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Verabschiedung von Conrad Neubert

2017-02-19 Conrad Neubert

Verabschiedung Conrad Neubert; (c) B. Rehder-Geßner
Verabschiedung Conrad Neubert; (c) B. Rehder-Geßner
Verabschiedung Conrad Neubert; (c) B. Rehder-Geßner
Verabschiedung Conrad Neubert; (c) B. Rehder-Geßner
Verabschiedung Conrad Neubert; (c) B. Rehder-Geßner
Verabschiedung Conrad Neubert; (c) B. Rehder-Geßner
Verabschiedung Conrad Neubert; (c) B. Rehder-Geßner
Verabschiedung Conrad Neubert; (c) B. Rehder-Geßner
Verabschiedung Conrad Neubert; (c) B. Rehder-Geßner
Verabschiedung Conrad Neubert; (c) B. Rehder-Geßner
Verabschiedung Conrad Neubert; (c) B. Rehder-Geßner
Verabschiedung Conrad Neubert; (c) B. Rehder-Geßner
Verabschiedung Conrad Neubert; (c) B. Rehder-Geßner
Verabschiedung Conrad Neubert; (c) B. Rehder-Geßner
Verabschiedung Conrad Neubert; (c) B. Rehder-Geßner
Verabschiedung Conrad Neubert; (c) B. Rehder-Geßner
Verabschiedung Conrad Neubert; (c) B. Rehder-Geßner
Verabschiedung Conrad Neubert; (c) B. Rehder-Geßner
Verabschiedung Conrad Neubert; (c) B. Rehder-Geßner
Verabschiedung Conrad Neubert; (c) B. Rehder-Geßner
Verabschiedung Conrad Neubert; (c) B. Rehder-Geßner
Verabschiedung Conrad Neubert; (c) B. Rehder-Geßner
Verabschiedung Conrad Neubert; (c) B. Rehder-Geßner
Verabschiedung Conrad Neubert; (c) B. Rehder-Geßner
Verabschiedung Conrad Neubert; (c) B. Rehder-Geßner
Verabschiedung Conrad Neubert; (c) B. Rehder-Geßner
Verabschiedung Conrad Neubert; (c) B. Rehder-Geßner
Verabschiedung Conrad Neubert; (c) B. Rehder-Geßner
Verabschiedung Conrad Neubert; (c) B. Rehder-Geßner
Verabschiedung Conrad Neubert; (c) B. Rehder-Geßner
Verabschiedung Conrad Neubert; (c) B. Rehder-Geßner
Verabschiedung Conrad Neubert; (c) B. Rehder-Geßner
Verabschiedung Conrad Neubert; (c) B. Rehder-Geßner
Verabschiedung Conrad Neubert; (c) B. Rehder-Geßner
Verabschiedung Conrad Neubert; (c) B. Rehder-Geßner
Verabschiedung Conrad Neubert; (c) B. Rehder-Geßner
Verabschiedung Conrad Neubert; (c) B. Rehder-Geßner
Verabschiedung Conrad Neubert; (c) B. Rehder-Geßner

 

In einem sehr emotionalen Gottesdienst fand am letzten Sonntag, 19. 02. 2017, die Verabschiedung von Conrad Neubert, unserem Vikar statt. In den letzten 2 1/2 Jahren hat er das Vikariat in den Kirchengemeinde Apolda & Kapellendorf bei Pfr. Robscheit erfolgreich absolviert. Zu dem Gottesdienst in der Martinskirche in Apolda waren deswegen auch viele Besucher aus den Dörfern, in denen Herr Neubert gelernt & gewirkt hat, gekommen.

Wie ein roter Faden zog sich das Thema „Liebe“ wegen der Nähe zum Valentinstag durch den Gottesdienst. In seiner Abschiedspredigt gelang Conrad Neubert auf eindrückliche Weise das besondere (Liebes-) Verhältnis Gottes zu uns Menschen zu beschreiben: „Mit dem Alten Testament haben die Menschen Gott einen Brief geschrieben: Liebst Du mich? Ja / Nein / Vielleicht.
Und Gott hat darauf geantwortet! Mit einem dicken, fetten Kreuz bei : JA!“
Neubert zeigt dabei nach oben an die Wand zum Kruzifix!
In Texten und Gebeten wurde die Liebe immerwieder thematisiert. Musikalisch festlich ausgeschmückt wurde der Gottesdienst durch Dr. Schwarz an der Trompete und Kreiskantor Nych an der Orgel.

