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Essen: Gemeinsam schmeckt´s besser

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Essen

Vielleicht, liebe Leserinnen und Leser, sitzen Sie gerade beim Frühstück  und essen. Lassen Sie es sich schmecken! Sind Sie alleine oder teilen Sie sich die Zeitung gerade mit Ihrem Partner oder Ihrer Partnerin? Wahrscheinlich geht es Ihnen so wie mir, dass das Essen mit anderen zusammen besser schmeckt, man läßt sich Zeit. Da macht auch das Vorbereiten der Mahlzeit mehr Freude.

Ich erinnere mich an meine Schwiegeroma Hanni. Wenn wir zu Besuch kamen gab es Gulasch, Rouladen und gelegentlich auch noch Eisbein. Zu einer Mahlzeit! Hintereinander! Knödel, Kartoffeln, Gemüse natürlich auch. Unmöglich das alles auch nur annähernd aufzuessen. Für sich alleine hat sie nie so einen Aufwand betrieben! Irgendwie steckt es tief in unserer Menschlichkeit, miteinander zu essen. Wahrscheinlich erleben wir Gemeinschaft dann am intensivsten.

So ist es sicherlich kein Zufall, dass in den Berichten über Jesus unzählige Annekdoten auftauchen, in denen es ums gemeinsame Essen geht; manchmal nur Brot und Fisch, manchmal ein Festmahl; manchmal wurde er eingeladen, manchmal ist er einfach gekommen; mit Freunden und mit völlig fremden Menschen. Ganz unterschiedlich waren diese Mahlzeiten. Eines aber ist immer gleich: es passierte mehr als nur Nahrungsaufnahme! Es ergaben sich spannende Unterhaltungen, gegensätzliche Meinungen wurde diskutiert oder der Blick auf den Alltag aus einer anderen Perspektive gerichtet. Miteinander essen, miteinander dabei reden, das kann das Leben ungemein bereichern!
Wie wär´s, liebe Leserinnen und Leser, wenn sie heute Ihre Mittagssuppe mit anderen zusammen essen? Laden Sie ein, oder lassen Sie sich einladen!

 

Erschienen als geistliches Wort am 15.06. 2019  in der Apoldaer Ausgabe der Thüringer Allgemeinen.

Lobt den HERRN, alle Völker!

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Lobt den HERRN, alle Völker! Rühmt ihn, ihr Nationen alle!
Psalm 117,1

Mit dem Loben ist das ja so eine Sache. Es fällt uns ja deutlich leichter zu klagen: „ Wie kann Gott das zulassen?“ Diese Frage werden Sie alle schon gehört und vielleicht sogar selber schon gestellt haben. Wir haben Bilder schreiender Ungerechtigkeit vor uns. Kinder, die verwaist in zerstörten Städten herumirren oder Menschen mit stumpfen hoffnungslosem Blick, im Hintergrund der giftige Schlamm, der ihre Dörfer und Familien begraben hat.

„Wenn es Gott gäbe, würde er das nicht zulassen!“ das ist der Vorwurf, den wir zu hören bekommen und kaum entkräften können. Meistens blenden wir aus, dass ein Großteil dieser Not durch Menschen verschuldet ist, von Menschen, die so leben wie wir: deren Regierungen geopolitische Interessen mit Gewalt durchsetzen; Zwietracht säen, lokale Spannungen anheizen und gut daran verdienen, die Konfliktparteien mit Waffen zu versorgen. Wie kann Gott das zulassen; zulassen, dass Menschen so auf Kosten anderer Menschen wie die Maden im Speck leben?

„Nicht immer der moralische Hammer mit der großen Weltpolitik bitte!“, werden Sie jetzt vielleicht aufstöhnen. „Es gibt genug Unbill in meinem eigenen kleinen Leben!“ Auch da finden wir genug Grund zu Klage: Gesundheit, Ärger mit Nachbarn, Ungerechtigkeit in der Gesetzgebung… „Warum sollte ich Gott loben oder danken?“, fragen Sie jetzt vielleicht.

