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Wo ist Merlot?

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Das ist, liebe Leserinnen und Leser, nicht die bange Frage nach Wein an einem lauen Sommerabend. Merlot ist ein Hühnerkücken, inzwischen in der Hühnerpubertät. Sein Nest war verlassen worden, das Ei schon ganz kalt, aber irgendwie hatte ich den Eindruck es ist noch Leben darin und so  habe ich mich darum gekümmert, als er geschlüpft war den Winzling  in einer Tasche am Körper getragen und ihn jeden Abend aus der Voliere ins Haus geholt. Wenn ich das mal vergessen hatte oder spät nach hause kam, stand er schimpfend an der Tür...
Und gestern war Merlot weg. Nirgendwo zu sehen. Ich bin zweimal durch die Voliere gegangen, alle anderen Vögel waren da. Aber kein Merlot. Sie können sich denken, wie traurig ich war. Wie sollte er herausgekommen sein oder ein Marder, Waschbär oder ähnliches hinein? Aber irgendwie mußte das Unheil ja passiert sein!
Es hat mir keine Ruhe gelassen. Ich hatte eigentlich genug zu tun. Doch alles andere blieb liegen, ich bin nocheinmal in die Voliere gegangen und habe buchstäblich jeden Stein umgedreht. Da habe ich ihn gefunden! In eine Mauerspalte war er voller Übermut hineingekrochen und nicht wieder herausgekommen. Die Freude war groß, bei mir und auch bei Merlot.
Auch uns, liebe Leserinnen und Leser, geht es manchmal wie Merlot. Aus irgendeinem Grund verkriechen wir uns in eine Ecke. Dann haben wir uns so ins Abseit manövriert, dass wir im übertragenen Sinne nicht mehr heraus kommen. Mir tut es da gut zu wissen, dass auch mich jemand suchen wird. Dass Gott mich nicht verloren gibt!

Ihr Th.-M. Robscheit

Hagel in Kapellendorf

Hagel in Kapellendorf

2017-05-19 Hagel in Kapellendorf

Am Freitag, 19.05. 2017  am frühen Abend gab es Hagel in Kapellendorf. Noch etwa 30 Minuten nach dem heftigen Hagelsturm waren die Hagelkörner die überall auf dem Boden lagen  Tischtennisball groß. Am Pfarrhaus sind etwa die Hälfte der Fensterscheiben zerschlagen und die Solaranlage hat eine Scheibe eingebüßt. Leider ist auch das neu gedeckte Dach wieder in Mitleidenschaft gezogen worden. Über die ganze Dachfläche verteilt sind einzelne Ziegel zerbrochen.
Andere Häuser und die Burg hat es noch heftiger erwischt. Bei der Burg sind wohl 50 Scheiben zu Bruch gegangen, bei einigen Häuseren ist die Fassade stark in Mitleidenschaft gezogen worden.
Autos, die im Freien standen haben an der Wetterseite deutlich sichtbare Dellen.

Trotz dieser Schäden ist Kapellendorf glimpflich davon gekommen. In Hammerstedt hat der Regen massenhaft Schlamm ins Dorf gespült und auch einige Keller dabei nicht verschont. Die Felder sehen aus wie abgemäht.

Die Kirchen in Hammerstedt, Großromstedt und Kapellendorf haben alle einige Schäden an den Ziegeln.

Wenige Tage später hat bei einem erneuten Unwetter in kapellendorf der Blitz in einen masten der telekom eingeschlagen, was dazu führte, dass im halben Dorf die Router zerstört waren. Das Pfarramt war 10 Tage von der digitalen Welt abgeschnitten.

Reden hilft

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Reden hilft

Liebe Leserinnen und Leser,
haben Sie sich schon einmal über ein Behördenschreiben geärgert? Von der Renten- oder Krankenkasse, dem Ordnungs- oder Bauamt? Da sitzt einer sich den Hinter platt, hat von Tuten und Blasen keine Ahnung und mit einem schöden 0-8/15 Text wird mein berechtigtes Anliegen einfach abgebügelt? – so in etwa sind dann unsere Gedanken. Ein ähnlicher Fall ist mir in dieser Woche mit unserer kirchlichen Grundstücksverwaltung passiert und ich muss zugeben, die Gedanken & Worte in meinem Kopf waren nicht nur freundlich. Viel Arbeit für die Katz! Nun, was habe ich gemacht? Erstmal bin ich eine große Runde mit unserem Dackel gelaufen. Danach war ich etwas ruhiger. Das Problem aber war damit nicht gelöst. Einen bösen Brief schreiben?

