdienst – Internationaler Jugendfreiwilligendienst

This entry is part 20 of 22 in the series Pressemeldungen
Ökumenischer Friedensdienst – Internationaler Jugendfreiwilligendienst
  • Du möchtest deinen Horizont erweitern und etwas erleben?
  • Du brauchst eine aktive Auszeit, um dich (neu) zu orientieren?
  • Du möchtest fremde Kulturen und Länder kennen lernen?
  • Du hast die Schule beendet und suchst nach (d)einer Perspektive?
  • Du willst Begabungen und Fähigkeiten entdecken & ausbauen?

Es gibt viele Beweggründe sich zu engagieren und ein Jahr ins Ausland zu gehen. Im Ökumenischen Friedensdienst bietet die Diakonie Mitteldeutschland die Möglichkeit, Erfahrungen in einem Freiwilligenjahr im Ausland zu machen.

Unterkunft und Verpflegung werden jeweils vor Ort gestellt. Wir bieten den organisatorischen Rahmen sowie Seminare, Taschengeld, Versicherung und Begleitung im Freiwilligendienst.
Der Internationale Jugendfreiwilligendienst im Ausland wird gemeinsam mit Partnern in Israel, Estland, der Slowakei sowie in Argentinien und Uruguay angeboten. Der Ökumenische Friedensdienst ist Teil unseres diakonischen Engagements in der „Einen Welt“.

Israel – Estland – Slowakei  Argentinien – Uruguay

Einladung zum Info – Seminar vom 7.04.2017. bis 9.04.2017

Weitere Informationen gerne aber auch per Mail „weltweit@diakonie-ekm.de“

Telefon 0345 12299-231.
Diakonie Mitteldeutschland
Detlef Harland
Referent Ökumenische Diakonie

Zeit für einen Freund?

This entry is part 79 of 85 in the series geistliches Wort
Zeit für einen Freund?

Was machen Sie, liebe Leserinnen und Leser, wenn Ihr Alltag durch eine schlechte Nachricht plötzlich in Frage gestellt wird? Wie setzen Sie Prioritäten, wenn Sie erfahren, dass ein Freund schwer krank ist?

Gehört es sich da nicht, alles andere hinten an zu stellen und einen Besuch zu machen? Doch was sagt man da? Wie verhält man sich, wenn einem das Elend des anderen ins Gesicht springt? Ich habe gestern so eine schlechte Nachricht erhalten: M. Ist schwer krank. Noch habe ich nicht angerufen und bin auch noch nicht auf dem Weg zu ihm. Was ist jetzt richtig? Wenn Sie diese Zeilen lesen, werde ich seit Montag etwa 31 Stunden Sitzungen, Besprechungen und Verhandlungen hinter mir haben, 6 Stunden Gemeindebesuche, eine Trauerfeier und eine Hochzeit, ich werde diese und die Gottesdienste für Sonntag und Montag vorbereitet haben. Insgesamt etwa 60 Stunden „gute“ Gründe, sich um den schweren Gang zu drücken. Und jetzt am Wochenende? Jeden Tag mehrere Gottesdienste, keine Zeit, leider. Da kann ich nicht in den Thüringer Wald fahren um M. zu besuchen.

Merken Sie etwas, liebe Leserinnen und Leser? Es ist ganz einfach, sich um schwere Besuche herumzudrücken, einem Menschen nahe zu sein, dem das Leben übel mitspielt. Doch gerade da erweist sich Freundschaft, Liebe, Mitmenschlichkeit. Gerade da werden wir gebraucht, vielleicht  auch unser Glaube & unsere Hoffnung.

Ich wünsche Ihnen ein gutes Wochenende und greife jetzt mit einem mulmigen Gefühl zum Telefon.

Ihr Th.-M. Robscheit

 

Erschienen am 30. 11. 2016 in der Thüringer Allgemeinen, Apolda

Christ in der Kirche

Ein Christ in der Kirche: Artikel in der „Glaube und Heimat“

In der Glaube und Heimat vom 18. 09. 2016 ist ein langer Artikel über das ehrenamtliche Engagement unseres Lektors Torsten Christ in der Kirche abgedruckt.

Wenn Sie den Artikel als .pdf lesen möchten, folgen Sie bitte dem Link

christ in der kirche

Klausurkonvent in der Slowakei

Klausurkonvent in der Slowakei
Vom 28.8. bis zum 3.9.2016 waren die Mitarbeiter des Kirchenkreises Apolda-Buttstädt unterwegs.