Fällt Ihnen wirklich nichts ein?

Sind Sie tatsächlich der Meinung, dass es selbstverständlich ist, im Frieden zu leben, genug zu Essen zu haben? Wenn Sie eine Zeitung aufmerksam lesen, werden Sie merken, dass all das keineswegs selbstverständlich ist. Es gibt viele große und kleine Gründe, dankbar zu sein!

Ich wünsche Ihnen, dass Ihre Augen offen sind für das Gute dieser Welt: denn das macht Ihr Leben reicher und gibt Ihnen die Kraft mit vielleicht scheinbar ganz kleinen Schritten, gegen die vielen Übel dieser Welt anzugehen. Und dann wird es wieder jemanden geben, der Gott lobt für das Gute, das ihm widerfährt!

Lobt den HERRN, alle Völker! Rühmt ihn, ihr Nationen alle!
Psalm 117,1

Erschienen als geistliches Wort am 16.02. 2019  in der Apoldaer Ausgabe der Thüringer Allgemeinen.

Peter und Paul werden auch die Pfarrer faul

This entry is part 98 of 100 in the series geistliches Wort

Peter und Paul werden auch die Pfarrer faul

Liebe Leserinnen und Leser!

„Peter und Paul werden auch die Pfarrer faul!“ – leider ist es auch hier wie bei vielen Sprichworten: sie stimmen nur teilweise.
Aber mal der Reihe nach: Mit dem 29. Juni – die Namenspatronen sind Petrus & Paulus – sind die wichtigsten christlichen Feste des Kirchenjahres vorbei: Advent, Weihnachten, Passionszeit, Ostern, Himmelfahrt und Pfingsten. Die Konfirmationen sind Geschichte, Bibelwochen, Gebetswoche und der Weltgebetstag. Alles sammelt sich in der ersten Jahreshälfte.

Soweit ist das Sprichwort noch richtig; doch warten in der zweiten Jahreshälfte nicht minder wichtige Aufgaben. Sie sind nur oft nicht so sehr im öffentlichen Bewußtsein wie Verwaltung, Fördermitteleinwerben oder Bauaufgaben. Und natürlich warten Erntedank und Reformationstag sowie Feste, die erst in den letzten Jahrzehnten an Bedeutung gewonnen haben. Denken Sie an Schulanfängergottesdienste oder den Martinstag. Mit dem Faulwerden, liebe Leserinnen und Leser, klappt es leider genauso wenig wie bei den meisten anderen Berufen. Das legendäre Sommerloch gibt es oft nur als Wunschvorstellung!

Aber ein bißchen liegt es auch an uns selber: sind wir doch einfach mal faul, lassen die Seele baumeln und blicken stolz auf das zurück, was wir bereits geschafft haben!

Schließlich haben wir ein prominentes Vorbild: Und Gott segnete den siebenten Tag und heiligte ihn, weil er an ihm ruhte von allen seinen Werken, die Gott geschaffen und gemacht hatte. Und siehe, es war sehr gut! (1. Mose 2,3)
Also ruhen auch Sie mindestens einen Tag in der Woche von dem aus, was sonst Ihr Alltag ist. Wer viel alleine ist, sollte unter Leute gehen; wer nur Trubel um sich hat, die Einsamkeit suchen und wer immerzu unterwegs ist, zu Hause innehalten und wer meistens zu Hause ist, mal wieder einen Ausflug machen.
Ich wünsche Ihnen, dass Sie bei diesem Faulenzen dann dankbar feststellen dürfen: die Mühen haben sich gelohnt, es ist alles gut!

Ihr Th.-M. Robscheit

Erstmals veröffentlich als geistliches Wort am 29.06. 2019  in der Apoldaer Ausgabe der Thüringer Allgemeinen.