Die Menschen am anderen Ende des Vorgangs  in einem Büro sind ja in aller Regel nicht bösartig, sondern haben eine andere, manchmal auch unvollständige Sicht auf die Sache. Am nächsten Tag habe ich im Amt angerufen und meine Sicht der Dinge dargelegt. Reden hilft! – Reden, nicht Vorträge halten. Das bedeutet, auch den eigenen Blickwinkel zu verschieben und die Ansichten des Gegenüber zu hören.

Reden hilft, liebe Leserinnen und Leser, auch dort, wo wir mit Gott und der Welt unsere Probleme haben. Dieses Reden nennt man Beten. Aber auch hier geht es nicht nur um Sprechen. Man muss auch zuhören können und das ist zugegebener Maßen etwas schwieriger, schwieriger vielleicht sogar, als von dem eigenen Standpunkt dann etwas abzurücken.

Also, liebe Leserinnen und Leser, bleiben Sie im Gespräch, mit Gott und der Welt!

Ihr Pfr. Th.-M. Robscheit

veröffentlich in der Ausgabe der Thüringer Allgemeinen
vom 01. 04. 2017

Zeit für einen Freund?

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Zeit für einen Freund?

Was machen Sie, liebe Leserinnen und Leser, wenn Ihr Alltag durch eine schlechte Nachricht plötzlich in Frage gestellt wird? Wie setzen Sie Prioritäten, wenn Sie erfahren, dass ein Freund schwer krank ist?

Gehört es sich da nicht, alles andere hinten an zu stellen und einen Besuch zu machen? Doch was sagt man da? Wie verhält man sich, wenn einem das Elend des anderen ins Gesicht springt? Ich habe gestern so eine schlechte Nachricht erhalten: M. Ist schwer krank. Noch habe ich nicht angerufen und bin auch noch nicht auf dem Weg zu ihm. Was ist jetzt richtig? Wenn Sie diese Zeilen lesen, werde ich seit Montag etwa 31 Stunden Sitzungen, Besprechungen und Verhandlungen hinter mir haben, 6 Stunden Gemeindebesuche, eine Trauerfeier und eine Hochzeit, ich werde diese und die Gottesdienste für Sonntag und Montag vorbereitet haben. Insgesamt etwa 60 Stunden „gute“ Gründe, sich um den schweren Gang zu drücken. Und jetzt am Wochenende? Jeden Tag mehrere Gottesdienste, keine Zeit, leider. Da kann ich nicht in den Thüringer Wald fahren um M. zu besuchen.

Merken Sie etwas, liebe Leserinnen und Leser? Es ist ganz einfach, sich um schwere Besuche herumzudrücken, einem Menschen nahe zu sein, dem das Leben übel mitspielt. Doch gerade da erweist sich Freundschaft, Liebe, Mitmenschlichkeit. Gerade da werden wir gebraucht, vielleicht  auch unser Glaube & unsere Hoffnung.

Ich wünsche Ihnen ein gutes Wochenende und greife jetzt mit einem mulmigen Gefühl zum Telefon.

Ihr Th.-M. Robscheit

 

Erschienen am 30. 11. 2016 in der Thüringer Allgemeinen, Apolda

Zwiebelmarkt Apolda 2016

Zwiebelmarkt Apolda 2016

Zum Zwiebelmarkt Apolda 2016 gab es auch wieder einen Gottesdienst. Er fand am 25. September 10:00 vor der Lutherkirche auf der Bühne des Melanchthonplatzes statt.

Die Gottesdienste auf dem Zwiebelmarkt sind immer etwas Besonderes, und zwar sowohl im positiven, wie auch im negativen Sinne. Bereits etwa ab der Hälfte der Veranstaltung kommen Eltern mit ihren Kindern, die allerdings mit dem Gottesdienst nichts am Hut haben, sondern sich auf ihren eigenen späteren Auftritt vorbereiten. Außerdem hat der Bierstand geöffnet und so mancher Gast nutzt dieses Angebot auch gleich am Morgen.

