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Was das wieder kostet!

This entry is part 82 of 84 in the series geistliches Wort
Was das wieder kostet!

Liebe Leserinnen und Leser,

Sie haben diesen Satz auch schon gesagt oder zumindest gehört: „Was das wieder kostet! Muss das denn sein?“ Und oft ist die ehrliche Antwort: „Nein, das muss eigentlich nicht sein.“

Mir ging es so im Urlaub. Wir waren in Frankreich unterwegs, Paris war nicht so weit weg. Soll man da mal hinfahren? 70 km hin, 70 km wieder zurück? Einfach so, um durch die Stadt zu latschen? Von den fälligen Parkgebühren kann ich in Apolda eine Woche lang parken! Und beim Espresso hatte man den Eindruck, man kauft den halben Laden gleich mit. Muss das sein? – nein, muss nicht.

Es gibt unzählige weitere Beispiele, wo Geld einfach so ausgegeben wird, im privaten wie im öffentlichen Bereich: Die Gartenschau! War das nötig? Wohl kaum. Und das kostet nicht nur Geld. Denken Sie an die Zeit der ehren-und hauptamtlichen Mitarbeiter!

Muss das denn sein? – muss es nicht. Aber dieses unnötig ausgegebene Geld, die investierte Zeit ist keineswegs sinnlos vertan oder gar vergeudet! Denn das Leben gewinnt an Qualität. An die Besuche auf der Gartenschau werden sich die meisten noch Jahrzehnte erinnern und einen warmen Nachhall in Ihrer Seele spüren.

Ich kann Ihnen nur Mut machen: Vergeuden Sie hin und wieder Zeit oder Geld, es lohnt sich! Die Stunden mit meiner Frau in Paris werde ich sicherlich bis zu meinem Lebensende nicht vergessen. Das Geld schon.

Ihr Pfr. Th.-M. Robscheit

Erstmals veröffentlich in der Thüringer Allgemeinen, Weimarer Land; 22. 07. 2017

Offene Kirchen

Offene Kirchen

Leider sind die meisten evangelischen Gotteshäuser in unserer Landeskirche meistens verschlossen. Das soll sich zum Reformationsjubiläum 2017 ändern. Die Bischöfin Junkermann strebt möglichst viele offene Kirchen an. Im Oktober war sie deswegen auf „Werbetour“ und hat Kirchen, die bereits jetzt regelmäßig geöffnet sind, besucht.

Am 18. Oktober war Bischöfin Junkermann in Kapellendorf. Ausführlich befragte sie und mitgereiste Presse GKR-Mitglied Erika Frankenhäuser und Bürgermeister Elstermann zu den Erfahrungen (die nicht nur gut waren). „Ich kann nur empfehlen: macht Eure Kirchen auf!“, so Bürgermeister Elstermann.

Die Kirche für Gläubige und Besucher stets geöffnet zu haben, ist für die Kapellendorfer mit einiger Arbeit verbunden, die zu verteilen nicht immer leicht ist. Allerdings wird dieses Gebäude seinem Anspruche, ein Bethaus zu sein, erst richtig gerecht, wenn man es auch außerhalb der eher seltenen Gottesdienste nutzen kann. Hier ist es möglich, Ruhe zu finden, bei einem kurzen oder langen Moment der inneren Einkehr Gott nahe zu sein oder eine Kerze als Gebet zu entzünden, ohne andere erst um Erlaubnis oder Hilfe fragen zu müssen.

In der Glaube und Heimat vom 23. Oktober 2016 wurde kurz über den Besuch der Bischöfin Junkermann berichtet.

offene Kirchen

Sarrazin

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Liebe Leserinnen und Leser!

Nein, ich habe das Buch nicht gelesen – wie übrigens die meisten Menschen nicht-, deswegen schreibe ich auch nicht über Herrn Sarrazin. Fast kommt mir dieser Satz schon merkwürdig vor. Es gibt ja kaum noch eine Zeitung, in der sich nicht mindestens ein Kommentar mit dem „Fall Sarrazin“ beschäftigt. Der Normalbürger staunt nur über die Wellen der Aufmerksamkeit. Da bemühen sich alle um politische Korrektness Besorgten Ihre Empörung zu äußern, auf der anderen Seite wird unter vorgehaltener Hand meistens kommuniziert, dass ja doch was dran ist an Sarrazins Thesen. Und um das alles zu klären, gibt es fast jeden Abend eine Talkshow mit Herrn Sarrazin.

Fällt Ihnen etwas auf? Obwohl ich nicht darüber schreiben will, taucht der Name Sarrazin bisher schon fünf mal in diesem Text auf! Was passiert da eigentlich?
Wir leben in einer Medienwelt und ohne es zu merken, werden wir in den Strudel aus Meldungen und Dementis hereingezogen. So etwas wie Objektivität hat es vielleicht noch nie gegeben, jetzt wird aber ganz systematisch die öffentliche Meinung beeinflußt.
Eine Diskussion ist angestoßen worden, gleichzeitig soll aber auch ein Buch verkauft werden. Wir verdrängen oft, dass auch schlechte Presse und laute Empörung in der Öffentlichkeit gehört werden und Auswirkungen haben. Ohne die vielen Interviews und das lautstarke Aufregen, würden nur ein Bruchteil der Bücher verkauft werden.

