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Orgelkonzert für Kinder

Ein Orgelkonzert (nicht nur) für Kinder fand am am  Freitag, 27. Oktober 2017 um 10.00 Uhr in der Lutherkirche statt. Eigentlich sollten die Kinder auf der Orgelempore Mike Nych beim Orgeln zusehen. Doch für dieses Konzert haben sich 500 Kinder angemeldet, viel zu viele für die Orgelempore!

So wurde das Spielen auf eine Leinwand im Altarraum übertragen; so konnte man sehr gut sehen; hören kann man die Orgel überall gut! Vikarin Bärwald hat sehr mitreißend das Leben Martin Luthers den zum Teil noch recht kleinen Kindern nahe gebracht, Mike Nych konnte das Fühlen Luthers und seiner Zeitgenossen musikalisch hervorragend umsetzen, zum Teil lautmalerisch: beeindruckend das Gewitter bei Stotternheim. So war es auch nicht verwunderlich, dass die Kinder immer wieder zwischendurch angefangen haben laut zu klatschen!

Orgelkonzert für Kinder

 

Thüringentag Apolda

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Thüringentag Apolda

2017-06-11 Thüringentag

Vom 9. -11. Juni war in Apolda der Thüringentag. Es waren etwas über 100.000 Besucher (bei etwa 20.000 Einwohnern); da kann man sich vorstellen, was in der Stadt los war. Die Innenstadt war von Donnerstag früh bis Monatg Abend für den Verkehr weitgehend gesperrt.

Am Freitag Nachmittag fand der Eröffnungsgottesdienst für den Thüringentag Apolda in der Lutherkirche statt. Zu den Mitwirkenden gehörten die Bischöfin der EKM Ilse Junkermann, der Bischof des Bistums Erfurt Ulrich Neymeyr, Superintendentin Bärbel Hertel, Gemeindediakon Daniel Pomm. Nicht zu sehen, aber dafür gut & schön anzuhören waren unser Chor und der Posaunenchor unter Leitung von Mike Nych.

Rund um die Lutherkirche war das „Kirchendorf“, ähnlich wie der berühmte „Markt der Möglichkeiten“ bei einem Kirchentag. Es lief alles bestens, die Leute hatten gute Laune und bei uns war immer genügend Betrieb. Das Kirchendorf mit seinen Ständen aus dem diakonischen und kirchlichem Bereich, mit sozial engagierten Vereinen und dem Glockengießer war maßgeblich durch den Beauftragten der EKM für solche Großprojekte, René Thumser, organisiert worden. Die Kirchengemeinde und der Förderverein Lutherkirche waren hauptsächlich verantwortlich für die Führungen in der Lutherkirche, die Turmbesteigung und vor allem Kaffee & Kuchen. Ausgeschenkt wurde fair gehandelter Kaffee. Am „Kuchenbuffet“ haben sich zahlreiche Kirchengemeinden aus unserem Kirchenkreis beteiligt. Allen Helfern gilt dieser Dank:

Liebe Helferinnen und Helfer im Kirchencafe, liebe Backfrauen und Backherren,
 inzwischen ist der Thüringen Tag 2017 in Apolda Geschichte.
Das Wetter hat bis auf den Freitagabend wunderbar mitgespielt. Die Einrichtung “ Kirchencafe“ war ein voller Erfolg und wurde sehr gut angenommen. Insgesamt wurden rund 1700 Tassen Kaffee ausgeschenkt und circa 900 vorbereitete Kuchentabletts ausgegeben. Nicht alle wurden gegen eine Spende an Besucher abgegeben , sondern auch unentgeltlich an Helfer verteilt, die im Kirchendorf die Stände betreut haben. Auch das Sicherheitspersonal des Ministerpräsidenten und anwesenden Polizisten haben sich über Kuchen- und Kaffeespenden gefreut. 
Insgesamt sind fast 200 Kuchen aus den verschiedenen Gemeinden zusammen gekommen. Auch einige Bäckereien aus dem Umkreis von Apolda haben sich mit einer Kuchenspende beteiligt. 
Trotz der überwältigenden Zahl an Kuchen waren wir am Sonntagnachmittag nahezu „aufgegessen“. 
Lediglich 10 1/2 Rührkuchen waren übrig geblieben. Diese haben wir an das Carolinenheim gegeben, damit auch die dortigen Bewohner noch vom Thüringen Tag profitieren können.
 Durch ihre Hilfedienste beziehungsweise das Backen der ganzen Kuchen haben Sie erheblich zu diesem Erfolg beigetragen.
Dafür möchte ich mich ganz herzlich bei Ihnen allen bedanken. Bitte geben Sie meinen Dank auch an die anderen fleißigen Helfer aus den Gemeinden weiter, die uns tatkräftig mit Kuchen versorgt haben.
 Viele liebe Grüße, Britta Rehder-Geßner
Höhepunkt war der Umzug am Sonntag. Neben den Bläsern, der Kirchengemeinde Apolda, der Evangelischen Grundschule und dem Diakoniewerk Apolda war auch die Kirchgemeinde Oberndorf vertreten. Wolfgang Winter hat einen Wagen mit dem Model der Oberndorfer Kirche und einer Nachbildung der 500-jährigen Oberndorfer Glocke „Anna hilf!“ geschmückt. Über dem Ensemble schwebt der Engel. Dieser wagen word auch am 17 Juni 2017 in Oberndorf zu bewundern sein, wenn wir ab 14:00 das 500-jährige Glockenjubiläum feiern werden.
Das Video beginnt dort, wo unsere wagen ins Bild kommen.

Prüfungsgottesdienst Vikar Neubert

Prüfungsgottesdienst Vikar Neubert

Am 28. August 2016 hat unser Vikar C. Neubert in der Herressener Kirche seinen Prüfungsgottesdienst gehalten. Aus fast allen Dörfern des Kirchspiels Kapellendorf und aus Apolda waren Interessierte gekommen, so dass fast ale Plätze besetzt waren. Abgenommen wurde die Prüfung durch die Superintendentin Hertel, Pastorin Dr.  Böhm und Frau Gröger, Mitglied des Kreiskirchenrates. Nach dem Gottesdienst hat die Prüfungskommissionen mit Vikar Neubert ein Auswertungsgespräch geführt und schließlich den Gottesdienst samt Predigt mit 2 benotet. Doch so eine dürre Zahl vermag kaum zu beschreiben, wie das „feeling“ in der Kirche war. Conrad Neubert trat sicher und überzeugend auf, der Gottesdienst mit seiner ausführlichen Liturgie war Dank des guten Zusammenspiels zwischen Herrn Neubert und Herrn Lindenborn an der Orgel gleichermaßen abwechslungsreich und in einem guten Sinn konservativ.

Das Thema der Predigt durchzog alle Teile des Gottesdienstes: am Anfang für den Besucher natürlich noch nicht sofort erkennbar, wurde es schließlich eine thematisch runde Sache. Höhepunkt war zweifelsohne die Predigt selber. Sie begann mit der Frage an die Gemeinde, was ihnen zu Theodor von und zu Guttenberg einfällt. Vielleicht hätten mit etwas mehr Erfahrung ein paarmehr Antworten herausgekitzelt werden können, aber auch mit wenigen Einwürfen aus der Gemeinde wurde schnell deutlich, dass zu diesem Mann verschiedene, teils widersprüchliche Informationen bekannt sind. C. Neubert machte anschaulich, dass neben den bewußt lancierten Bildern auch Informationen an die Öffentlichkeit gelangten, die der Freiherr dort lieber nicht gesehen hätte. „Nachrichtenpanne“, nannte Neubert das: „Ähnliches passierte Jesus auch, als er ausdrücklich verbot, von einer wunderbaren Heilung zu berichten.“ Jesus also auch mit Nachrichtenpannen? Botschaften, die nicht für alle bestimmt waren, kommen doch in die Öffentlichkeit?
In der vollen Kirche war die leise hüstelnde Stille der Besuchern auf nicht sehr bequemen Kirchenbänken. Neubert erzählte kurz die Geschichte eines Nachbarn, der vor Jahren einen schweren Motorradunfall  hatte, berichtete, wie alles auf Messersschneide stand, wie die bosorgten Eltern täglich ins Krankenhaus fuhren. Und von jenem einen Morgen, als sie genau auf dem Unfallhügel in einen goldenen Sonnenaufgag fuhren und das Versprechen Gottes ihnen beiden in dieser Sonne über dem noch finsteren Tal wie einer der Sonnenstrahlen ins Herz drang: „Euer Kind wird leben!“ – kein Hüsteln mehr in der Kirche, keine knarzende Bank, das großartige dieses einen besonderen Sonnenaufgangs hatte alle ergriffen. Neubert: „Das war eine Botschaft nur für die Eltern, aber Gott sendet uns allen ganz persönliche Botschaften. Doch auch die ursprünglich gar nicht für uns gedachten Botschaften Gottes, die wir in der Bibel finden, sind für uns wichtig, denn sie geben Orientierung.“