Doch ungeachtet dessen war der Gottesdienst zum Zwiebelmarkt auch in diesem Jahr mit etwas über 100 Besuchern sehr gut besucht. Musikalisch wurde er unter der Leitung von Mike Nych durch den Kapellendorfer Chor mit Band besonders vielfältig ausgestaltet. Die beiden biblischen Lesungen (1. Schöpfungsbericht & Sturmstillung nach Lukas) beschäftigten sich mir der ordnenden Kraft Gottes und der Bedrohung des Lebens ohne diesen Schutz. Das machte auch Pfr. Th.-M. Robscheit zum Thema seiner Predigt. Er machte deutlich, dass die Vorstellung der Erde als Scheibe mit einer Käseglocke keineswegs von besonderer Dummheit gekennzeichnet ist. Dafür baute er auf einer Platte mit Playmobil-Figuren eine kleine „Welt“ auf einer Scheibe auf:

Predigt (Auszug)

„Der Schöpfungsbericht beschreibt nicht, wie die Erde ist, sondern welches Verhältnis Gott zu seiner Schöpfung und den Menschen hat. Das Leben droht immer im Chaos zu versinken. Wir brauchen aber eine gewisse Ordnung und Verläßlichkeit. Im Schöpfungsbericht heißt es, dass Gott eine Feste zwischen den Wassern macht: darüber das Urmeer, das Chaos, darunter unsere weitgehend geordnete Welt. Gottes Segen ist diese Feste, ist unsere Käseglocke. Ohne ihn reicht schon ein kleiner Wasserstrahl um alles durcheinander zu bringen (mit einer Blumegießkanne wurde Wasser auf die Playmobil-Figuren gegossen, die daraufhin natürlich umfielen), Gottes Schutz kann aber das Chaos abhalten, wir dürfen darauf vertrauen (nun wurde erst die Käseglocke auf die Platte gestellt und dann mit einer richtigen Gießkanne reichlich Wasser darauf gekippt. Die Welt unterm Glas blieb heil.) und dankbar unser Lebens mit allen seinen schönen Momenten als Geschenk annehmen.

2016 - Zwiebelmarkt

HAMSTERRAD-NEIN DANKE

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HAMSTERRAD-NEIN DANKE

Ein Hamsterrad sieht von innen auch aus wie eine Karriereleiter.“ Kennen Sie diesen Spruch? Ich habe ihn das erste Mal im Urlaub auf einer Internetseite gelesen und dachte bei mir: „Betrifft mich nicht und im Urlaub schon mal gar nicht“. Nun ist der Urlaub vorbei, die Kinder sind wieder in der Schule und ich merke, wie mein Rad sich wieder zu drehen beginnt. Die Termine häufen sich, die Aufgaben vervielfältigen sich und das Handy ist wieder mehr in der Hand als in der Jacke. Scheinbar betrifft mich dieser Spruch doch, obwohl ich gar keine Karriereleiter weiter besteigen möchte. Aber wenn ich aus der Karriere eine Alltagsleiter mache, dann stecke ich wohl mittendrin im Hamsterrad des Lebens. Kommt Ihnen das bekannt vor? Im Urlaub schwärmt man noch von der südländischen Gelassenheit und nimmt sich fest vor, diese beizubehalten. Man genießt die Ruhe in den Bergen oder am Meer und spürt wie sehr Körper und Seele diese Momente der Besinnung brauchen. Doch kaum ist der Alltag zurück, überfallen uns all die Verpflichtungen, Aufgaben und Alltagsarbeiten wieder. Eh man sich versieht, hat das Alltagshamsterrad einen fest im Griff. Der Wochenspruch für die kommende Woche lautet: „Das geknickte Rohr wird er nicht zerbrechen, und den glimmenden Docht wird er nicht auslöschen.“ (Jesaja 42, 3) Gott möchte nicht, dass unser Rad sich so schnell dreht, dass wir Schaden nehmen. Gönnen Sie sich doch ab und zu mal einfach eine Pause. In einer geöffneten Kirche zur Ruhe kommen, ein gutes Buch lesen (Ja, die Bibel ist zu empfehlen. Sie werden staunen wie viele gute Lebensweisheiten darin zu finden sind.) oder bei einem Spaziergang die Natur genießen. Halten Sie inne und sagen sich: HAMESTERRAD-NEIN DANKE. Gutes Gelingen wünscht

