Alle Beiträge von th.-m. robscheit

10. Tagung der II. Landessynode der EKM

This entry is part 10 of 10 in the series Landeskirche
10. Tagung der II. Landessynode der EKM

Die Landessynode der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland (EKM) kommt am Mittwoch (27. November) zu ihrer Herbst-Tagung im Landeskirchenamt in Erfurt zusammen. Zum Auftakt der Tagung wird Landesbischof Friedrich Kramer seinen ersten Bericht vortragen. Am Donnerstag (28. November, 15.30 Uhr) stellen sich Jacqueline Barraud-Volk und Tobias Schüfer als Kandidaten für das Regionalbischofsamt für den Propstsprengel Meiningen-Suhl den Synodalen vor. Die Wahl ist für Freitag (29. November, 9 Uhr) vorgesehen. Außerdem wird am Freitagvormittag der Doppelhaushalt für die Jahre 2020/2021 eingebracht.

Alle Unterlagen sind auf der Seite der EKMSeite der EKM hinterlegt.
 
10. Tagung der II. Landessynode der EKMIn seinem Bischofsbericht zog Landesbischof Kramer einen ersten Rückblick auf knapp hundert Tage Amtszeit. Einen Schwerpunkt bildete der Anschlag in Halle und antijüdische Tendenzen der Gesellschaft. Einen weiteren eine Studie zur Gesundheit vor dem Hintergrund der burn-out Gefährdung von Pfarrerinnen und Pfarrer. Kramer plädiert für eine größere Spezielisierung der Aufgaben, die von Pfarrern zu bearbeiten sind. Denn als größtes Risiko  gilt nicht ist nicht die Menge der Arbeit, sonern die extreme Vielfältigkeit. In der anschließenden Aussprache beschäftigten sich die Wortmeldungen mit seinem Angebot, auch kleine Gemeinden zu Abendandachten zu besuchen und seinem Impuls, Seelsorge und Gemeindebesuche verstärkt wieder im Pfarrberuf zu verankern.
 
Im anschließenden Bericht des Landeskirchenamtes ging die Präsidentin Andrae ebenfalls auf die „burn-out“ Studie ein. Außerdem erläuterte sie, dass die EKM vorraussichtlich ab nächstem Jahr ihren Strombedarf selber durch eigene Windkraftanlagen komplett abdecken wird. Ein weiterer Aspekt ihres Berichtes war die zunehmende Digitalisierung. So wird es ab 2020 endlich für alle Mitarbeitenden eine einheitliche e-Mail Adresse nach dem Scheme: vorname.name@ekmd.de geben.
 
Erste konträre Wortmeldungen brachte dann die Einbringung eines Gesetzes  zur Änderung des Arbeitsrechtsregelungsgesetzes DW.EKM. Inhaltlich soll darin die Arbeitsfähigkeit der arbeitsrechtlichen Kommission wieder hergestellt werden. In den letzten Jahren ist es im Bereich der Diakonie zunehmend schwierig bis unmöglich geworden, dass die Arbeitgeber-Seite und die Arbeitnehmer-Seite sich zu Verhandlungen über die Tarifgestaltung getroffen und diese erfolgreich abgeschlossen haben. Der Mitarbeitervertretung wird ein Boykott durch Nichterscheinen bei den Verhandlungen vorgeworfen. Damit dies nicht zur Methode wird, oder bleibt, soll die arbeitsrechtliche Kommission, die paritätisch besetzt ist, nach zwei nicht beschlußfähigen Sitzungen in einer dritten Sitzung beschlussfähig sein. Es ist damit zu rechnen, dass dazu noch eine interessante Diskussion folgen wird.
Die Mitarbeitervertretung möchte, so hat man den Eindruck, den sogenannten dritten Weg, der auf Konsens ausgelegt ist, verlassen. Dabei ist keineswegs klar, dass beim Verlassen dieser Form der Arbeitsrechtsregelung automatisch eine Vertretung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter durch eine Gewerkschaft greifen kann.
 
 

In den nächsten Tagen werde ich diesen Bericht vervollständigen.

