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Vom Eise befreit sind Strom und Bäche

This entry is part 81 of 84 in the series geistliches Wort

Vom Eise befreit sind Strom und Bäche,
durch des Frühlings holden belebenden Blick,
im Tale grünet Hoffnungsglück

Ostern wird von uns oft in Verbindung gebracht mit dem Aufwachen der Natur nach dem Winter: Die Vögel sind eifrig dabei alles für den Nachwuchs vorzubereiten, Die ersten Blumen blühen, in den Weidenkätzchen summen die Hummeln. Im Tale grünet Hoffnungsglück.
Ostern meint aber weitaus mehr, als nur das sichbare Erwachen der Natur zu neuem Leben. Ostern feiern Christen als das Fest: Der Sieg des Lebens über den Tod. Mühselig verpackt ist diese Botschaft, zu groß um sie in menschliche Worte fassen zu können. Das Leben.

Damals am Karfreitag in Jerusalem waren am Kreuz mit Jesus alle Hoffnungen jämmerlich zu Grunde gegangen. Lähmung, Trauer, Tod. Und schon hatte man sich damit abgefunden, der Leichnam sollte balsamiert werden.
Doch dann hat sich das Leben, die Hoffnung als viel stärker erwiesen, als alles Nierderträchtige dieser Welt, das Böse und der Egoismus: Jesus lebt!

Jesus lebt? Wo denn, werden Sie fragen, wo denn in einer Welt voller Ungerechtigkeit, Hunger, Not, Lüge, Bosheit und Selbstsucht. Wo ist denn der Sieg des Lebens?
Er ist mittendrin: dort wo Menschen diese Hoffnung leben, wo sie sich vom Schlechten nicht erdrücken lassen, ankämpfen, dort grünt im Tale Hoffnungsglück.

Ich wünsche Ihnen ein gesegnetes Osterfest.

Ostergottesdienst in Kapellendorf

Ostergottesdienst in Kapellendorf

Trotz der Zeitumstellung auf die Sommerzeit waren alle rechtzeitig zum Ostergottesdienst in Kapellendorf in die Kirche gekommen.

Dieser Gottesdienst war etwas Besonderes: „So sehr hat mich noch nie ein Ostergottesdienst berührt!“, bedankt sich eine Besucherin gleich am Ausgang. „Das war ganz toll!“, freut sich ein junger Mann. Was war anders oder außergewöhnlich? In seiner Grundstruktur war der Gottesdienst aufgebaut wie jeder andere auch, doch die fest geschliffenen, für viele aber unverständlichen liturgischen Teile waren in unsere Zeit, Sprache und Denken „übersetzt“. Die Eingangsliturgie beispielsweise fand sich in einer Einführung mit Gebet zum Thema Angst wieder. Sehr behutsam und für Kinder (& damit auch Erwachsene) verständlich, wurde der Bogen von den Ereignissen in Gethsemane bis zum Ostersonntag gespannt. Große oder kleine Ängste wurden leise in ein Tuch gesprochen, verknotet und neben dem Kreuz befestigt. Es war erfahrbar -nein: es wurde erlitten-, was es bedeutet, gefesselt zu sein.

Der Weg zum Grab, die Sorgen, Gedanken und Hoffnungen der Frauen wurden als Osterspiel aufgeführt. Der drch einen Vorhang verhüllte Altarraum wurde erst geöffnet, als die Frauen vor dem offenen Grab standen.

Neben den Darstellern und Sprechern wirkte auch der kapellendorfer Kinderchor bei der Ausgestaltung des Gottesdienstes mit.

In einer kurzen Predigt wurde deutlich, dass mit Ostern etwas gänzlich neues angebrochen war. Den ersten Christen und Paulus war es gelungen, dieses Neue in ihre Welt zutragen und Menschen zu begeistern. Auch dadurch, dass sie sich von Traditionen gelöst haben. Könnte das nicht auch für uns gelten?
Die ausführliche Predigt, die aber nicht in diesem Gottesdienst gehalten wurde, finden Sie bei den „Göttinger Predigten im Internet“.