Ihr Torsten Christ (Lektor)

Der Beitrag erschien am 13. August 2016 in der Thüringer Allgemeinen, Ausgabe Weimarer Land

Anmerkung: Torsten Christ ist ehrenamtlicher Lektor in unserem Kirchspiel

fester Grund

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fester Grund

„O tempora, o mores!“, diesen Ausruf Ciceros aus dem Jahre 70 v. Chr. möchte man in diesen Tagen wieder aus der Mottenkiste der Zitate hervorkramen! Was sind das für Zeiten, was für ein Verfall der Sitten! In wenigen Monaten ist vieles, was uns fest und unverrückbar erschien, ins Wanken geraten, bricht zusammen, die Welt ändert sich rasend schnell. Dazu kommt noch die von geistig Gestörten verbreitete Verunsicherung. Was sind das für Zeiten, was herrschen da für Sitten?

Aber ist das neu? Machen nur wir die Erfahrung der Verunsicherung? Nein, natürlich nicht. Und auch nicht jetzt plötzlich! Denn auch unser ganz normales Leben ist von Unsicherheit geprägt, oft unbewußt wird Unstetigkeit lebensbestimmend: die Arbeit, die Beziehung, das Ehrenamt, oft auch die politischen Überzeugungen, wie die letzten Wahlen gezeigt haben. Dabei sehnen wir uns nach Beständigkeit: auf welchen Fundamenten kann ich mein Leben aufbauen? Christus ist so ein fester Grund, ein Eckstein, auf den ich mein unsicheres Leben gründen kann. Da können die Stürme und Winde des Lebens kommen und zerren, da mag manches einbrechen: die Grundlage bleibt bestehen. Es gibt etwas, das nicht nur beständig ist, sondern worauf wir immer wieder aufbauen können, etwas das uns trägt, so wie es schon Unzählige vor uns getragen hat, die in weitaus unsicheren Zeiten bestehen mußten.

Th.-M. Robscheit

Juli 2016

 

Der Beitrag erschien am 23. Juli 2016 in der Thüringer Allgemeinen, Ausgabe Weimarer Land

Kikeriki

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Kikeriki

Kikeriki, guten Morgen, liebe Leserinnen und Leser. Vielleicht genießen sie gerade Ihr Frühstücksei und sind in Gedanken bei den glücklichen Hühnern auf dem Lande. Die picken im Gras nach Käferlein und ein schöner Hahn wacht über der Idylle. Doch ganz so harmonisch wie man sich´s vorstellt ist es nicht. Nicht umsonst spricht man von der Hackordnung. Und wenn es mehrere Hähne geben sollte, plustern sich besonders die, die nichts zu melden haben gerne gewaltig auf.

Wir haben so einen kleinen Hahn, auch der möchte gerne hin und wieder von den Hühnern beachtet werden. Dann hüpft er auf einen kleinen Stein, holt gewaltig Luft, streckt das Hühnerbrüstchen raus und – naja, macht ein Geräusch, das an Krähen erinnert. Die Hühner picken derweil unbeirrt weiter.

Die Erfahrung, dass sich Menschen aufplustern einem damit das Leben unnötig schwer machen, musste auch Petrus machen. Enttäuscht stellt er fest (1. Petrus 3, 13-18), dass einem Böses durch andere widerfahren kann, wenn man doch Gutes tut. „Habt keine Angst vor den Menschen, lasst Euch nicht irremachen..“, gibt er seiner Gemeinde auf den Weg. „Es ist besser, für gute Taten zu leiden, als für schlechte.“ Ein kleiner Trost angesichts der Anfeindungen, denen sich Christen im 2. Jh. ausgesetzt sahen. Und wir heute? Petrus´ Hinweise gelten immer noch: „..antwortet höflich und mit dem gebotenen Respekt in dem Bewußtsein, dass Ihr Euch nichts vorzuwerfen habt.“

Und vielleicht, liebe Leserinnen und Leser, hilft uns darüber hinaus auch ein schmunzelnder Blick in den Hühnerhof. Lassen sie sich Ihr Frühstücksei schmecken!