Mit dem Bus sind wir am Sonntagabend gestartet, am nächsten Vormittag waren wir in Velky Slavkov angekommen. In diesem kleinen Dorf gibt es das internationale Evangelische Jugendzentrum „Ichtys“, in dem wir untergebracht waren. Obwohl die Reise recht anstrengend gewesen war, haben wir diesen Tag noch nutzen können, um den Ort und die Arbeit des örtlichen Pfarrers kennen zu lernen. Der Klausurkonvent in der Slowakei war einerseiklausurkonvent-in-der-slowakeits durch thematische Einheiten geprägt. Zum anderen konnten wir die Arbeits-, Glaubens- und Lebensumstände hier in der Slowakei kennen lernen. Zu den thematischen Schwerpunkten gehörte zweifelsfrei die Diskussion und Stellungnahme zum Leitbild unseres Kirchenkreises.

Belsky Slavkov

Gleich am nächsten Tag besuchten wir das Jugendzentrum Belsky Slavkov. In diesem Zentrum finden vorrangig verwaiste Jungen, die aus Altersgründen das Kinderheim verlassen mussten. Daneben bietet es auch Männer, die im Alltag keinen Halt finden, ein zu Hause. Hervorgegangen ist die Arbeit aus dem christlich motiviertem Engagement einer einzelnen Familie, die zunächst drei obdachlose Jugendliche bei sich privat aufgenommen hatte. Diese Hilfe sprach sich herum, immer mehr Menschen suchten Zuflucht und so wurde das Zentrum gegründet. Ziel ist es, Jugendliche an regelmäßige Arbeit heranzuführen, sie nach Möglichkeit auszubilden und fit für ein selbständiges Leben zu machen.

In einer langen Gesprächsrunde wurde uns diese Arbeit erläutert und verabredet, dass die Mitarbeiter demnächst unseren Kirchenkreis besuchen, um vergleichbare Arbeit in Deutschland kennen zu lernen. Die Arbeit der Stiftung Finneck und der Alten Post in Bad Sulza des Diakoniewerkes Apolda bieten dafür sehr gute Ansatzpunkte.

Poprad

Am Abend waren wir in Poprad. Zwei junge Frauen aus der Kirchgemeinde führten uns durch die Stadt und Kirche. Beim anschließenden gemeinsamen Abendessen gab es viel Zeit für ausführliche Gespräche, die uns nicht nur die Situation einer slowakischen Stadtgemeinde, sondern auch das Leben insgesamt näher brachten.

Hohe Tatra

Der Mittwoch wurde auf vielfältige Weise genutzt, um im Gebirge unterwegs zu sein. Bei den Wanderungen bzw Ausflügen in kleineren Gruppen, waren wir natürlich von der Gebirgslandschaft begeistert, gleichzeitig war der gemeinsame und oft anstrengende Weg für den inneren Zusammenhalt unter den Kollegen immens wichtig. Auch manche Hybris kam so zum Vorschein.

Mühlenbach

Am vorletzten Tag war ein Besuch der Gemeinde in Mühlenbach eingeplant. Die dortige evangelische Kirche war in der sozialistischen Zeit als Lagerhalle der Landwirtschaft genutzt worden, später als Automobilmuseum. Nun bemüht sich die sehr kleine Gemeinde das Gotteshaus wieder herzurichten und als Kirche erneut zu nutzen. Es ist beeindruckend, wie auch hier unter ganz anderen Umständen als in Thüringen, die Sanierung und Erhaltung vor Kirchen letztlich vom Engagement Einzelner und deren Vision abhängt. Beim gemeinsamen Kaffeetrinken konnten wir dann nicht nur die Sicht der heute Aktiven kennenlernen, sondern haben auch die berührenden Geschichte einer alten, deutschstämmigen Bewohnerin erfahren. Ein Besuch auf dem Friedhof am Mahnmal für die Opfer eines Massakers nach dem Krieg an Deutschstämmigen beendete sehr emotional unseren Besuch in Mühlenbach.