Nachdem für den (ehemaligen) Vikar gebetet worden war, bedankten sich Pfr. Robscheit, Kirchenälteste und Gemeindeglieder bei Conrad Neubert für die gemeinsame Zeit.

Symbolisch schloß Pfr. Robscheit seine „Akte Vikariat“: „Eigentlich hatte ich vor, Ihnen die Akte mitzugeben, aber das mache ich nun doch nicht.“, so Robscheit. „Ich binde sie mit diesem Faden zu & wenn ich mal sentimental werde, krame ich sie wieder hervor und lese aus der guten alten Zeit!“ Mit Blick auf die Handakte fuhr er fort: „Wenn man sich die Länge der Eintragungen ansieht, merkt man, dass es allmählich immer weniger geworden ist. Ein gutes Zeichen! Pfarrer kann man nicht lernen, das hat man in sich. Ungeschliffen und verborgen vielleicht. Wie ein Rohdiamant. Ein Talent, das man entwickeln muss. Und nun, nach zwei Jahren ist dieser Diamant gewiss noch nicht als Brilliant geschliffen -das ist vielleicht soweit, wenn Sie mal in den Ruhestand gehen, ich bin für lebenslanges Lernen!-, aber an den Protokollen unserer Besprechungen kann man sehr deutlich sehen, wie immermehr Schliff & Glanz entstanden ist.“

Die Kirchenältesten bedankten sich mit einer Fotomontage der Kirchen des Kirchspiels Kapellendorf; Frau Unger, Vorsitzende des GKR Apolda hatte ein „Notfall – Pfarrhaus – Startpaket“ mit allem möglichen, was man in einer neuen Pfarrstelle gebrauchen könnte zusammengestellt. Claudia Robscheit hatte eine Kerze mit allen zehn Kirchen gestaltet und die JG bedankte sich nicht nur mit einem Geschenk für die zwei Jahre gemeinsamen Weges, sondern wünschte mit einem besonders vorgetragenen Text Gottes Segen für den weiteren Weg.

Obwohl etwas über zwei Jahre keine so lange Zeit sind, gab es doch jedem Menge zu erzählen. Der endgültige Abschluß des Vikariates steht übrigens noch bevor: die Ordination!

Conrad Neubert wird am 23. April 2017; 10:00 in der Georgenkirche in Eisenach ordiniert werden. Unsere Gemeinden organisieren eine Busfahrt dorthin. Wenn Sie Interesse haben, melden Sie sich bitte im Büro bei Frau Schubert.

Hier der Bericht vom Prüfungsgottesdienst im letzten Herbst

Übrigens: Wenn Sie alle Artikel, in denen Conrad Neubert vorkommt, lesen möchten, geben Sie den Namen einfach oben rechts ins Suchfenster ein. Sie erhalten dann eine Übersicht.

Zeit für einen Freund?

This entry is part 78 of 84 in the series geistliches Wort
Zeit für einen Freund?

Was machen Sie, liebe Leserinnen und Leser, wenn Ihr Alltag durch eine schlechte Nachricht plötzlich in Frage gestellt wird? Wie setzen Sie Prioritäten, wenn Sie erfahren, dass ein Freund schwer krank ist?