Ihr Pfr. Th.-M. Robscheit
Juni 2016

 

Der Beitrag erschien am 05. Juni 2016 in der Thüringer Allgemeinen, Ausgabe Weimarer Land

Zu Gast in Kleinromstedt 2016

Zu Gast in Kleinromstedt 2016
Am vergangenen Sonntag, den 18. April, war das ganze Kirchspiel Kapellendorf eingeladen nach Kleinromstedt. 40 Besucher waren „Zu Gast in Kleinromstedt“, erst beim Gottesdienst und dann bei Kaffee, Kuchen und Wurststulle im Dorfgemeinschaftshaus. „Ich dachte, hier sind so zehn Leute!“, wundert sich überrascht ein Apoldaer: „Erst so ein überraschender und mitreißender Gottesdienst, und dann das Paradies für jeden Kuchenfreund!“
Sowohl in der Kirche als auch beim Kaffee war viel Vergnügen zu erleben. Der Gottesdienst hatte das Thema „Vertrauen“ und war besonders abwechslungsreich gestaltet. Es gab ein Anspiel von Torsten Christ und Musik von Fam. Lüpke. Die Darbietungen fanden reichen und sehr verdienten Applaus. An der Orgel begleitete Ingo Reimannden fröhlichen Gemeindegesang. In der Predigt stellte Pfr. Robscheit die Frage, wenn wir einem Busfahrer vertrauen, dann können wir erst recht Gott in den Stürmen unseres Lebens vertrauen.
Zum Abendmahl waren auch die Kinder eingeladen – der Gemeindekirchenrat hat erst vor kurzem den Beschluss dazu gefasst.
Danach bewiesen die Kleinromstedter mal wieder, dass sie echte Künstler sind im Backen und im Wurstmachen. Der Nachmittag war eine rundum gelungene Darbietung für viele Sinne – den religiösen Sinn, das Sehen, das Hören und das Schmecken.

eigentlich

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Eigentlich,

liebe Leserinnen und Leser, wollte ich längst fällige Gartenarbeit verrichten. Doch dann kam ein Besuch dazwischen, den ich eigentlich schon letzte Woche machen wollte. Das hatte aber nicht geklappt, denn ein geplantes Gespräch hatte sich verschoben.

Ist Ihnen schon aufgefallen, wie oft wir das Wort „eigentlich“ verwenden? “Eigentlich ist die Stelle genau richtig für Sie…“, den Satz brauchen wir gar nicht zu Ende hören, denn wir wissen sofort, dass es nicht mit der Bewerbung geklappt hat.

Nun raten Sie mal, ob „eigentlich“ in der Bibel vorkommt? – fällt Ihnen eine Stelle ein? In der Erzählung vom Paradies vielleicht: “ Eigentlich ist es im Paradies ganz nett, aber Adam und Eva wollten lieber…“? Oder bei Jesu Taufe: „Du bist eigentlich mein lieber Sohn…!“?
Doch andererseits wird in der Bibel wird von Menschen berichtet, Ihrem Glauben, Hoffen und auch Versagen: ein Spiegel unserer Realität, Jahrtausende später. Also eigentlich müßte… Richtig! Das Wort taucht durchaus im Text auf. Je nach Übersetzung schwankt die Zahl allerdings. So lesen wir beispielsweise: „Eigentlich sollte es bei dir gar keine Armen geben; denn der Herr wird dich reich segnen in dem Land“ (Dtn. 15,4). Aber wissen Sie, liebe Leserinnen und Leser in welchem Zusammenhang „eigentlich“ nie vorkommt?

Dort wo es um Gottes Verhältnis zu uns Menschen geht. Dort sind Ausflüchte oder Beschönigungen nicht nötig! Gott liebt Dich, Du bist sein liebes Kind, ganz ohne Einschränkungen.

Ihr Pfarrer Th.-M. Robscheit

April 2016

Der Beitrag erschien am 16. April 2016 in der Thüringer Allgemeinen, Ausgabe Weimarer Land