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Schulanfang 2016

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Schulanfang 2016

Mit dem sehr gut besuchten „Zu Gast in…“ – Gottesdienst wurde der Schulanfang 2016 des Kirchspiels in Oberndorf gefeiert. Die Oberndorfer hatten ihre Kirche liebevoll geschmückt, auch ein Zuckertütenbaum, der am Ende geplündert wurde, zierte den Raum.
In der Predigt wurde auf den neuen Lebensabschnitt der Schulkinder und das damit vielleicht verbundene mulmige Gefühl eingegangen. Pfr. Robscheit hatte sich eine kleine Geschichte ausgedacht und mit einer Handpuppe erzählt:

Als die Menschen das Paradies verließen und das Tor offen stand, haben sich auch die Tiere auf den Weg gemacht. Nur ein kleiner Hund, eine Katze, ein Spatz und eine Kröte blieben. Gott ermutigte die vier, in die Welt aufzubrechen. Aber ihnen war mulmig. Wer weiß, was da alles sein wird!
Doch der kleine Hund besann sich seiner Zähne und stürmte bellend davon, die Katze wollte dem nicht nachstehen und dachte bei sich: Ich habe auch Zähne, und Krallen und kann klettern! Und sie verschwand in der Dämmerung. Der Spatz und die Kröte blieben ängstlich und versteckten sich in Mauerritzen. Doch in der Morgendämmerung hatte der Spatz so ein Ziehen in seinen Flügel und kurz darauf war er über die Mauer verschwunden.
Die Kröte blieb. Am Abend frage Gott: Was ist mit Dir? Willst Du nicht auch die Welt erkunden? Die Kröte: Ich habe keine Zähne, keine Krallen, bin nicht schnell, kann nicht klettern und nicht fliegen, das ist mir alles zu unsicher, ich will in meiner Schutzhöhle bleiben.
Nun gut, dacht sich Gott, dann sollst Du eben Deine Höhle mit Dir herumtragen. Und so brach auch die Kröte auf in die Welt, als Schildkröte.

So wie die Vier brechen auch Schulkinder auf, um eine neue Welt zu erkunden. Aber sie haben keinen Panzer, können nicht fliegen und mit Beißen oder Kratzen ist es auch nicht weit her. Gott schenkt ihnen etwas anders: seinen Segen: kein Schutzschild, keine Waffe, sondern eine Kraft, die Gutes bewirken kann: So wie Abram in die Welt geschickt wurde, so werden auch die Kinder losgeschickt: Geh in das Land, das ich Dir zeigen werde. Ich will Dich segnen und Du sollst ein Segen sein.

Alle Kinder waren nach der Predigt zum Altar gekommen und jedem wurde einzeln dieser Segen Gottes zugesprochen.
Und nach dem Gottesdienst in dem viel und fröhlich gesungen wurde, wartenen bereits Kaffee und Kuchen auf dem Winterhof, direkt der Kirche gegenüber.

Noch mehr Bilder gibt es auf der Oberndorf-Seite von Wolfgang Winter!

 

 

 

3. Tagung der II. Landessynode der EKM

3. Tagung der II. Landessynode der EKM

Vom 7.-9. April findet im  Kloster Drübeck die 3. Tagung der II. Landessynode der EKM statt. Neben dem Bericht der Bischöfin Junkermann wird sich die Synode mit der Rolle der evangelischen Schulen beschäftigen. Ein weiterer Schwerpunkt wird die die Haltung Martin Luthers zu den Juden sein. Alle Unterlagen sind auf der Seite der EKM nachzulesen: Syondenunterlagen Außerdem können Sie wichtige Referate per live-Stream verfolgen, diskutieren und in den sozialen Medien verfolgen.

Dieser Artikel wird in den nächsten Tagen vervollständigt werden (es gibt also nur einen Artikel zur Synodaltagung).

 

Bischofsbericht

3. Tagung der II. Landessynode der EKMNach den Formalien steht am Anfang einer Synodaltagung traditionell der Bericht der Bischöfin und die Aussprache dazu. Besonders hervorgehoben bzw. nachgefragt wurde die Aussage: „Aus diesem Grund sind Mehrheitsabstimmungen in der Kirche als Nachfolgegemeinschaft Christi nicht angemessen und angebracht und immer zu hinterfragen. Vielmehr soll Einmütigkeit gesucht werden.“ In ihrer Antwort auf die Nachfrage machte die Bischöfin deutlich, dass knappe Entscheidungen für die Einheit der Kirche schädlich sind. Es müssen keine 100% Abstimmungen sein, aber es ist wichtig, dass auf alle gehört wird und alle mitgenommen werden.

In diesem Sinne ist es für einen GKR, einen KKR, eine Kreissynode und natürlich auch für die Landeskirche ein schlechtes Zeichen, wenn nicht nur ausnahmsweise Beschlüsse mit Kampfabstimmungen herbei geführt werden.

Das Thema Bedrängnisse und Optimierungsdruck spielte in der Aussprache häufiger eine Rolle. Im Bericht hatte Frau Junkermann dieses Thema in Zusammenhang mit dem Streben des Menschen nach Unsterblichkeit gebracht. Das Fehlen eines Glaubens an Unendlichkeit zwingt den Menschen geradezu, möglichst schnell zu sein, weil dann mehr Zeit „genutzt“ wird.

Auch das Thema Visitation spielte nicht nur im Bericht eine Rolle, sondern wurde von mehreren Beiträgen aufgegriffen. Erstaunlich (erschreckend) ist die Tatsache, dass in der ganzen EKM jährlich nichtmal ein Halbesdutzend Visitationen durchgeführt werden. In einer Antwort machte Bischöfin Junkermann deutlich, dass Visitation zum Kern des Superintendentenamtes gehört.