Gehört es sich da nicht, alles andere hinten an zu stellen und einen Besuch zu machen? Doch was sagt man da? Wie verhält man sich, wenn einem das Elend des anderen ins Gesicht springt? Ich habe gestern so eine schlechte Nachricht erhalten: M. Ist schwer krank. Noch habe ich nicht angerufen und bin auch noch nicht auf dem Weg zu ihm. Was ist jetzt richtig? Wenn Sie diese Zeilen lesen, werde ich seit Montag etwa 31 Stunden Sitzungen, Besprechungen und Verhandlungen hinter mir haben, 6 Stunden Gemeindebesuche, eine Trauerfeier und eine Hochzeit, ich werde diese und die Gottesdienste für Sonntag und Montag vorbereitet haben. Insgesamt etwa 60 Stunden „gute“ Gründe, sich um den schweren Gang zu drücken. Und jetzt am Wochenende? Jeden Tag mehrere Gottesdienste, keine Zeit, leider. Da kann ich nicht in den Thüringer Wald fahren um M. zu besuchen.

Merken Sie etwas, liebe Leserinnen und Leser? Es ist ganz einfach, sich um schwere Besuche herumzudrücken, einem Menschen nahe zu sein, dem das Leben übel mitspielt. Doch gerade da erweist sich Freundschaft, Liebe, Mitmenschlichkeit. Gerade da werden wir gebraucht, vielleicht  auch unser Glaube & unsere Hoffnung.

Ich wünsche Ihnen ein gutes Wochenende und greife jetzt mit einem mulmigen Gefühl zum Telefon.

Ihr Th.-M. Robscheit

 

Erschienen am 30. 11. 2016 in der Thüringer Allgemeinen, Apolda

HAMSTERRAD-NEIN DANKE

This entry is part 1 of 84 in the series geistliches Wort

HAMSTERRAD-NEIN DANKE

Ein Hamsterrad sieht von innen auch aus wie eine Karriereleiter.“ Kennen Sie diesen Spruch? Ich habe ihn das erste Mal im Urlaub auf einer Internetseite gelesen und dachte bei mir: „Betrifft mich nicht und im Urlaub schon mal gar nicht“. Nun ist der Urlaub vorbei, die Kinder sind wieder in der Schule und ich merke, wie mein Rad sich wieder zu drehen beginnt. Die Termine häufen sich, die Aufgaben vervielfältigen sich und das Handy ist wieder mehr in der Hand als in der Jacke. Scheinbar betrifft mich dieser Spruch doch, obwohl ich gar keine Karriereleiter weiter besteigen möchte. Aber wenn ich aus der Karriere eine Alltagsleiter mache, dann stecke ich wohl mittendrin im Hamsterrad des Lebens. Kommt Ihnen das bekannt vor? Im Urlaub schwärmt man noch von der südländischen Gelassenheit und nimmt sich fest vor, diese beizubehalten. Man genießt die Ruhe in den Bergen oder am Meer und spürt wie sehr Körper und Seele diese Momente der Besinnung brauchen. Doch kaum ist der Alltag zurück, überfallen uns all die Verpflichtungen, Aufgaben und Alltagsarbeiten wieder. Eh man sich versieht, hat das Alltagshamsterrad einen fest im Griff. Der Wochenspruch für die kommende Woche lautet: „Das geknickte Rohr wird er nicht zerbrechen, und den glimmenden Docht wird er nicht auslöschen.“ (Jesaja 42, 3) Gott möchte nicht, dass unser Rad sich so schnell dreht, dass wir Schaden nehmen. Gönnen Sie sich doch ab und zu mal einfach eine Pause. In einer geöffneten Kirche zur Ruhe kommen, ein gutes Buch lesen (Ja, die Bibel ist zu empfehlen. Sie werden staunen wie viele gute Lebensweisheiten darin zu finden sind.) oder bei einem Spaziergang die Natur genießen. Halten Sie inne und sagen sich: HAMESTERRAD-NEIN DANKE. Gutes Gelingen wünscht

Ihr Torsten Christ (Lektor)

Der Beitrag erschien am 13. August 2016 in der Thüringer Allgemeinen, Ausgabe Weimarer Land

Anmerkung: Torsten Christ ist ehrenamtlicher Lektor in unserem Kirchspiel

Ein Nachmittag im Paradies

This entry is part 77 of 84 in the series geistliches Wort
Ein Nachmittag im Paradies