Friedrich Kramer: Vorstellung als Bischofskandidat

This entry is part 9 of 9 in the series Landeskirche

Friedrich Kramer: Vorstellung als Bischofskandidat

Auf der 9. Tagung der II Landessynode der EKM haben sich die drei Kandidaten für die Bischofswahl in einem zwanzigminütigen Impulsreferat vorgestellt. Der spätere Gewinner der Bischofswahlwahl, Friedrich Kramer, hat sein Referat mit „Die siebeneinhalb Ks der Kirche“ überschrieben. Hier können Sie die stichpunktartigen Notizen des Synodalen Th.-M. Robscheit lesen.

Krise

  • was ist die Krise der Kirche?; 
  • nicht das Wenigerwerden; es gibt keinen Wendepunkt, sondern eine kontinuierliche Entwicklung (die vielleicht nicht immer schön ist); 
  • eine wirkliche Krise liegt in der Umweltpolitik
  • Krise ist der Normalzustand der Christen

Kompass

  • wonach richten wir uns aus?
  • Leitung: kreativität, Kommunikation & Kontext
  • Jeder muss vor Ort kreativ werden; Lösungen kommen nicht von oben

Kommunikation

  • Machtfragen müssen geklärt werden, sonst nutzt beste Kommunikation nichts
  • der Ruf der Kirche muss verbessert werden -> damit Leute Lust haben, bei Kirche mitzumachen; 
  • ordentliche Streitkultur (schwierig ist es, wenn nicht mehr gestritten wird); 
  • Frage der Digitalität

Kooperation

  • Wir sind verstreut, können aber miteinander sein
  • Partner suchen; Kooperation auf Augenhöhe
  • wird können oft mehr machen, als wir denken, weil wir oft der einzige große Player sind

Kultur

  • Wie öffnen und nutzen wir unsere kulturellen Schätze?
  • Kultureller Wandel -> Abstimmung zu einer nachhaltigen Gesellschaft
  • Nicht nur Trauer nach außen zeigen, sondern vor allem nach außen Fröhlichkeit zeigen!

Konzertfähigkeit

  • Kirche als Teil einer großen musikalischen Landschaft; als wer verstehen wir uns in dem „Orchester“?
  • verstehen wir, wie gerade die Stimmung ist?
  • Eigenverständnis als Leitung: Dirigent

Kairos: der richtige Moment

  • manchmal ist etwas Richtiges im falschen Moment (bsp:Bischofsbericht als Abschlussbericht; aber nur Diskussion über Kommunikation) 

Kraft

  • warum nur 1/2 k?): wir leben aus der Kraft Gottes
  • Kraft im Vater Unser

 

In der anschließenden 45 minütigen Diskussion in drei Gruppen wurde auf einige dieser Punkte besonders eingegangen. In der Gruppe, in der der Verfasser saß,  zum Beispiel:

  • Warum wurde mit „Krise“ begonnen?
    • Weil Kirche mit Krise verbunden wird; er das aber nicht so sieht.
  • Verbesserung des Rufes der Kirchen:
    • Rufschädigung begann mit den Bauernkriegen (durch verhalten Luthers)
    • Gottesdienste mit vier Leuten sind „rufschädigend“; man muss auch darauf achten, wie Dinge nach außen wirken.

 

 

9. Tagung der II Landessynode der EKM Bischofwahl

This entry is part 8 of 9 in the series Landeskirche

EKM Bischofwahl

Obwohl des Schwerpunktthema der Tagung „Ehrenamtliches Engagement in der EKM“ ist, überwiegen zwei andere Themen die Tagung.  Zum einen ist das ein Kommunikationsproblem zwischen LKR und Landessynode, das sich an einer Diskussion über die eingereichte Petition zu Tempo 130 auf Autobahnen entzündet hatte.  In der Aussprache zum Bischofsbericht  hat dies notwendiger Weise einen sehr breiten Raum  eingenommen. Der dankbare Rückblick auf die zehnjährige Amtszeit unserer Bischöfin Junkermann kam an dieser Stelle dadurch zunächst zu kurz.
Zum anderen beschäftigt die Wahl einer neuen Bischöfin oder eines neuen Bischofs der EKM die Synodalen.