Spenden und der kleine Finger

Spenden und der kleine Finger

Heute habe ich, liebe Leserinnen und Leser, eine ältere Dame aus unserer Gemeinde besucht. Auf dem kleinen Tisch im Wohnzimmer ein Berg Papiere, Briefe, Kalender und eine Ehrenurkunde. Wahrscheinlich ist ihr mein fragender Blick aufgefallen: „Ich weiß auch nicht, was das alles soll!“, ein hilfloser Blick auf den Tisch. Ein Kalender mit schönen Tierfotografien, zwei mit Wassermotiven, einer mit Kinderbildern. „Warum haben Sie denn soviele Kalender?“, frage ich. Und dann entdecke ich zahlreiche Überweisungsträger. Alle von gemeinnützigen Organisationen. Jede einzelne seriös und ihre Spendenziele sehr plausibel und wichtig: Kinder, die Bildung brauchen, woanders gibt es nicht genügend sauberes Wasser, Augen-OPs, die Menschen vor Blindheit und damit Armut schützen; Tiere, die von Menschen vernachlässigt oder gequält werden,… Sie alle engagieren sichfür wichtige Ziele und sind dafür auf Spenden angewiesen. Und natürlich müssen diese Organisationen dafür den Menschen bekannt sein. Deswegen die Briefe und die Urkunde, wenn man besonders viel gespendet hat. Deswegen auch die schönen Kalender, die einen dann ein ganzes Jahr erfreuen und auch erinnern sollen. Das alles ist plausibel und doch auch Irrsinn! Niemand wird sich die vier Kalender aufhängen! Sie sind gedruckt um in die blaue Tonne zu fliegen! Die ältere Dame war verzweifelt. Sie möchte, wie erfreulicherweise der größte Teil der Deutschen, spenden und mit ihrem Geld Gutes tun. Besitz verpflichtet! Jesus fordert unmißverständlich dazu auf, seinem Nächsten zu helfen. Nächstenliebe ist für viele Christen selbstverständlich. Auch für die ältere Dame, aber sie will nicht so zugemüllt werden! Schade um das Papier, die Mühe, das Geld!

Und dann hatte sie eine gute Idee: zwei Organisationen, die ihr besonders wichtig sind, werden auch weiterhin Spenden bekommen. Die anderen erhalten einen freundlichen Brief, dass sie bitte die Adressdaten löschen sollen. Dann gibt es keine Spemndenbriefe mehr & keine Kalender, die gleich in den Müll wandern.

Und wissen Sie, liebe Leserinnen und Leser, was diese beiden Organisationen geschickt hatten? Nein, keinen Kalender, keine Sticker, keine Urkunde. Nur einen Brief. Einen kurzer Brief, in welchem berichtet wurde, was mit den letzten Spenden gemacht wurde & wofür weitere erbeten werden.

Ihr Pfarrer Th.-M. Robscheit

Gemeindekirchenratswahl 2019

Gemeindekirchenratswahl 2019 in Frankendorf, Großromstedt, Hammerstedt, Kapellendorf, Kleinromstedt, Oberndorf, Sulzbach

Am 27. Oktober war nicht nur die Wahl zum Thüringer Landtag, sondern in unseren Dörfern fand auch die Wahl des neuen GKR statt. Der GKR besteht aus acht gewählten Mitgliedern (+ Pfarrer). Dabei kann jedes Dorf eine Vertreterin / einen Vertreter wählen.
In Herressen und Oberndorf standen jeweils vier Kandidaten zur Wahl, dort wurde zugleich auch der Sprengelrat (= örtliche „Gemeindekirchenrat“) gewählt. Natürlich sind die Ergebnisse, die einzelne Kandidaten erzielen zwischen den Orten mit einem und mehreren Kandidaten nicht vergleichbar. Die Wahlbeteiligung insgesamt dagegen schon. So kann man Frankendorf zu einer beachtlichen Wahlbeteiligung von 61% gratulieren, aber auch Herressen und Oberndorf stehen wirklich sehr gut da.

Bitte vormerken:
Am 1. Advent (1.12.; 10:00) werden alle alten und neuen Mitglieder des GKR und der Sprengelräte in einem festlichen Abendmahlsgottesdienst in Oberndorf in ihr Amt eingeführt werden. Im Anschluß findet die konstituierende Sitzung statt, das heißt, dass der oder die neue Vorsitzende des GKR durch den neuen GKR gewählt wird.