Während der Orgelmusik nach der Predigt sollte jeder seine Gedanken schweifen lassen. Wahrscheinlich sind den Meisten Situationen eingefallen, in denen sie Gottes Botschaft für sich gespürt hatten, ähnlich wie es den Eltern gegangen war.

Zu Gast in Kapellendorf 2016

Zu Gast in Kapellendorf 2016

Am 8. Mai waren Sie eingeladen zu Gast in Kapellendorf 2016 zu sein. Der Gottesdienst war ähnlich wie der Ostergottesdienst und der Gottesdienst „Zu Gast in Kleinromstedt“ weniger traditionell als die normalen lutherischen Gottesdienste. Zwar tauchten alle wichtigen liturgischen Elemente auf, auf unverstänliche Sprache oder festgefahrene floskelhafte Formulierungen war aber verzichtet worden, stattdessen gab es Theater und viel Musik.

Zusätzlich belebt wurde der Gottesdienst allerdings auch durch die vielen Mitwirkenden. Das Thema des Gottesdienstes war passend zum Muttertag „Gott spricht: ich will Dich trösten, wie einen seine Mutter tröstet.“ Zu Gast in Kapellendorf 2016-05-08 (004)In einem kleinen Anspiel wurde den Besuchern deutlich, wie wichtig die Mutter auch für erwachsene Kinder ist/sein kann/sein sollte. Besonders emotional war das Stück deswegen, weil Melanie und Celina auch im „richtigen Leben“ Mutter & Tochter sind.

Zu Gast in Kapellendorf 2016-05-08 (007)Der Kapellendorfer Kinderchor ist aufgetreten. Wenn man bedenkt, dass die Kinder alle noch nicht zur Schule gehen, ist erstaunlich, wie textsicher sie ihre Lieder ohne Scheu vorgetragen haben.

In seiner Predigt ging Vikar Neubert der Frage nach, was denn das Verhältnis von Kindern und Eltern einerseits und uns als Menschen-kinder und Gott als Vater bzw Mutter andererseits ausmacht.Zu Gast in Kapellendorf 2016-05-08 (008) Sollte jemand nicht ganz bei der Sache gewesen sein (z.B. weil das eigene Kind gerade Aufmerksamkeit beanspruchte) war doch höchste Konzentration, als der Vikar darauf zu sprechen kam, dass es für Kinder immer peinlich sei, wenn die Eltern über ihr Liebesleben berichten bzw. nur ankündigen, davon erzählen zu wollen. Diesen kurzen Einwurf nutzte er geschickt um auf die wichtigen Fragen unseres Lebens zu kommen: Wo komme ich her? Bin ich gewollt? Bin ich so, wie ich gewollt bin?