Alle Unterlagen zur Tagung findenSie auf der Seite der EKM. In diesem Beitrag wird nicht auf alle Anträge und TOPs eingegangen.

EKM Bischofswahl

Zur Wahl standen drei Kandidaten Friedrich Kramer, Karsten Müller, Ulrike Weyer. Alle drei haben sich öffentlich (übertragen im MDR) vorgestellt. Auf der Synode hatte jeder von ihnen 20 Minuten Zeit, sich vorzustellen und in Kleingruppen wurde dann jeder 45 Minuten befragt.

Die Qual der Wahl?

Der Bischofswahlausschuß hatte 16 Personen (acht Frauen, acht Männer) in die nähere Auswahl genommen und angefragt, ob sie theoretisch zur Verfügung stehen könnten. Nicht alle haben zugesagt, es folgten Gespräche durch die Findungsgruppe und schließlich wurden die drei Kandidaten der Synode präsentiert. Eine vierte Kandidatin hatte ihre Bereitschaft zur Kandidatur zurückgezogen.


Ersten Wahlgang
83 Stimmen, davon 82 gültig

Enthaltungen: 10
Kramer: 40
Müller: 13
Weyer: 19
Herr Müller zieht nach der ersten Runde seine Kandidatur zurück.

Zweiter Wahlgang
84 gültige Stimmen

Enthaltungen: 10
Kramer: 53
Weyer: 21

Dritter Wahlgang
84 gültige Stimmen
Enthaltungen: 11
Kramer: 56 (2/3 Mehrheit erreicht!)
Weyer: 17

EKM Bischofwahl
Der designierte Bischof der EKM: Friedrich Kramer

Damit ist Friedrich Kramer im dritten Wahlgang zum neuen Bischof der EKM gewählt worden.

In seiner Vorstellung hatte Kramer auf „7 1/2 Ks“ der Kirche hingewiesen. Eine stichpunktartige Mitschrift können Sie im folgenden Artikel lesen.

 

TOP 2 Bericht der Landesbischöfin

„Lobe den Herrn, meine Seele, und vergiss nicht, was er Dir Gutes getan hat.“ (Ps. 103,2)

Neben der oben bereits erwähnten Spannung zwischen Landeskirchenrat und Landessynode, hat die Bischöfin auf ihre Amtszeit zurück und den weiteren Weg vorrausgeblickt. Nach der Diskussion im Plenum und anschließend in den Ausschüssen hat die Synode den folgenden Text verabschiedet:

Wir danken der Landesbischöfin für ihren offenen und ehrlichen Bericht und den gemeinsamen Weg in den vergangenen zehn Jahren. In besonderer Weise würdigen wir ihr Verdienst, das Zusammenwachsen zweier Landeskirchen mit unterschiedlichen Traditionen zu einer gemeinsamen Kirche befördert und begleitet zu haben. Dabei hat sie uns ermutigt, unsere Schätze wahrzunehmen und sich zuversichtlich den Herausforderungen zu stellen.
Wir danken ihr für das Engagement in der Reformationsdekade. Sie hat damit der neuen Kirche ein Gesicht gegeben.
Mit ihren Anstößen, wie beispielsweise zu den „Offenen Kirchen“ und zur selbstkritischen Auseinandersetzung mit unserer Geschichte, hat sie Wege gezeigt, auf denen wir als EKM weitergehen können – befreit durch Gottes Gnade.