Leider ging unser Klausurkonvent in der Slowakei bereits am Freitag zu Ende.klausurkonvent-in-der-slowakei

HAMSTERRAD-NEIN DANKE

This entry is part 2 of 85 in the series geistliches Wort

HAMSTERRAD-NEIN DANKE

Ein Hamsterrad sieht von innen auch aus wie eine Karriereleiter.“ Kennen Sie diesen Spruch? Ich habe ihn das erste Mal im Urlaub auf einer Internetseite gelesen und dachte bei mir: „Betrifft mich nicht und im Urlaub schon mal gar nicht“. Nun ist der Urlaub vorbei, die Kinder sind wieder in der Schule und ich merke, wie mein Rad sich wieder zu drehen beginnt. Die Termine häufen sich, die Aufgaben vervielfältigen sich und das Handy ist wieder mehr in der Hand als in der Jacke. Scheinbar betrifft mich dieser Spruch doch, obwohl ich gar keine Karriereleiter weiter besteigen möchte. Aber wenn ich aus der Karriere eine Alltagsleiter mache, dann stecke ich wohl mittendrin im Hamsterrad des Lebens. Kommt Ihnen das bekannt vor? Im Urlaub schwärmt man noch von der südländischen Gelassenheit und nimmt sich fest vor, diese beizubehalten. Man genießt die Ruhe in den Bergen oder am Meer und spürt wie sehr Körper und Seele diese Momente der Besinnung brauchen. Doch kaum ist der Alltag zurück, überfallen uns all die Verpflichtungen, Aufgaben und Alltagsarbeiten wieder. Eh man sich versieht, hat das Alltagshamsterrad einen fest im Griff. Der Wochenspruch für die kommende Woche lautet: „Das geknickte Rohr wird er nicht zerbrechen, und den glimmenden Docht wird er nicht auslöschen.“ (Jesaja 42, 3) Gott möchte nicht, dass unser Rad sich so schnell dreht, dass wir Schaden nehmen. Gönnen Sie sich doch ab und zu mal einfach eine Pause. In einer geöffneten Kirche zur Ruhe kommen, ein gutes Buch lesen (Ja, die Bibel ist zu empfehlen. Sie werden staunen wie viele gute Lebensweisheiten darin zu finden sind.) oder bei einem Spaziergang die Natur genießen. Halten Sie inne und sagen sich: HAMESTERRAD-NEIN DANKE. Gutes Gelingen wünscht

Ihr Torsten Christ (Lektor)

Der Beitrag erschien am 13. August 2016 in der Thüringer Allgemeinen, Ausgabe Weimarer Land

Anmerkung: Torsten Christ ist ehrenamtlicher Lektor in unserem Kirchspiel

fester Grund

This entry is part 77 of 85 in the series geistliches Wort
fester Grund

„O tempora, o mores!“, diesen Ausruf Ciceros aus dem Jahre 70 v. Chr. möchte man in diesen Tagen wieder aus der Mottenkiste der Zitate hervorkramen! Was sind das für Zeiten, was für ein Verfall der Sitten! In wenigen Monaten ist vieles, was uns fest und unverrückbar erschien, ins Wanken geraten, bricht zusammen, die Welt ändert sich rasend schnell. Dazu kommt noch die von geistig Gestörten verbreitete Verunsicherung. Was sind das für Zeiten, was herrschen da für Sitten?

Aber ist das neu? Machen nur wir die Erfahrung der Verunsicherung? Nein, natürlich nicht. Und auch nicht jetzt plötzlich! Denn auch unser ganz normales Leben ist von Unsicherheit geprägt, oft unbewußt wird Unstetigkeit lebensbestimmend: die Arbeit, die Beziehung, das Ehrenamt, oft auch die politischen Überzeugungen, wie die letzten Wahlen gezeigt haben. Dabei sehnen wir uns nach Beständigkeit: auf welchen Fundamenten kann ich mein Leben aufbauen? Christus ist so ein fester Grund, ein Eckstein, auf den ich mein unsicheres Leben gründen kann. Da können die Stürme und Winde des Lebens kommen und zerren, da mag manches einbrechen: die Grundlage bleibt bestehen. Es gibt etwas, das nicht nur beständig ist, sondern worauf wir immer wieder aufbauen können, etwas das uns trägt, so wie es schon Unzählige vor uns getragen hat, die in weitaus unsicheren Zeiten bestehen mußten.

Th.-M. Robscheit

Juli 2016

 

Der Beitrag erschien am 23. Juli 2016 in der Thüringer Allgemeinen, Ausgabe Weimarer Land