Musikalischer Höhepunkt des Nachmittages waren zweifelsfrei die Auftritte des Kapellendorfer Kirchenchores in der inzwischen schon gewohnten sehr hohen Qualität. Kreiskantor Nych hat mit den Sängerinnen und Sängern Stücke von traditionell bis locker und modern (aber keineswegs trivial!) einstudiert und die Besucher mitgerissen.Zu Gast in Kapellendorf 2016-05-08 (002)

 

Im Gottesdienst wurde auch Abendmahl gefeiert. Pfr. Robscheit erinnerte daran, dass seit Ostern sind auch Kinder dazu eingeladen sind. Nach dem Gottesdienst in der Kirche waren die Mitwirkenden und Gäste zu Kaffee und Kuchen in das Pfarrhaus und auf die Sommerwiese davor eingeladen. Ein herzliches Dankeschön an alle, die sichtbar oder im Hintergrund geholfen haben, diesen schönen Nachmittag zu organisieren!

Die gute Seele von Apolda

This entry is part 73 of 85 in the series geistliches Wort
Die gute Seele von Apolda

Manchmal, liebe Leserinen & Leser, fällt es unglaublich schwer, sich zu bedanken. Nicht etwa weil das einem peinlich wäre, oder man schlecht die rechten Worte findet, nein. Sondern weil man gar nicht genau weiß, ob einem tatsächlich jemand Gutes getan hat. Mir ging das so: Oft habe ich beim Parken in Apolda die Zeit überschritten: da kam noch dieser Anruf dazwischen, ein Gespräch hat viel länger gedauert als geplant… usw. Doch nie hatte ich deswegen ein Knöllchen. „Da muss doch jemand Dein Auto kennen, Verständnis haben & es gut mit Dir meinen!“, war ich überzeugt. Ihr oder ihm Danken? Wie? Öffentlich? Dann bekommt er womöglich deswegen noch Ärger!
Uns widerfährt Gutes, fast täglich. Wir haben Essen, die Sonne scheint, wir können laufen, singen träumen. Aber oft nehmen wir das gar nicht wahr, es scheint selbstverständlich zu sein. Wir ärgern uns dann sogar, wenn das Gute einmal ausbleibt. Öffnen Sie Ihre Augen und genießen das Gute, das ihnen geschenkt wird, von Gott oder anderen Menschen! Dann kann man die Ärgernisse des Lebens viel gelassener nehmen. So wie ich mein Knöllchen neulich. Gibt es also doch keine gute Seele von Apolda, alles nur Zufall?
Doch, es gibt sie. Ich glaube fest daran, nein, ich weiß es! Es sind sogar ganz viele, nicht nur im Ordnungsamt!

Ihr Th.-M. Robscheit
März 2016

Ohne Identität?

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Ohne Identitästnachweis nach Deutschland einreisen – „Schon wieder Flüchtlinge!“, werden Sie, liebe Leserinnen & Leser jetzt vielleicht stöhnen. Aber Halt! Es geht um keine Flüchtlinge! Es geht um mich & natürlich auch um Sie!
Die Älteren unter Ihnen werden sich noch erinnern können, mit welchem Unbehagen man vor den wenigen passierbaren Grenzen der DDR gewartet hat: Zig mal überprüft, ob man alles dabei hat, dennoch die Angst, irgendetwas könnte passieren. Vielleicht weil man komisch guckt, oder der Zöllner gerade Ärger mit seinen Kindern hatte, es regnete oder gar die Sonne schien. Kennen Sie das Gefühl noch?
Können Sie sich vorstellen, wie es mir ging: Vor zwei Wochen habe ich in Italien plötzlich festgestellt, dass ich keine Papiere dabei hatte. Und ich wußte, dass in Bayern bei der Einreise kontrolliert werden würde. Ohne Identitätsnachweis an der Grenze! Wer bin ich? Bin ich in den Augen der Behörde überhaupt da?
Wieviel entspannter ist es da doch Gott gegenüber! Da brauchen wir keinen Ausweis, kein Zeugnis, da reicht es Mensch zu sein, es gilt Gottes Zusage: „Ich habe Dich bei Deinem Namen gerufen, Du bist mein!“ Vor Gott können wir unsere Identität nicht verlieren & wir brauchen sie nicht zu beweisen.
„Und an der Grenze, was war da?“, werden Sie vielleicht fragen. Zunächst langes Warten im Stau. Ein mulmiges Gefühl, aber keine Angst. Vermischt mit Dankbarkeit, in einem Land leben zu dürfen, in dem Menschlichkeit ein Ideal ist und die Würde des Menschen vor allen Gesetzen kommt. „Irgendwie wird es schon gehen!“, versuche ich mich zu beruhigen. Dann schließlich der Grenzbeamte, frierend auf der halbseitig gesperrten Autobahn. Er schaut ins Auto, blickt mich an und winkt uns durch. Wer ihn wohl bewogen hat, so zu handeln?
Ihr Pfr. Th.-M. Robscheit