TOP 4 Der ehrenamtliche Dienst in der EKM

Wie bereits oben geschrieben, war dies als wichtigstes Thema der Synodaltagung geplant. Umfangreich wurde eine Bestandanalyse präsentiert. Darin u.a. was motiviert zum ehrenamtlichenEngagement, welche Rolle spielt Geld oder wie ist das Verhältnis von Ehrenamtlichen zu Hauptamtlichen. Die verschiedenen Schwerpunkte sind dann ausführlich in Ausschüssen diskutiert und beraten worden. So hat sich der Haushalts- & Finanzausschuß vor allem mit dem Thema Geld & Ehrenamt beschäftigt. Dass es nicht überall selbstverständlich ist, dass Ehrenamtliche ihre Auslagen möglichst unbürokratisch ersetzt bekommen, stieß auf großes Unverständnis. Wichtig ist auch eine klare Abgrenzung von Nebenamt und Ehrenamt.
Am Sonnabend wurden die umfangreichen Ergebnisse wieder ins Plenum eingespeist. Allerdings wurde recht schnell deutlich, dass eine sinnvolle Aufarbeitung das Plenum jetzt überfordert. Deswegen hat die Synode beschlossen, sich auf der nächsten Tagung erneut mit dem Thema ehrenamtlicher Dienst zu befassen. Bis dahin ist das Landeskirchenamt gebeten, die Ergebnisse der Ausschüsse so aufzuarbeiten, dass damit eine synodale Weiterarbeit möglich ist.

TOP 6.3 Antrag zum Umgang mit historisch wertvollen Bibliotheken

Der Kirchenkreis Erfurt hat einen Antrag zum Umgang mit wertvollen alten Bibliotheken gestellt. Hintergrund sind die oft erheblichen Kosten, die mit einem sachgerechten, verantwortlichen Umgang verbunden sind.
Die Landessynode beschließt, die Situation und Perspektive der historischen theologischen Bibliotheken auf dem Gebiet der EKM und in Trägerschaft bzw. Besitz von Einrichtungen innerhalb der Landeskirche zu thematisieren. Die Landessynode bittet das Landeskirchenamt, der Herbstsynode 2020 erste konzeptionelle Überlegungen zur Sicherung, Betreuung und Bereitstellung der Bestände der historischen theologischen Bibliotheken auf dem Gebiet der EKM vorzulegen. Ziel ist, diese historisch einzigartigen Schätze langfristig zu sichern, zugänglich zu machen und wo möglich Kooperationspartner einzubinden.
EKM Bischofwahl

TOP 6.5  Antrag des Synodalen Prof. Dr. Vogel an die Landessynode
betreffend der Vergabe von Räumen kirchlicher und diakonischer Häuser

Prof. Vogel hat aufgrund eines entsprechenden Vorkommnisses außerhalb der EKM beantragt, dass Veranstaltungen der AfD (und auch der Untergruppierung Christen in der AfD) nicht in kirchlichen Räumen stattfinden sollen. In der Diskussion wurde deutlich, dass es entsprechende gesetzliche Grundlagen bereits gibt. Damit diese auch bekannt sind und angewendet werden können, wurde der folgende Beschluß gefaßt:
Die Landessynode hält fest, dass landeskirchliche Räume nicht an menschenfeindliche und demokratieverachtende Parteien und Gruppen, wie z.B. die AfD und ihre Gruppierungen, vergeben werden und empfiehlt den Kirchenkreisen, Kirchengemeinden und diakonischen Einrichtungen entsprechend zu verfahren. Sie ermutigt diese, von ihrem Hausrecht Gebrauch zu machen.
Ausgangspunkt hierfür sind der kirchliche Auftrag zum Einsatz gegen alle Formen von Diskriminierung und Menschenfeindlichkeit (Art. 2 Abs. 10 Kirchenverfassung) und die Verpflichtung, kirchliche Räume nicht im Widerspruch zu ihrem kirchlichen Zweck zu nutzen (§ 20 Vermögensverwaltungs- und Aufsichtsgesetz, Nr. 20 Vermögensverwaltungs- und Aufsichtsverordnung).