Schließlich haben sich allen in dem großen Altarraum versammelt und miteinander beim Brotbrechen und Wein / Saft trinken Gemeinschaft erlebt. Auf dem Weg vom Altar zurück zum Platz bekam jeder eine Rose. Auch die wurde wie die o.g. „Angstknoten“ neben dem Kreuz befestigt. Aus dem trostlosen Bild des  Anfangs war das bunte Bild des Lebens geworden.

Nach dem Ostergottesdienst in Kapellendorf waren alle zum Osterfrühstück ins Pfarrhaus eingeladen. Manche Ängste, es könne nicht reichen, wurden schnell zerstreut: Es gab heiße Suppe zum Aufwärmen, Kuchen , Brot und Baquettes, dazu allerlei Belag….
Während sich die Ersten schon den heißen Kaffee schmecken ließen, suchten die Kinder selbstgefärbte Ostereier im frischen Grün.

Angespornt von diesem gelungenen Ostergottesdienst wollen T. Christ & Th. Robscheit auch die „Zu Gast in…“ – Gottesdienste lockerer und bunter gestalten.

Hier ein paar Bilder. Wenn Sie ein Bild anklicken wird es vergößert, es erscheinen Pfeil-Tasten, mit denen Sie durch das Album navigieren können.

 

Terror und Schmerz

This entry is part 73 of 84 in the series geistliches Wort
Terror und Schmerz

 

„Soll man sich jetzt an den Terror gewöhnen?“, diese Frage, liebe Leserinnen und Leser wird angesichts der Ereignisse gestellt. „Werden Ungerechtigkeit, absichtlich zugefügtes Leiden und egoistische Willkür denn niemals aufhören?“ Dabei hatten doch alle gehofft, jetzt würde endlich eine friedlichere Zeit anbrechen, noch vor wenigen Tagen wurde laut gejubelt, jetzt steht man am Grab. Völlig sinnlos, unschuldig zu Tode gekommen. Die Freunde Jesu waren verzweifelt. „Müssen wir uns an den Terror gewöhnen?“, fragen sie. Ja, das mussten sie. Es brach kein Friedensreich auf dieser Erde an. Über die Jahrhunderte bis in unsere Tage werden Menschen niedergemetzelt von Verblendeten, Egoisten, Größenwahnsinnigen und Ignoranten. In Kriegen, Anschlägen und imperialen Strukturen. Oft schauen wir weg, verstecken uns oder wollen das Elend nicht wahrhaben. Den Jüngern ging das damals ebenso, nur wenige haben den Schmerz getragen und sind am Kreuz geblieben.

Doch trotz allen Schmerzes, aller Trauer, aller Unsicherheit und aller Angst sind sie nicht verzagt, denn sie haben erfahren, dass das Leben stärker ist als der Tod, dass Ideale nicht durch Gewalt vernichtet werden können und die Idee einer friedlichen und gerechten Welt trotzig aus jedem Trümmerhaufen mit neuer Kraft hervorbricht.

Diese österliche Lebenskraft wünsche ich Ihnen gerade angesichts des Schmerzes dieser Welt

 

Ihr Th.-M. Robscheit
Karfreitag 2016

 

Der Beitrag erschien am Karsamstag 2016 in der Thüringer Allgemeinen, Ausgabe Weimarer Land

Karwoche und Ostern – Gottesdienste

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Karwoche und Ostern – Gottesdienste
Gründonnerstag, 24.03.

19:00 Tischabendmahlsfeier; Martinskirche; Sie sind herzlich eingeladen, zu diesem Gottesdienst Speisen mitzubringen, die Sie mit anderen gerne teilen möchten

Karfreitag, 25.03.

15:00 Kantatengottesdienst zur Sterbestunde, Lutherkirche; Es kommt der Choral »O Haupt voll Blut und Wunden« von Max Reger zur Aufführung

Ostersonntag, 27.03.

06:00 Osternacht Wormstedt

09:30 Kapellendorf (Kirche) mit Osterspiel & Hlg. Abendmahl im Anschluss gemeinsames Osterfrühstück im Pfarrhaus & Ostereiersuchen. Sie sind herzlich eingeladen, zu diesem Gottesdienst Speisen mitzubringen, die Sie mit anderen gerne teilen möchten.