„Evangelische Schulen in der EKM – Bericht zu aktuellen Entwicklungen und Perspektiven“

Sehr ausführlich wird die Situation der Schulen in christlicher Trägerschaft gesprochen. Ein schriftlicher Bericht liegt auch hier vor: Evangelische Schulen in der EKM. In einer umfangreichen Ausstellung präsentierten sich alle Schulen der EKM; etliche Vertreter (-innen) der Schulen standen für Fragen zur Verfügung, ebenso die Vorsitzenden der Stiftungen Eberl und Bartsch. Neben der Darstellung der Schulen geht es auch um Geld. Nach wie vor werden Schüler an privaten Schulen durch den Freistaat schlechter finanziert, als Schüler an staatlichen Schulen. Deswegen muß u.a. Schulgeld gezahlt werden. Allerdings werden, so Herr Ziller aus dem Ausbildungsdezernat, jährlich 600.000,- € Schulgeld für Familien, die sich das nicht leisten können, übernommen.

Kollektenplan

Seit einigen Jahren wird der Kollektenplan für das folgende Jahr bereits in der Frühjahrssynode beraten und beschlossen. Er ist dann Bestandteil des Haushaltsplanes, der in der Herbstsynode beschlossen werden wird. Es wurden für 63 Kollekten über 80 Anträge abgegeben. Es wird wieder 12 Kollekten für die jeweiligen Ortskirche und sechs Kollekten für den Kirchenkreis geben. Auch ist vorgesehen, dass die Kollekte am 29. 01. 2017 für den Kirchenkreis Apolda-Buttstädt für die Landesgartenschau gesammelt wird. Heute (Donnerstag) wurde der Plan eingebracht, es fand eine kurze Diskussion statt, dann wurde er zur Beratung in den Ausschuß für ökumenische, gesamtkirchliche und Öffentlichkeitsfragen verwiesen. Am Samstag wird er dann beschlossen.

Nachtrag: Der Kollektenplan wurde unverändert übernommen, für die LGS in Apolda wird also am 29. Jauar gesammelt werden.

 

Luther und die Juden

Die Synode hat sich mit der problematischen Sicht Luthers auf die Juden befaßt. In einem umfangreichen Referat wurden die Synodalen in das Thema eingeführt. Dies dient als Grundlage für einen fundiertes Wort der Landessynode zur Herbstsitzung. Vorgestellt wurde auch die sehr informative Ausstellung „Ertragen können wir sie nicht – Martin Luther und die Juden“, die 2017 in unserer Landeskirche unterwegs sein wird.

 

 

 

Saat

Was meinen Sie, liebe Leserinnen und Leser, wo ich gerade sitze um diesen Artikel zu schreiben? „Am Schreibtisch!“, werden manche denken. „Bestimmt nicht auf dem Balkon, es schneit ja schon wieder!“; „Der hat doch auch schon im Urlaub geschrieben…“, erinnert sich vielleicht manch einer. Aber leider nein. Ich bin nicht im Urlaub, auch nicht auf dem Balkon, nicht im Arbeitszimmer, sondern sitze in der Schule. Religionsunterricht. Mit der zehnten Klasse habe ich gerade Jesus und Johannes den Täufer behandelt. Was war beiden gleich, wo waren die Unterschiede, ihre Kombinationsgabe und Allgemeinwissen mussten die Jugendlichen anstrengen (und sie waren erfolgreich!) um den Geburtstag Johannes des Täufer herauszufinden. Hilfe dazu ein Bibelvers: „Du musst zunehmen, ich aber muss abnehmen.“
Ich gehen gerne zur Schule (sofern morgens aufstehen und zur Arbeit fahren überhaupt Spaß machen kann), aber manchmal frage ich mich auch, was bringt das den Jugendlichen, über Johannes Bescheid zu wissen? Wofür ist es gut, das Kinder das Gleichnis vom verlorenen Schaf oder dem Sämann mit der vierfachen Saat kennen lernen? Warum sollen sie sich mit christlichen Anthropologie beschäftigen? Wenn wir in der nächsten Woche eine LK schreiben, werden wieder manche magelhaft sein, einige ausreichend (was aus meiner Sicht keinesfalls ausreichend ist) und natürlich auch manche gut. Aber was wissen die Jugendlichen auch noch in einem Jahr? Oder werden letztlich nur Perlen vor die Säue geworfen, wie das die Bibel nennt?
Unterrichten kann manchmal auch sehr frustrierend sein! Besonders, wenn die eigenen Bildungsideale mit denen der Schüler gar nicht übereinstimmen. Doch dann hilft mir ein Satz, den mir eine alte Katechetin vor vielen Jahren gesagt hat: „Irgendwas bleibt hängen, irgendwann geht die Saat auf, Du säst bloß!“ Das Gleichnis vom Säman, das schon Jesus erzählt hat: Der Bauer, der seinen Samen auf das Land wirft, etliches vergeht aus unterschiedlichsten Gründen, aber manches geht viel später auf, wächst und gedeiht.
Nun ist die Freistunde vorbei, ich gehe wieder wohlgemut in die nächste Klasse: Anthropologie, keine einfache Kost. Aber wer weiß, vielleicht werden die Kinder in vielen Jahren mit Pflegefällen, einer ungewollten Schwangerschaft oder einer Behinderung konfrontiert werden und müssen Entscheidungen treffen. Meine Hoffnung ist, dass dann in ihrem Herzen eine kräftige Pflanze gewachsen ist, die ihnen Halt und Orientierung gibt, gewachsen aus einem winzigen Samenkorn, das einmal ein gut-meinender Mensch ausgestreut hat.

Ihr Th.-M. Robscheit aus Kapellendorf