„Ist das nicht paradiesisch?“, wann haben Sie sich diese rhetorische Frage zum letzten Mal gestellt? Oft verbinden wir schöne Strände oder ruhige Sommertäler mit diesem Gedanken. Doch als mufflige Deutsche ist das „Aber“ gleich in unserem Kopf präsent: „Alles nur Schein, nur für Touries; die Ausbeutung der Einheimischen, das Ökosystem…“ Die Welt ist kein Paradies haben wir im Laufe unseres Lebens lernen müssen und jetzt misstrauen wir allem was paradiesisch zu sein scheint. Aber wie eine schwache Erinnerung, ein Nachhall aus einer längst vergessenen Zeit, gibt es in uns dennoch diese Sehnsucht: Gott hat uns die Ewigkeit ins Herz gelegt. Wir können sie nicht ergründen. Oft ein vages Gefühl nur. Doch dieses Sehnen kann uns Antrieb und Motivation sein, Visionen zu haben und diese Welt mit ihren Sorgen und Problemen zu einem besseren Ort für andere und für uns selber zu verändern.

Aber woher kommt die Kraft, immer wieder neu aufzubrechen? Woher der lange Atem gegen die Trägheit? Woher der Mut?

Aus dem Paradies! Wir leben nicht darin, nein, aber ein Stück davon können wir immer wieder erfahren! Wir müssen das nur zulassen & Pause machen; den Alltagstrott durchbrechen, ganz gleich ob der aus Arbeit, Arbeitslosigkeit, Schüler- oder Rentnersein besteht. Anhalten. Den lauen Sommerabend genießen, den Gesang der Nachtigall, einen Film, ein Buch oder die fröhliche Gemeinschaft mit anderen Menschen. Ein Nachmittag im Paradies gibt Mut für viele Tage Alltag.

Ihr Pfr. Th.-M. Robscheit
Juni 2016

Der Beitrag erschien am 11. Juni 2016 in der Thüringer Allgemeinen, Ausgabe Weimarer Land

Zeit

This entry is part 58 of 84 in the series geistliches Wort

Der Flugzeugabsturz in den Alpen hat uns, liebe Leserinnen und Leser, in dieser Woche alle beschäftigt. Erst flüchtige Nachrichten; dann Gewissheit. Schließlich erste Meldungen zur Unfallursache und inzwischen Spekulationen über das „Warum?“

Das Leben so vieler Menschen ist jäh zu Ende, wieviele Pläne oder Träume sind damit vorbei! 150 Menschen sind gestorben, Sie aber leben. Ihnen ist noch Zeit geschenkt. Hat das eine Bedeutung? Für Sie? Für jemand anderen?

Wie gehen wir mit der Lebenszeit um? Mit unserer und mit der anderer Menschen: bereichern wir diese, oder vergeuden wir sie? Trauen Sie sich, liebe Leserinnen und Leser, am Ende eines Tages zurückzublicken und sich Rechenschaft über die vergangenen 12 Stunden zu geben? Plätschert Zeit einfach oberflächlich dahin oder gelingt es, dem Leben Tiefe zu geben?

Vor uns liegt die Karwoche, sie sollte die ruhigste Woche des Jahres sein. Eine Woche, die uns die die Beschränktheit & Endlichkeit unseres irdischen Lebens vor Augen hält: Leiden, Tod, Sinnlosigkeit. Eine Woche, an deren Ende aber auch ein großes Versprechen steht: letztlich ist nicht die Lebenszeit entscheidend, sondern wie wir uns bemüht haben, dieser uns gesetzten Spanne Tiefe zu geben. Denn dann gibt es auch in unserem endlichen Leben Unendlichkeit.

Ihr Pfr. Th.-M. Robscheit

März 2015

Advent

This entry is part 55 of 84 in the series geistliches Wort

Es blaut die Nacht, die Sternlein blinken,
Schneeflöcklein leis herniedersinken.