Ein Fest mit vielen Tönen

Gemeindefest Kapellendorf
Gemeindefest in Kapellendorf

Gemeindefest in Kapellendorf: Am Samstag, dem 27.6. waren weit über 150 Gäste in Kapellendorf und haben Musik, Spiel, Schauspiel, Speis und Trank genossen.

Ein großes Fest, das nur durch die Zusammenarbeit von Stadt und Land, Gemeinde, evangelischer Schule und der Diakonie möglich wurde. Die Grundschüler steuerten Dekorationen für das Fest bei und sangen zum Auftakt für die Festgemeinde von den Tönen in Gottesmelodie. Außerdem war gleich zu Anfang auch ein Clown in der Kirche zu erleben. Anschließend dirigierte Mike Nych das Kammerorchester Apolda, den Posaunenchor und den Kapellendorfer Kirchenchor zur Kaffeekantate und anderen musikalischen Gaumenfreuden. Die beeindruckenden Solo-Instrumentalisten und Solo-Sänger waren alle lokale Talente: Josephin Heurtel, Jakob Schaller, Karol Geßner und Jürgen Schwarz. Der neue Kinderchor aus Kapellendorf trat zum ersten Mal auf.

Gleichzeitig fand im Gewölbekeller des Pfarrhauses ein Puppenspiel in düster-heimeliger Atmosphäre statt: Die Konfirmanden der 7. Klasse hatten die Bremer Stadtmusikanten neu interpretiert.

Nur durch das zeitgleiche Doppelprogramm war es möglich, dass alle etwas erleben konnten: Kirche und Keller waren zum Bersten voll.

Vielen fleißigen Kuchenbäckerinnen und Stullenschmierern ist es zu verdanken, dass danach alle etwas zu essen vorfanden — neben ausnehmend schön gefalteten Servietten.

Man konnte auch Grußkärtchen an die Welt beschriften, die am Ende an Gasballons in den Himmel entlassen wurden. Die Ballons, die am weitesten fliegen, werden übrigens mit einem Preis ausgezeichnet. Vorher allerdings gab es noch Gelegenheit, ein Hör-Quiz zu gewinnen.

Insgesamt waren sich alle einig: Das Wetter war mittelmäßig — das Fest war großartig!  Conrad Neubert

Gemeindefest Kapellendorf

Beten

This entry is part 61 of 85 in the series geistliches Wort

„Bete!“, so heißt der morgige Sonntag, liebe Leserinnen & Leser! Dieser Sonntagsname ist durchaus als Aufforderung gedacht.
„Bete!“ – der Fuchs am Abend nimmt sich das zu Herzen: „Lieber Gott, ich gehe mit knurrendem Magen zu Bett. Bitte lass doch morgen dem Hasen sich ein Bein brechen!“
Auch der Hase betet: „Lieber Gott, danke, dass ich heute so flink war. Aber bitte, lass doch dem Fuchs heute Nacht die Zähne ausfallen!“
Ist das Beten? Nein, das ist absurd, werden sie antworten. Und was nützte es dem Fuchs, wenn der lahme Hase Opfer eines Greifvogels wird? Doch worum könnten die beiden bitten?
Wie kann man überhaupt: Beten? Womit das ist vergleichbar?
Mit dem Schwimmen! Wie das Schwimmen ist Beten etwas, dass man lernen kann & wie beim Schwimmen ist der Moment, in dem man am Ertrinken ist, dafür nicht geeignet. Wie das Schwimmen hat auch das Beten mit Vertrauen zu tun: Beim Schwimmen vertraut man darauf, dass das Wasser einen tatsächlich trägt. Das hat man zwar als Nichtschwimmer gehört, man sieht auch Menschen schwimmen, aber diese Erfahrung fehlt. Man kann viel über das Schwimmen wissen, aber wie das ist, wenn man sich vom sicheren Boden abstößt, sich fallen lässt und spürt, dass man getragen wird, diesen Moment muss man selbst erleben! Nicht anders ist es beim Gebet! Erst ein paar Trockenübungen, doch irgendwann muss man der Kraft des Gebetes vertrauen und sich fallen lassen.