Gemeindekirchenratswahl 2019
Bei der Auszählung in Kapellendorf. Der Wahlvorstand wurde mit Kaffee & Kuchen versorgt. Vielen Dank!

Die Prozentangaben beziehen sich auf die abgegebenen Stimmen, ungültige werden mit berücksichtigt!

Frankendorf

Wahlbeteiligung: 61%
Stimmen:
J. Heurtel: 17 (89%)

Großromstedt

Wahlbeteiligung: 47%
Stimmen:
A. Scheide: 29 (100%)

Hammerstedt

Wahlbeteiligung:38 %
Stimmen:
B. Haake: 12 (92%)

Herressen

Wahlbeteiligung: 53%
Stimmen:
G. Grüneberger: 10 (26%)
P. Kionsek:7 (18%)
U. Kürbs:5 (13%)
U. Lobenstein: 14 (36%)

Kapellendorf

Wahlbeteiligung: 37%
Stimmen:
E. Frankenhäuser: 24 (100%)

Kleinromstedt

Wahlbeteiligung: 43%
Stimmen:
H. Körbs: 31 (97%)

Oberndorf

Wahlbeteiligung: 49%
Stimmen:
S. Füllsack: 15 (44%)
A. Kallenbach: 5 (15%)
N. Reibe: 3 (9%)
J. Sander: 10 (29%)

Sulzbach

Wahlbeteiligung: 40%
Stimmen:
D. Gäbler: 21 (100%)

Nur im Dunkeln leuchten Dir Sterne

Nur im Dunkeln leuchten Dir Sterne: Buchlesung mit Dr. Leibrock in Herressen

Felix Leibrock stellte in seiner Lesung am 26. Oktober 2019 in Herressen sein neuestes Buch „Nur im Dunkeln leuchten Dir Sterne“ vor. Er verstand es meisterhaft, wie immer in seinen gern besuchten Lesungen, auf den Roman neugierig zu machen. Das Leben in der Bayrischen Landeshauptstadt München mit seinen Licht, aber auch Schattenseiten, und eigene Erlebnisse bilden die Grundlage der Geschichte, die den Leser nachdenklich macht. Im Anschluß konnte sich, wer wollte „sein Buch“ signieren lassen und in netter Runde noch ein wenig plauschen . . .Nur im Dunkeln leuchten Dir Sterne

Der GKR der Kirchengemeinde Herressen hatte zu einer Buchlesung mit dem ehemaligen Apoldaer Pfarrer Dr. Felix Leibrock am 26.10. eingeladen. Trotz oder wegen des herrlichen Herbstnachmittages fanden sehr viele Interessierte den Weg in unsere kleine frisch renovierte Kirche.

Wir möchten uns an dieser Stelle noch einmal ganz herzlich bei allen bedanken, die uns mit der Bereitstellung von Leckereien und ihrer tatkräftigen Hilfe unterstützt haben. Auch dem Ortsteilbürgermeister Dank für seine Mithilfe in Vorbereitung und Durchführung.

Somit wurde dieser Nachmittag für alle in der Kirche Anwesenden ein besonderes Erlebnis.

Uta Lobenstein für den GKR Herressen

390 Jahre Kirche Herressen

Jesus meine Liebe ist gekreuzigt

haben die beiden Kirchenältesten Michael Lobenstein & Hans Russelt 1629 in eine Tafel gravieren lassen, die in der Mauer der Kirche Herressen eingelassen ist. Heute, am 15. 09. 2019, haben wir einen fröhlichem Gottesdienst gefeiert: 390 Jahre Kirche Herressen. Die Predigt war eine gedankliche Wanderung durch die Kirchengeschichte: 1629, mitten im dreißigjährigen Krieg gebaut; ein erdrückendes schwarzes Kreuz auf dem Gedenkstein. Was hat die Menschen damals geängstigt, was haben sie gehofft?
Nun ein Zeitsprung über 200 Jahre: Im Jahr 1867 haben die Herressener die Orgel durch den Blankenhainer Orgelbaumeister Adalbert Förtsch eingebaut. Im selben Jahr wurde der norddeutsche Bund gegründet, Aufbruchstimmung. Und wieder die Frage, was haben die Menschen in Herressen damals von der Zukunft erwartet?
Die nächsten Meilensteine waren 1925 & 1963, als die beiden Glocken gegossen wurden. Es kamen Weltkriege, Diktaturen, alles im Umbrauch. Genau so wie auch die Jahrzehnet & Jahrhunderte davor.
Und dann die Sanierung des Turmes, der Außenhaut und in diesem Jahr die Innensanierung. Alles fertig? Vielleicht vorerst.