Kennen Sie diese Zeilen, liebe Leserinnen & Leser? Ein Adventsgedicht? Ja, richtig.
Advent, was ist das doch für eine schöne Zeit! So beschaulich, viel Kerzenschein, man sitzt ganz ruhig und genießt die ruhigen Nachmittage. Isst Stollen und liest ausgiebig, möglichst am warmen Ofen. Schön, einfach nur schön!
„Schön wär´s!“, werden wohl einige von Ihnen jetzt wehmütig denken. Was nicht alles gerade jetzt noch erledigt werden muss! Und da sind die privaten Vorbereitungen bei manchen noch der geringste Teil! Das Adventsgedicht oben, was bedient das doch für ein albernes Klischee: der friedliche, ruhige Advent. In Wirklichkeit wird doch nochmal richtig aufgedreht!
Kann man sich dagegen wehren? Wo doch von allen Seiten Erwartungen an einem zerren werden? Kann es uns gelingen, nicht nur getrieben zu sein? Es ist doch illusorisch, in den Wochen vor Weihnachten die ganze Zeit entspannt und besinnlich zu sein!
Die ganze Zeit schon, aber jeden Tag 30 Minuten? Wäre das auch unrealistisch? Ganz bewusst den Alltag durchbrechen? Sich Zeit zu nehmen für Schönes, Besinnliches, Nachdenkliches oder auch Provozierendes!
Ich werde es jedenfalls versuchen. Meine Frau bekommt einen Adventskalender, in dem jeden Tag ein Teil eines Krimis versteckt ist. Jeden Tag 30 Minuten gemeinsam Kaffeetrinken und diese Geschichte vorlesen. Kein Telefon, keine Termine! Ob ich das durchhalte? Am 24. abends bin ich schlauer!
Ach, und das Gedicht von der heilen Adventswelt? Geben Sie einfach die erste Zeile in eine Suchmaschine ein, lassen sich den Stollen schmecken und genießen wie großartig man mit Klischees aufräumen kann. – Schon haben Sie Ihren Alltagstrott für ein paar Minuten durchbrochen!
Ihr Pfr. Th.-M. Robscheit

November 2014

schon wieder?!

This entry is part 54 of 84 in the series geistliches Wort

„Schon wieder!“, werden die regelmäßigen Leser des geistlichen Wortes vielleicht denken, wenn sie meinen Namen unter dem Artikel lesen. „Schon wieder Robscheit!“, das kann gequält sein wie: „Schon wieder Montag & früh aufstehen!“
„Schon wieder!“, kann aber auch fröhlich, erwartungsvoll sein: „Schon wieder Wochenende, schon wieder Zeit, in der ich etwas unternehmen kann, was mir gut tut!“
Es ist „schon wieder Wochenende!“. Was werden Sie sich Gutes tun? In den Veranstaltungshinweisen dieser Zeitung finden Sie viele Anregungen. Vielleicht stoßen Sie auch auf unser Gemeindefest, denken dann womöglich sogar anstelle von „schon wieder“, „endlich wieder!“ und wir sehen uns am Sonntag im Carolinenheim. Mich würde es freuen!

Übrigens, geht es mir wie allen, die etwas in dieser Zeitung schreiben: Ihr „schon wieder!“ ist hoffentlich freudig und erwartungsvoll und nicht gelangweilt!

Ihr Th.-M. Robscheit

Juni 2014

Zeit

This entry is part 52 of 84 in the series geistliches Wort

Liebe Leserinnen und Leser,

selten ist mir Zeit so erfüllt vorgekommen, wie in den letzten beiden Wochen. Dass am Dienstag erst das Fußballspiel war, erscheint mir so weit weg, als wären seitdem Wochen vergangen. Sonst haben wir immer den Eindruck, die Zeit rase nur so dahin, aber die Tage seit Ostern sind nach meinem Empfinden langsam vom Morgen in den Abend gereift um nach einer erholsamen Nacht wieder in einen frischen Morgen zu münden.
Wieso das so war? Weil ich nicht versucht habe, möglichst viel in dieser Zeit unterzubringen, keine Termine, keine e-Mails, kein Telefon, stattdessen haben wir uns ohne konkretes Ziel durch Bayern treiben lassen, hier einen Campingplatz gefunden, dort ein Kloster besichtigt, sind gewandert und Boot gefahren. Hatten Sonnenbrand und Regen erlebt. Sieben Tage nur; im Alltag hätte ich sie fast nicht bemerkt, doch so war es wertvolle Zeit im Überfluß.
Das wünsche ich Ihnen auch an diesem Wochenende: verlassen Sie das für Sie Übliche und gehen Sie auf eine Reise & dafür reicht schon ein Bahnticket zum nächsten oder übernächsten Bahnhof, ohne Rückfahrkarte!