Ich erinnere mich noch sehr gut an eine Diskussion mit unserer Tochter, als die erste „Körperweltenausstellung“ in Deutschland stattfand. Ich habe diese Ausstellung abgelehnt, weil ich den Umgang mit den Leichen für nicht menschenwürdig halte. Diese Ablehnung brachte mir den Vorwurf ein, man müsse sich doch wenigstens die Ausstellung ansehen, um sich ein Urteil erlauben zu können. Meine Erwiderung damals: „Wenn ich mir die Ausstellung überhaupt ansehe und Eintritt bezahle, dann unterstütze ich das doch schon. Die Rechnung der Macher geht dann doch auf, denn sie verdienen ihr Geld!“ Ganz ähnlich verhält sich das mit so vielen Dingen, die in der Öffentlichkeit großen Wirbel verursachen. Wie können wir damit umgehen? Alles totschweigen oder ignorieren? Sie werden mir recht geben, auch das kann keine Lösung sein.

Oder erinnern Sie sich an Frau Hermann, die mit ihren Thesen zur Rolle der Frau für Wirbel gesorgt hatte? Ihr war gedankliche Nähe zum Nationalsozialismus vorgeworfen worden und es fand jene berühmte Sendung bei J.-B. Kerner statt, die mit Ihrem „Rauswurf“ endete. Das alles war eine absolut unqualifizierte Diskussionsrunde, besonders Frau Schreinemakers fiel durch besonders empörtes Verhalten und wenig Sachverstand auf. Erinnern Sie sich? Das interessanteste an der Runde war aber gar nicht die Diskussion. Die Sendung wurde aufgezeichnet und erst einige Stunden später ausgestrahlt. Bereits 20:00 kam die Meldung, dass es bei Kerner zu einem Eklat gekommen sei und Frau Hermann aus der Sendung geworfen worden ist. Die Folge: besonders hohe Einschaltquoten.

Drei Beispiele, liebe Leserinnen und Leser, die zeigen, wie sehr wir als Spielball mißbraucht werden sollen. Trittbrettfahrerei bei echten oder inszenierten Skandalen dienen oft nicht der Sache, sondern dem Geldbeutel der Beteiligten. Manch eine Diskussion ist nichts anderes als intellektuelles Wrestling: das Ergebnis steht fest, der Kampf ist Show und alle Beteiligten verdienen ihr Geld.
Oft hilft die Antwort auf eine einfache Frage: qui bono – wem nützt es? Und dann entscheidet unser Gewissen, wo es nötig ist gegen Unrecht zu schreien – und wo man besser schweigt. Halten Sie Augen & Ohren offen!

Ihr Th.-M. Robscheit
Kapellendorf

September 2010

Werbung in der Beilage

This entry is part 25 of 84 in the series geistliches Wort

Liebe Leserinnen und Leser,
gehören Sie zu den Leuten, die zuerst die Zeitung lesen, oder blättern Sie zuerst die Werbung durch? Nicht, dass Sie die besonders interessiert, man will halt mal schauen, was es so gibt.
Mir geht es oft so. Dabei kann ich mir Preise kaum merken. Ich weiß, was so etwa ein Stück Butter, Eier oder Brot kosten, ich kann abschätzen, ob ein Käse überteuert ist und ärgere mich regelmäßig über zu niedrige Fleischpreise (meistens deswegen, weil die niedrigen Preise durch schlechte Qualität verursacht werden), aber was Waschmittel, Letscho oder Wienerwürstchen im Glas kosten, kann ich mir nicht merken. Logisch, dass ich dann auch nicht weiß, was denn ein wirklich günstiges Angebot ist. Ein bißchen besser sieht das bei technischen Dingen, wie Rechnern, Mobiltelefonen oder Bildschirmen aus. Die aber kauft man nicht alle Tage und wenn es soweit ist, achtet man dann doch eher auf technische Details, als auf den Preis. Sollte man jedenfalls. Und das schlägt sich natürlich in der Werbung wieder: Dyn.Kontrast 30.000:1, Reaktionszeit 8ms, HDMI, DVD+R/RW; SVCD, USB-Port, SD-Card-Slot, DVB-T, GsF, RAM und so weiter. Seien Sie ehrlich! Können Sie mit diesen Abkürzungen was anfangen? Unter Kontrast und Reaktionszeit kann man sich ja was vorstellen, aber HDMI, DVB-T, GsF oder RAM?
Tja, und wie weiter? Wir Menschen neigen dazu, so zu tun, als wären das alles wichtige Informationen, tendenziell entscheiden wir uns lieber für unverständliche (und damit sinnlose Informationen) als einen Fernseher zu kaufen, der nicht mit HDMI, DVB-T und GsF wirbt. Wir merken dabei oft gar nicht, wie schnell wir gefangen sind in den Werbeversprechen, wie anfällig wir für die schönen Bilder und scheinbar günstigen Preise sind. Handys oder Computer sind fast zu Wegwerf-Ware geworden. Immer wieder gibt es neue Möglichkeiten und sehr schnell sind wir davon überzeugt, dass die neuen Funktionen auch unbedingt nötig sind. Aber wenn Sie mich fragen, liebe Leserinnen und Leser, was wirklich wichtig ist, dann dass ein Handy, Fernseher oder Computer mit GsF ausgestattet ist. Was nützt einem ein tolles Handy oder ein schneller Internetzugang ohne GsF Spiegelung?

Aber vielleicht, lesen Sie die ganze Werbung gar nicht, achten nicht auf die vielen Abkürzungen, sind immun gegen den technischen Schnickschnack, Sonderangebote und Rabatte. Dann wünsche ich Ihnen ein erholsames freies Wochenende!
Alle anderen, bitte bei aller technischen Begeisterung daran denken: GsF!

Ihr Th.-M. Robscheit aus Kapellendorf

PS: Sie wissen nicht genau, was GsF bedeutet? Nein, das ist keine englische Abkürzung (engl: ggf), GsF = Gott schenkt Freiheit. Nutzen Sie diese!

 

März 2010