Im Anschluß an den Abendmahlsgottesdienst wurde bei einem kleinen Empfang über die Kirche, was sie bedeutet und mit welchen Herausforderungen ihr Unterhalt verbunden war und ist diskutiert.

Mehr zur Kirchen- & Dorfgeschichte gibt es hier.

 und auf Wikipedia

390 Jahre Kirche Herressen – was für eine lange Zeit!

Alles muss klein beginnen

This entry is part 1 of 103 in the series geistliches Wort
„Alles muss klein beginnen“

Vielleicht kennen Sie, liebe Leserinnen & Leser, dieses Lied von Gerhard Schöne. „Alles muss klein beginnen, lass etwas Zeit verrinnen, es muss nur Kraft gewinnen  und schließlich ist es groß!“ – banal ist das in seiner Einfachheit. „Alles muss klein beginnen“ – im Rückblick auf manches Große, das wir kennen, fällt uns diese simple Wahrheit zu begreifen schwer. Die riesige Luther-Eiche im Kirchhof Oberndorf, kaum vorstellbar, dass auch sie aus einer kleinen Eichel gewachsen ist. Doch alles was wächst beginnt klein, ein Baum ebenso wie ein Mensch und auch im übertragenen Sinn ist das so: ein großer Fluss hat seinen Anfang in einer kleinen Quelle und ein Literaturprofessor hat irgendwann seinen ersten Buchstaben gelernt.

Das Große ist augenfällig und wird beachtet. Leider werden wir dadurch oft blind für alles was jetzt wächst. Und uns fehlt die Vision, im Kleinen und Unscheinbaren heute das Große von morgen zu erkennen. Deswegen achten wir es oft gering & haben den Eindruck, frühere Tage waren glorreicher. Da wurde die Krönungsmesse komponiert und die neunte Sinfonie. Leonardo da Vinci schuf in Mailand das berühmte Abendmahl. Uns fallen zahlreiche Beispiele ein. Aber auch da sehen wir nur auf das Große und das verstellt uns den Blick:  Leonardo ist in einer langen Tradition christlicher Malerei zu Hause, es gab unzählige andere Abendmahlsdarstellungen und Skizzen. 

Die Luther-Eiche ist aus einer einzelnen Eichel gewachsen, aber es gab hunderte anderer Eicheln. So viele Möglichkeiten! Gut, dass nicht alle zu riesigen Bäumen gewachsen sind! Nicht jede kleine Quelle wird zu einem reisenden Strom, manche versickert wieder, befeuchten die Erde und ermöglichen Pflanzenwachstum. Für mich ist dieser Gedanke hoffnungsvoll: nicht alles, was klein beginnt muss unbedingt großartig werden; Fehler und Scheitern sind ganz normal; auch in unserem Leben. Und mit Gottes Segen wird aus manchem auch etwas Großes werden. Nur das Beginnen liegt bei uns und zwar immer klein.

 

Der Artikel erschien erstmals in der Wochenendausgebe der Thüringer Allgemeinen am 24. August 2019

Wunder gibt es immer wieder

This entry is part 102 of 103 in the series geistliches Wort
Wunder gibt es immer wieder…

Liebe Leserinnen und Leser, mal Hand auf´s Herz: Glauben Sie an Wunder? Man hört ja manchmal den Satz, Wunder gibt es immer wieder…Wie geht es Ihnen, wenn Sie Berichte über angebliche Wunder hören? Diesen zum Beispiel: Um das Jahr 30 sind zwei der Anhänger Jesu auf den Weg zum Tempel um dort zu beten. Es wird erzählt, dass vor dem Tor ein Bettler sitzt, der seit Geburt gelähmt ist. Die beiden Männer sprechen ihn an: „ Geld haben wir keins!“ Sattdessen ist er plötzlich gesund und kann laufen.