TOP 7.1: Sachstandbericht zur gleichgeschlechtlichen Partnerschaft

Der JugendsynodaleHuhn hat in der Frühjahrstagung der Landessynode 2017 Gleichstellung eingetragener Partnerschaften mit der Ehe beantragt. Mit ihrem Beschluss bat die Landessynode den Landeskirchenrat, „ein geeignetes Format zu finden, in dem dieses Gespräch in absehbarer Zeit weitergeführt werden kann“. Ein Zwischenbericht liegt vor. Der Ausschuß für Theologie und Kirche soll bis  zur nächsten Tagung eine Beschlußvorlage erstellen. Die Synode soll dann eine Entscheidung dazu treffen, ob in der kirchlichen Praxis und ggf. wie gleichgeschlechtliche Ehen bedacht werden.

 

 

Mitarbeiter sofort eingestellt

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Mitarbeiter sofort eingestellt

In diesem Jahr hatte ich mir in der Passionszeit vorgenommen, sooft wie möglich das Auto stehen zu lassen. Ich bin überrascht, wie unvorhergesehen und interessant die Wege dadurch werden. Manchmal bin ich gelaufen, oft nehme ich den Bus (oder versuche das zumindest). Neulich stand ich mit einer älteren Dame allerdings vergeblich in Kapellendorf; wir plauderten ganz anregt. Die Zeit verging, der Bus kam nicht. Scheinbar hatte jemand seinen Dienstplan nicht richtig gelesen. Ein paar Tage später erzählte ich das einem Busfahrer. Als hätte man in einen Ballon mit Wasser gestochen, sprudelte er los: wie schwierig es sei; viel zu wenig Personal, dauernd ändert sich der Dienstplan, unzählige Überstunden & wenn dann noch jemand krank wird… Der oft beschworene drohende Fachkräftemangel hat längst Einzug gehalten! An verschiedensten Autos kleben Hinweise, dass Mitarbeiter sofort eingestellt würden.

Viel Arbeit und zu wenige, die diese Arbeit stemmen können. Mir kommen ähnliche Sorgen und Probleme in unserer Kirche, dem Gesundheitswesen und Schulen in den Sinn. Doch da fällt nicht ein Bus aus oder ein Haus wird erst später fertig. Da hängt das Wohl und Wehe anderer Menschen oft ganz existentiell vom Engagement derjenigen ab, die da sind, die durchhalten, die eigene Interessen hinten an stellen und denen das dann in aller Regel nicht gedankt wird.

Wie gehen wir, liebe Leserinnen und Leser mit dieser Beobachtung um? Ist das etwas Neues? War das vor 20 Jahren, als es eine hohe Arbeitslosigkeit gab anders? Oder vor 2000 Jahren? Wohl eher nicht: „Und als Jesus das Volk sah, jammerte es ihn; denn sie waren geängstigt und zerstreut wie die Schafe, die keinen Hirten haben. Da sprach er zu seinen Jüngern: Die Ernte ist groß, aber wenige sind der Arbeiter. Darum bittet den Herrn der Ernte, dass er Arbeiter in seine Ernte sende.“ Wenn sollte Gott senden? Als grüne Damen oder als Schulbegleiter? Wenn sollte er schicken, an der Bushaltestelle anzuhalten & vergeblich Wartende mitzunehmen?Wer hört das Rufen? Fühlen sie sich, liebe Leserinnen und Leser angesprochen?

Ihr Th.-M. Robscheit

 

Erschienen als geistliches Wort am 06.04. 2019  in der Apoldaer Ausgabe der Thüringer Allgemeinen.

Hätte der Hund nicht…

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Hätte der Hund nicht…

Sie kennen, liebe Leserinnen und Leser, diesen Spruch vom Hund und seiner Notdurft: Hätte der Hund nicht… hätte er den Hasen gehabt. Früher, als wir selber noch keinen Dackel hatten, konnte ich mir das nicht vorstellen: dass ein Hund auf der Jagd plötzlich innehält und sein Geschäft verrichtet. Nun weiß ich es besser. Bei unserer Frieda ist es tatsächlich so, dass sie nach wenigen Metern Rennen erstmal innehält. Hätte der Hund nicht… hätte er den Hasen gehabt.