Ihr Th.-M. Robscheit

Karsamstag

This entry is part 51 of 84 in the series geistliches Wort

Wissen Sie, liebe Leserinnen und Leser,
der heutige Samstag spiegelt Ihnen Ihr Leben: Alles, was in der Karwoche hinter uns liegt, haben die allermeisten auch schon selber erlebt: Das nicht nur vom Fußball bekannte: „Hosianna, der Messias ist da!“ Und dann das Brüllen der selbe Meute: „Kreuzige ihn!“, wenn Erwartungen und eigene Projektionen nicht erfüllt werden. Wir haben große Feste erlebt, mussten mit Enttäuschung, vollmundigen Versprechen und mit Verrat in unserem Leben schon zurecht kommen. Und wir haben alle schon traurig an Gräbern gestanden. Wir erleben Leid und politisches Taktieren, wo es nur vordergründig um Recht und Gerechtigkeit geht, sondern in erster Linie um Macht, Einfluss und Geld. So sieht unser Leben aus, am Karsamstag.
Was machen Sie heute? Ein schöner freier Tag um das Liegengebliebene zu erledigen, als Vorbereitung auf die nächste Woche mit Verrat, Enttäuschung, Machtspielchen und Tod, auf die nächste Karwoche Ihres Lebens? Oder fällt dieser eine Samstag aus dem Rahmen? Geben Sie ihm Raum für Fragen und Unsicherheiten: „Ist die vergangene, immer wiederkehrende Woche alles in meinem Leben? Oder erwarte ich mehr, erwarte etwas, das den Alltagstrott sprengt?“ Erwarten Sie Ostern!

Ihr Th.-M. Robscheit

April 2014

Sinn machen oder Sinn haben?

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Liebe Leserinnen und Leser,

heute ist in Buttstädt die konstituierende Sitzung der neuen Kreissynode, das leitende Gremium unseres Kirchenkreises. Es läßt sich absehen, dass dies eine anstrengende und lange Sitzung werden wird: alle Gremien und Ausschüsse müssen besetzt werden. Der/die neue Präses (=Vorsitzende) muss gewählt werden. Wer wird zukünftig über Gelder entscheiden? Wer wird unseren Kirchenkreis in der Landessynode vertreten? …
„Mein Gott, ist das langweilig!“, werden Sie jetzt vielleicht denken, „Damit verplempern die ihre Lebenszeit! Das macht doch alles keinen Sinn.“
Richtig! Es macht keinen Sinn, sondern es hat Sinn! Dieser Anglizismus, der sich in unserer Sprache breit macht, verrät viel über das Denken des Sprechers aus: können Handlungen, oder Dinge in sich selber Sinn stiften? Kann ich irgendetwas tun, das zunächst keinen Sinn hat, das also „sinnlos“ ist und es bekommt dadurch Sinn? Oder gibt es etwas Höheres, Ziel- & Sinnstiftendes? Für Münchhausen macht es Sinn, sich selber an den Haaren aus dem Sumpf zu ziehen, aber es hat keinen Sinn, es ist sinnlos; da kann der Baron ziehen soviel er will!
Ebenso macht es keinen Sinn, auf Tagungen herumzulungern und seine Zeit abzusitzen. Aber es hat Sinn, sich für seine Kirche einzusetzen, einen Teil seine Lebenszeit für das Gemeinwohl zu nutzen. Das ist keine vergeudete Zeit!
Noch eine Frage zu Schluß: womit, liebe Leserinnen und Leser, womit verplempern Sie eigentlich Ihre Lebenszeit?

Ihr Th.-M. Robscheit

März 2014