„Frommer Unsinn!“, werden manche von Ihnen denken. „Wird so gewesen sein!“, sind andere überzeugt und die meisten von Ihnen werden wahrscheinlich keine richtige Meinung dazu haben: „Vielleicht, vielleicht auch nicht. Ist ziemlich unwahrscheinlich, andererseits…“

Viel spannender als sich Gedanken darüber zu machen, ob oder wie diese Heilung geschehen ist, ist die Frage:

Warum wurde diese Geschichte aufgeschrieben?

Jesus ist bereits nicht mehr auf dieser Erde; die Geschichte taugt also nicht als „Beweis“ für seine besondere Rolle oder Fähigkeiten. Vom Bettler wird kein ein besonderer Glaube erwartet, die Geschichte ist also auch kein moralischer Zeigefinger nach dem Motto: Wenn du richtig glaubst, dann geschehen auch in Deinem Leben Wunder!

Warum wurde diese und viele andere Geschichten von Wundern überliefert? Warum gibt es an vielen Wallfahrtskirchen unzählige Tafeln, auf denen Menschen ihre wunderbare Heilung oder Rettung beschreiben? Ich bin überzeugt, dass wir Menschen uns Geschichten von Wundern zunächst aus Dankbarkeit weitererzählen. Aber auch, weil Wundergeschichten unseren Blick weiten: es gibt mehr als das, was plausibel und wahrscheinlich ist. Denn leider neigen wird dazu, uns in unserem Trott zu verkriechen & zu erwarten, dass alles klar und unveränderlich sei.

So wie der Bettler: er bettelt. Schon immer. Leute kommen und geben Almosen. So ist die Welt. So bleibt alles. Falsch! Es kann alles auch ganz anders werden. Damit wir das nicht gänzlich vergessen, damit wir Hoffnung behalten, sollten wir die Geschichten der kleinen und großen Wunder auch heute in der scheinbar so abgeklärten Zeit voller Staunen und dankbarer Freude weitererzählen. Auch Sie, liebe Leserinnen und Leser, denn sicherlich haben Sie manches kleine oder große Wunder selber schon erleben dürfen. Wunder gibt es immer wieder!

Ihr Th.-M. Robscheit

 

Der Artikel erschien erstmals in der Wochenendausgebe der Thüringer Allgemeinen am 07.09. 2019

Kirchenchortreffen

Kirchenchortreffen in Apolda

Am Sonntag, 1.9.; 14:00 begann der festliche Höhepunkt beim diesjährigen Kirchenchortreffen in unserem Kirchenkreis Apolda-Buttstädt: der Festgottesdienst. Über 200 Sängerinnen und Sänger und zahlreiche Musiker hatten sich in den letzten Wochen in ihren Kirchengemeinden auf gemeinsame Stücke vorbereitet. Diese waren von unserem Kreiskantor Mike Nych in Zusammenarbeit mit  anderen Kantorinnen & Kantor  des Kirchenkreises zusammen gestellt worden. Die einzelnen Chöre konnten dann mit ihren eigenen Chorleitern zunächst die Stücke einstudieren. Am Samstag zur gemeinsamen Probe wurde aus den Chören unter Mike Nychs Anleitung dann ein Chor.

 Der Kleinromstedter Kirchenchor hat unser Kirchspiel vertreten. Beate Burkert hatte mit den Kleinromstedtern die Stücke einstudiert. Gestern wurde dann zum ersten Mal gemeinsam geprobt und heute miteinander Gottesdienst gefeiert, dessen Schwerpunkt natürlich die Musik war. In einer sehr unterhaltsamen Predigt über das Gleichnis von Pharisäer und Zöllner hielt Dr. Heidbrink den Zuhöreren oft einen ironischen Spiegel vor.
Nach dem Gottesdienst konnte über die Predigt, Musik und alles gemeinsam an diesem Wochenende Erlebte bei Kaffee und unüberschaubar vielen Kuchen geredet und diskutiert werden.
In zwei Jahren wird das nächste Kirchenchortreffen stattfinden, man kann sich jetzt schon darauf freuen!