Ostermontag, 28.03.

09:00 Kleinromstedt

10:00 Herressen mit Hlg. Abendmahl

Kirchenputz 2016

Kirchenputz 2016

Wie heute in Kapellendorf werden in diesen Tagen überall im Kirchspiel die Kirchen für das bevorstehende Osterfest vorbereitet. Vielen Dank an die fleißigen Helferinnen und Helfer!

In Kapellendorf sind seit Weihnachten keine Gottesdienste in der Kirche gefeiert worden. Während der kalten Jahreszeit wird dafür der Gemeinderaum mit seinem besonderen Altar genutzt.

Am Ostersonntag, 09:30 wird dann der nächste Gottesdienst hier in der Kirche gefeiert werden. Dieser besondere Ostergottesdienst richtet sich vor allem an Familien. In ihm wird es ein Osterspiel geben und der Kapellendorfer Kinderchor wird auftreten.

Übersicht der Gottesdienste im Pfarramt Apolda: Ostergottesdienste

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Kirchenputz
TA: 21.03. 2016, S. 21

Silverster + Neujahr: Gottesdienste zum Jahreswechsel 2015

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Silverster + Neujahr

Zu Silverster sind Sie abends 18:00 herzlich  nach Großromstedt zum Gottesdienst eingeladen. Die Kirche wird nur mit Kerzen beleuchtet sein, der Kronleuchter im Altarraum wird nur in diesem Gottesdienst angezündet.

Das Jahr 2016 können Sie mit dem Gottesdienst am 1. Januar 10:00 in Herressen begrüßen.

In diesen beiden Gottesdienst besteht für Sie die Möglichkeit, eine Kerze zu entzünden und auf den Altar zu stellen. Mit diesem stummen Gebet kann alles vor Gott gebracht werden, was Sie zum Jahreswechsel an Schönem oder Schweren bewegt. Aus den Kerzen des Silverster & Neujahrsgottesdienstes wird in der Passionszeit die  Osterkerze für 2016 gegossen werden. In dieser Kerze wird dann alles, was Sie bewegt immeraufs neue symbolisch vor Gott getragen werden.

Karsamstag

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Wissen Sie, liebe Leserinnen und Leser,
der heutige Samstag spiegelt Ihnen Ihr Leben: Alles, was in der Karwoche hinter uns liegt, haben die allermeisten auch schon selber erlebt: Das nicht nur vom Fußball bekannte: „Hosianna, der Messias ist da!“ Und dann das Brüllen der selbe Meute: „Kreuzige ihn!“, wenn Erwartungen und eigene Projektionen nicht erfüllt werden. Wir haben große Feste erlebt, mussten mit Enttäuschung, vollmundigen Versprechen und mit Verrat in unserem Leben schon zurecht kommen. Und wir haben alle schon traurig an Gräbern gestanden. Wir erleben Leid und politisches Taktieren, wo es nur vordergründig um Recht und Gerechtigkeit geht, sondern in erster Linie um Macht, Einfluss und Geld. So sieht unser Leben aus, am Karsamstag.
Was machen Sie heute? Ein schöner freier Tag um das Liegengebliebene zu erledigen, als Vorbereitung auf die nächste Woche mit Verrat, Enttäuschung, Machtspielchen und Tod, auf die nächste Karwoche Ihres Lebens? Oder fällt dieser eine Samstag aus dem Rahmen? Geben Sie ihm Raum für Fragen und Unsicherheiten: „Ist die vergangene, immer wiederkehrende Woche alles in meinem Leben? Oder erwarte ich mehr, erwarte etwas, das den Alltagstrott sprengt?“ Erwarten Sie Ostern!