Nein, hätte er trotzdem nicht! Aber er läßt sich natürlich trefflich darüber diskutieren, was alles wäre, wenn die Umstände anders gewesen wären. Sie kennen das aus den verschiedensten Lebensbereichen: Hätte ich andere Lehrer gehabt, dann… oder: wäre ich wegen meines Hauses nicht ortsgebunden, dann wäre ich…; wäre der Gottesdienst nicht 10:30, dann …

Was bringt das, dieses „Wenn“ & „Hätte“? Gar nichts! Im Gegenteil! Es lähmt uns. Wir verbeißen uns (wieder ein Hundebild!) in Belanglosigkeit und verlieren das Ziel aus den Augen. Nichts anderes meint Jesus: „Wer die Hand an den Pflug legt und schaut zurück, der ist nicht gemacht für das Reich Gottes.“ Blicke nach vorn und mach das Beste aus Deiner jetzigen Situation, ganz gleich, wie sie entstanden ist! Dir ist Lebenszeit geschenkt, Du bist verantwortlich dafür, laß Dich von Widrigkeiten und Rückschlägen nicht entmutigen! Das Reich Gottes ist vor dir! Dein Leben hat ein Ziel, verliere es nicht aus den Augen!

Und Frieda? Frieda ist entspannt, sie weiß wie der Hase läuft: „Den Hasen bekomme ich sowieso nicht; aber ich rieche ganz genau, ob er von links nach rechts oder umgekehr gehoppelt kam!“ Und fröhlich bellend zeigt sie mir die Richtung und folgt unbeirrbar ihrem Ziel.

Ein spannendes Wochenende wünscht Ihnen Ihr Pfr. Th.-M. Robscheit

Erschienen in leicht gekürzter Version als geistliches Wort am 22. 03. 2019  in der Apoldaer Ausgabe der Thüringer Allgemeinen.

Autofasten der Schludrian bei der PVG

This entry is part 4 of 4 in the series 2019 - Autofasten

Diesmal kam das „Fastenbrechen“ von ganz unerwarteter Seite; jedenfalls für mich als in Deutschland sozialisiertem Menschen!

Ich stand pünktlich am Bus, eine ältere Dame aus Kapellendorf kam dazu. Wir haben über die Pflege ihres Mannes geplaudert; zunächst aber über meinen Plan, möglichst viel mit dem öffentlichen Nahverkehr und wenig mit dem eigenen Auto zu fahren. Das brachte sie dazu, mir zu berichten, wie schwierig es manchmal ist, wenn man täglich den Bus benutzen muss und dann auch noch umsteigen. „Manchmal laufe ich dann ach einfach über´s Feld“, berichtete sie. „Aber ein bißchen komisch ist mir da schon!“,  kann ich mir denken. So plätscherte das Gespräch dahin, doch irgendwann kam es uns doch eigenartig vor, dass der Bus nicht pünktlich war. Wie kann man von Frankendorf bis Kapellendorf 10 Minuten Verspätung haben?
„Vielleicht parkt einer die Straße zu?“ Nur eine vage Hoffnung, während die Gewissheit immer mehr Gestalt annahm.
Schließlich der Anruf bei der PVG in Apolda. Die Bitte, kurz zu warten; dann: „Ja, der Bus ist heute ausgefallen.“
„Das finde ich aber nicht lustig!“
„Beschweren Sie sich gleich in Weimar, die sind zuständig.“
„Hm.“
„Wenn da einer seinen Dienstplan nicht lesen kann…“, hörte ich noch brummeln.

Dass der Bus ausgefallen ist,  war scheinbar erst durch unseren Anruf überhaupt aufgefallen. An die PVG & die Dachorganistaion VMT habe ich geschrieben & meinen Unmut darüber geäußert, dass der o.g. Bus  nicht gefahren ist.