Wenn Sie selber gerne singen: Sowohl der Kleinromstedterkirchenchor, alsauch der Kapellendorfer beginnen demnächst mit der Vorbereitung auf Advent und Weihnachten!

Chortreffen

Ein besonderer Dank für die Organistation geht an alle, die beim Einräumen geholfen, die Kuchen gebacken und Kaffee gekocht haben und an Frau Kittelmann, die das alles koordiniert hat!

Worte und Wörter

This entry is part 103 of 103 in the series geistliches Wort
Worte und Wörter

Können Sie sich, liebe Leserinnen und Leser, vorstellen, dass ein Bibelwort eine Regierung zum Handeln bringt? Ich meine nicht vor zweitausend Jahren, sondern heute. „Nein, sicherlich nicht!“, werden Sie mir antworten. Das ist doch alles zu lange her und aus einer ganz anderen Zeit! So eine Macht haben Wörter nicht.“

Wörter sicherlich nicht. Da gebe ich Ihnen recht. Die Plätschern uns den ganzen Tag um die Ohren, man nimmt sie kaum wahr. Ebenso die reflexartigen Aufschreie, sobald jemand die weichgespülte politische Korrektheit verbal verlässt. Aber Worte, das ist doch etwas anderes! Worte haben doch Bestand, enthalten ewige Wahrheiten!

„Trotzdem“, werden Sie sagen, „die Worte der Bibel bewirken doch keine politischen Entscheidungen!“

Eigentlich bin ich im ersten Moment geneigt, Ihnen recht zu geben, denn wen interessiert schon noch die Bibel? Doch dann habe ich den Predigttext für Sonntag gelesen. Es ist eine der beiden Stellen, in denen „Schwerter zu Pflugscharen“ gedacht wird. Vor gut 35 Jahren hat diese 2500 Jahre alte pazifistische Idee sehr wohl eine Regierung zum Handeln und damit unzählige junge Menschen in Haft gebracht. Nur weil sie an der Jacke einen Aufnäher mit einer Bibelstelle nebst dem Bild eines sowjetischen Denkmals an die UNO trugen!

Und heute? Auch heute erleben wir hin und wieder, dass Politiker nicht ihr Fähnchen nach der öffentlichen Meinung in den Wind hängen, sondern christlich-abendländische Werte ernst nehmen und sich damit oft heftigster Kritik aussetzen. „Was Ihr einem meiner Geringsten getan habt, das habt ihr mir getan!“ – Jesus und die Werke der Barmherzigkeit und die ganz konkrete Antwort einer Politikerin: „Wir schaffen das!“, getragen damals von unzähligen Mitbürgern, die angepackt haben, die Hungernde gespeist, Nackte gekleidet & Fremde aufgenommen haben.

Wo Wörter oft nur Schall und Rauch sind, können Worte die Welt verändern; die Worte der Bibel, aber auch unsere eigenen. Worte und Wörter, was geben sie von sich?

Ihr Pfarrer Th.-M. Robscheit

 

Erstmals erschienen in der Thüringer Allgemeinde, Ausgabe Apolda am 10. August 2019

Zu Gast in Oberndorf mit Taufe

Zum Schuljahresanfang hat die Gemeinde in Oberndorf nicht nur die Schulanfanger, sondern alle Kinder herzlich eingeladen. In dem Gottesdienst wurden die Kinder persönlich gesegnet. Musikalisches Highlight war der Auftritt des Kinderchores der Evangelischen Grundschule aus Apolda unter Leitung von Mike Nych.

Ein ganz besonderer Gottesdienst war es allerdings für Leonie und ihre Familie, denn Leonie wurde getauft!

Nach dem Gottesdienst in der voll besetzten Oberndorfer Kirche, waren alle auf den Winter-Hof gegenüber eingeladen und konnten bei Kaffee und Kuchen miteinander reden, spielen und den Tag genießen.