Ihr Th.-M. Robscheit

April 2014

Die gelbe Kinderbibel

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Ich bin mir ganz sicher gewesen, dass ich die Kinderbibel meines Sohnes mit in mein Arbeitszimmer genommen hatte. Sie war auch tatsächlich nicht mehr im Bücherschrank. Aber im Arbeitszimmer lag sie nicht! Ein großes gelbes Buch! Das muss man doch sehen. Ich habe überall in den Regalen nachgeschaut; jeden Ablagestapel durchgesehen. Die Kinderbibel ist nicht da. Also bin ich wieder ins Kinderzimmer. Im Regal lag sie (natürlich) immer noch nicht. Ob mein Sohn sie als Zaun für einen Spielzeugzoo irgendwo verbaut hat? Oder als Stadtmauer für die Gummiritter? Nein, scheinbar nicht, auf dem Fußboden war auch kein gelbes Buch zu sehen. Also wieder ins Arbeitszimmer! Noch mal alles durchgesehen; keine Spur von der Bibel! So ein großes gelbes Buch ist doch auffällig! Das gibt’s doch gar nicht!

Wahrscheinlich, liebe Leserinnen und Leser, ist Ihnen das auch schon so gegangen. Plötzlich ist etwas verschwunden, von dem man doch ganz sicher zu wissen glaubt, wo man es hingelegt hat: ein Schlüssel vielleicht, der sich plötzlich in Luft aufgelöst hat, das Portmonee oder die Fahrzeugpapiere. Nicht zu sehen. Wir fangen dann fieberhaft an nachzudenken: „Wo habe ich das zuletzt benutzt?“, oder: „Wann habe ich es zuletzt gesehen?“ Wenn alles nicht hilft: „Wer hat das nur wieder weggeräumt? Dass aber nichts an seinem Platz sein kann!“ Wir können uns richtig über unsere Kinder, Frauen oder Männer, Geschwister oder wer sonst noch zur Hand ist aufregen!
Die gelbe Kinderbibel. Wo kann die nur stecken? Ausgerechnet jetzt, wo ich nun genau dieses Buch brauche, hat es jemand versaubeutelt! Gestohlen womöglich!
Ich rege mich da schon bei einer Kinderbibel so auf, man kann sich kaum vorstellen, wie es den Frauen am Ostermorgen ging, als sie Jesus nicht mehr fanden. Weg! Grab leer! Die Frauen waren verzweifelt, wütend und schockiert: wer hat den Leichnam gestohlen?
Ja, aber dann war alles ganz anders: plötzlich treffen sie den auferstandenen Herrn! Allerdings: Maria Magdalena hält Jesus für den Gärtner, die beiden Jünger auf dem Weg nach Emmaus erkennen Jesus ebenfalls nicht. Wieso nicht? Haben die keine Augen im Kopf?
Apropos Augen im Kopf: die Kinderbibel. Am nächsten Tag lag sie mitten auf dem Arbeitszimmertisch: groß und leuchtend gelb. Sie hatte auch am Tag vorher dort gelegen, nur wahrgenommen hatte ich sie nicht. Warum bloß nicht? Vielleicht weil ich alles mögliche erwartet hatte, aber nicht, dass sie ganz offen mitten auf einem leeren Tisch liegt.

Maria Magdalena hat nicht erwartet, dass Jesus tatsächlich aufersteht, die Jünger ebenso wenig. So wie sich die Freunde Jesu schwer damit getan haben, etwas zu akzeptieren, das jenseits ihres Erfahrungshorizontes liegt, so schwer tun auch wir uns heute damit. Es ist uns Menschen eigen, dass wir in unseren eigenen Erfahrungen verhaftet bleiben: das was wir kennen, erwarten wir. Und was wir erwarten, das sehen wir auch, das bestätigt unsere Erfahrungen. Ein Kreislauf. So kommen wir in der Welt zurecht: die Erfahrungen und Vorurteile werden bestätigt. Wir sind oft blind sind für das nahe Liegende, bloß weil wir es uns nicht vorstellen können. Die Welt ist mehr als unser grauer alltäglicher Trott! Nicht Vergeblichkeit und Tod sind die letzte Wirklichkeit, sondern das farbige, unglaubliche Leben in seiner Fülle! Das ist die Osterbotschaft! Und daran erinnert uns Gott hin und wieder, auch mit einer gelben Kinderbibel, die mitten auf dem Tisch liegt und die wir in unserer geistigen Enge nicht sehen.
Ich wünsche Ihnen gesegnete Ostern und staunende offene Augen!
Ihr Pfarrer Th.-M. Robscheit, Kapellendorf

April 2007