Ihr Pfr. Th.-M. Robscheit

Advent

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Es blaut die Nacht, die Sternlein blinken,
Schneeflöcklein leis herniedersinken.

Kennen Sie diese Zeilen, liebe Leserinnen & Leser? Ein Adventsgedicht? Ja, richtig.
Advent, was ist das doch für eine schöne Zeit! So beschaulich, viel Kerzenschein, man sitzt ganz ruhig und genießt die ruhigen Nachmittage. Isst Stollen und liest ausgiebig, möglichst am warmen Ofen. Schön, einfach nur schön!
„Schön wär´s!“, werden wohl einige von Ihnen jetzt wehmütig denken. Was nicht alles gerade jetzt noch erledigt werden muss! Und da sind die privaten Vorbereitungen bei manchen noch der geringste Teil! Das Adventsgedicht oben, was bedient das doch für ein albernes Klischee: der friedliche, ruhige Advent. In Wirklichkeit wird doch nochmal richtig aufgedreht!
Kann man sich dagegen wehren? Wo doch von allen Seiten Erwartungen an einem zerren werden? Kann es uns gelingen, nicht nur getrieben zu sein? Es ist doch illusorisch, in den Wochen vor Weihnachten die ganze Zeit entspannt und besinnlich zu sein!
Die ganze Zeit schon, aber jeden Tag 30 Minuten? Wäre das auch unrealistisch? Ganz bewusst den Alltag durchbrechen? Sich Zeit zu nehmen für Schönes, Besinnliches, Nachdenkliches oder auch Provozierendes!
Ich werde es jedenfalls versuchen. Meine Frau bekommt einen Adventskalender, in dem jeden Tag ein Teil eines Krimis versteckt ist. Jeden Tag 30 Minuten gemeinsam Kaffeetrinken und diese Geschichte vorlesen. Kein Telefon, keine Termine! Ob ich das durchhalte? Am 24. abends bin ich schlauer!
Ach, und das Gedicht von der heilen Adventswelt? Geben Sie einfach die erste Zeile in eine Suchmaschine ein, lassen sich den Stollen schmecken und genießen wie großartig man mit Klischees aufräumen kann. – Schon haben Sie Ihren Alltagstrott für ein paar Minuten durchbrochen!
Ihr Pfr. Th.-M. Robscheit

November 2014

schon wieder?!

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„Schon wieder!“, werden die regelmäßigen Leser des geistlichen Wortes vielleicht denken, wenn sie meinen Namen unter dem Artikel lesen. „Schon wieder Robscheit!“, das kann gequält sein wie: „Schon wieder Montag & früh aufstehen!“
„Schon wieder!“, kann aber auch fröhlich, erwartungsvoll sein: „Schon wieder Wochenende, schon wieder Zeit, in der ich etwas unternehmen kann, was mir gut tut!“
Es ist „schon wieder Wochenende!“. Was werden Sie sich Gutes tun? In den Veranstaltungshinweisen dieser Zeitung finden Sie viele Anregungen. Vielleicht stoßen Sie auch auf unser Gemeindefest, denken dann womöglich sogar anstelle von „schon wieder“, „endlich wieder!“ und wir sehen uns am Sonntag im Carolinenheim. Mich würde es freuen!

Übrigens, geht es mir wie allen, die etwas in dieser Zeitung schreiben: Ihr „schon wieder!“ ist hoffentlich freudig und erwartungsvoll und nicht gelangweilt!

Ihr Th.-M. Robscheit

Juni 2014