Wenn man wirbt, muss man auch das Produkt liefern!

Die PVG  beteiligt sich als Mitglied des VMT an der Aktion Autofasten (https://www.vmt-thueringen.de/aktion-autofasten-2019/) & wollen Menschen zum Umsteigen auf den öffentlichen Personennahverkehr ermutigen und animieren. Zumindest während des Aktionszeitraumes sollte dann aber auch die nötige Professionalität gegeben sein & alles klappen. Von dieser Seite hatte ich jedenfalls eigentlich keine Problem erwartet.

Ich habe schließlich das Auto geholt und die Frau nach Apolda gefahren und dann meine Dinge erledigt.

 

PS: Bis jetzt habe ich pbrigens noch keine Antwort auf meine Mail bekommen, weder von der PVG noch von VMT

 

Autofasten – Ungleichzeitigkeiten

This entry is part 1 of 4 in the series 2019 - Autofasten

Mit einigen Schwierigkeiten beim Verzicht auf´s Auto hatte ich ja schon gerechnet: Gottesdienste und Passionsandachten. Auch der ganz private Wocheneinkauf gehörte schon zu den Ereignissen, bei denen ich von vornherein gar nicht die Illusion hatte, ich würde das Auto stehen lassen.

Doch gestern mußte ich zur Verwaltungsgemeinschaft nach Mellingen. Das gab unerwartete Probleme.

07:19 der Schulbus wäre eine günstige Verbindung gewesen, aber vor der Verwaltungsgemeinschaft hätte ich dann knapp 1 1/2 Stunden bis zur Öffnung selbiger warten müssen.Sie können sich vorstellen, dass ich dazu keine Lust & auch nicht die nötige Zeit hatte.

Mit einer „passenden“ Verbindung  wäre meine Reise mit drei Mal Umsteigen über Jena gegangen und hätte (nur Hinfahrt!) etwas über zwei Stunden gedauert. In dieser Zeit wäre ich locker die zehn Kilometer gelaufen und es wäre auch noch Luft für ein Picknick gewesen. Diese Variante kam also auch nicht in Frage. Zumal jede Strecke mit zehn Euro alles andere als günstig ist.

Erfreulicherweise muss man in dieser Behörde selten lange warten, der Besuch mit dem Nahverkehr wäre trozdem eine gute Halbtagesreise geworden. Das hat dann meine Motivation ausgebremst & ich bin die insgesamt 20 km mit dem Auto gefahren; nach weniger als einer Stunde war alles erledigt.

Autofasten – der lange Schatten

This entry is part 3 of 4 in the series 2019 - Autofasten
Autofasten – der lange Schatten

Heute mußte ich schon ziemlich mit meinem inneren Schweinehund kämpfen. Zwei Besuche in Hammerstedt und einer in Frankendorf standen außer der bequemen Büroarbeit auf dem Vormittagsprogramm. Damit ich 09:00 in Hammerstedt sein kann, bin ich kurz nach 08:00 los. Eigentlich hätte ich da noch getrost eine gute halbe Stunde am Schreibtisch arbeiten und Mails beantworten können. Mir kamen unglaublich viele gute Gründe in den Sinn, warum es heute bei dem vollen Terminkalender auf alle Fälle besser sei, mit dem Auto zu fahren. Aber irgendwie ist es mir dann doch gelungen, Schuhe anzuziehen, den kleinen Rucksack zu packen und loszulaufen.

Der anbrechende Tag belohnt mit leuchtenden Farben und zwitschernden Vögeln. In der aufgehenden Sonnen dann mein langer Schatten: sieben Wochen!

Letztendlich hat alles gar nicht so lange gedauert, wie ich gedacht hatte. Der Weg über die Felder ist erheblich kürzer als die Straße; knapp 8 km dauern wenn man zügig läuft auch keine Ewigkeit.