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Abgehängt

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Abgehängt

Liebe Leserinnen und Leser,
„abgehängt“ ist in dieser Woche das Un-Wort in Apolda & das alles wegen eines schlecht recherchierten Beitrages eines dritten Programmes. Ich habe mir die Mühe gemacht und den Beitrag in der Mediathek angesehen. Interessant ist das Ende: da wird nämlich gefordert, dass die Bundespolitik agieren müsse (also die da oben – bloß sich nicht selber anstrengen), „damit sich… niemand abgehängt fühlt.“

Aber, fühlen Sie sich, liebe Leserinnen und Leser, überhaupt abgehängt? Wann kann einem das eigentlich passieren, dass man „abgehängt“ wird? Ich habe irgendwelches Rennen und Hetzen vor Augen. Ausdauerlauf im Stadion, bei denen irgendwann der Punkt erreicht ist, dass jemand nicht mehr mitkommt. Manch einer denkt vielleicht auch an das Hamsterrad in das Arbeit und Alltag ihn zwängen. Immer schneller und immer mehr, bis es nicht mehr geht.

Immer schneller, immer mehr, immer schöner, immer weiter, immer billiger. Wo noch so gedacht wird, wird Raubbau betrieben an Menschen und Ressourcen, werden Lebensqualität und Zukunft zerstört. Im privaten Umfeld, wie in der Wirtschaft erleben wir fast täglich, dass dies ein Irrweg ist. Es gibt kein grenzenloses Wachstum. Vielmehr ist das alles ein Rennen im Stadion: Runde um Runde kommt man an der selben Stelle vorbei. Ist es da nicht viel klüger, (sich) abzuhängen? „Es gibt nichts Neues unter der Sonne, alles ist eitel und Haschen nach Wind“, lesen wir schon im Alten Testament (Prediger 1) und die Erkenntnis, „dass es nichts Besseres gibt als fröhlich sein und sich gütlich tun in seinem Leben. Denn ein jeder Mensch, der da isst und trinkt und hat guten Mut bei all seinem Mühen, das ist eine Gabe Gottes. “ (Prediger 3, 12+13).

So wünsche ich Ihnen ein Wochenende, bei dem Sie zur Ruhe kommen, Kraft schöpfen und fröhlich sind bei aller -auch vergeblicher- Mühe, die die Woche Ihnen gebracht hat. Und ob Ihr Wohnort abgehängt im Hetzen der Zeit oder eine lebendige und liebenswerte Heimat ist, liegt ganz in Ihrem Fühlen & Handeln.

Ihr Th.-M. Robscheit

 

Erschienen zu 04.08.  2018  in der Apoldaer Ausgabe der Thüringer Allgemeinen

Henne oder Ei

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Henne oder Ei

Guten Morgen, liebe Leserinnen und Leser!
Was war zuerst da, Hase oder Ei?, ach nein, es muss ja Henne oder Ei heißen! Bei Hase oder Ei ließe sich die Frage recht einfach beantworten. Das Ei war zuerst da! Das Ei als Symbol für das Leben stammt bereits aus vorchristlicher Zeit, ein Blick nach Eisenach zum Sommergewinn erinnert uns daran. Der Hase als Ostersymbol ist erst mit dem Christentum aufgetaucht. Hin und wieder hört man auch, dass der Hase wegen seiner Fruchtbarkeit auch im Germanentum ein Symbol für Leben gewesen sei, doch da werden wohl Hasen und Kaninchen verwechselt. Denn nur Letztere vermehre sich außerordentlich stark. Aber was hat der Hase mit Ostern dann zu tun? In der Antike war man der fälschlichen Meinung, Hasen würden nie schlafen, weil sie angeblich immer die Augen geöffnet haben (Schlaf ist der Bruder des Todes, wenn der eine nicht kommt, dann der andere auch nicht). Dadurch wurden sie zum Symbol des Lebens und der Auferstehung.

Beim Ei hat sich übrigens eine interessante Bedeutungsverschiebung durch die christliche Interpretation ergeben. Es gilt nicht mehr nur als Symbol des Lebens, sondern des neuen Lebens, der Auferstehung: Das Ei ist in einer Schale, die an den Felsen des Grabes Jesu erinnert. Sie scheint wie aus Stein zu sein, auch ist das Ei zunächst kalt. Doch wie durch ein Wunder kann darin Leben wachsen und den Felsen zerbrechen. Wenn man das streng zu Ende denkt, müßten Ostereier eigentlich zerbrochene Eier sein, die bunten Eier, die jetzt schon an manchen Sträuchern hängen, sind dann vorösterliche Eier; Eier der Hoffnung, aber noch nicht des neuen Lebens!

Und was ist mit Henne und Ei? – davon, liebe Leserinnen und Leser, können Sie am nächsten Sonnabend lesen. Bis dahin wünsche ich Ihnen ein gesegnetes Osterfest!

Ihr Th.-M. Robscheit

Teil II (erschienen eine Woche später):

Liebe Leserinnen und Leser!

Vielleicht haben Sie auch am letzten Wochenende das geistliche Wort gelesen und warten darauf, was ich zum Henne-Ei-Problem schreibe. Was war eher da? Henne oder Ei? Das Ei, werden manche rufen. Aus ihm entsteht schließlich neues Leben! Nein, die Henne, denn sie muss das Ei ja gelegt haben. Ja, aber: wenn eine einzelne Henne auch dutzende Eier legt, wird daraus nicht ein einziges Küken schlüpfen, so ganz ohne Hahn!

Man kann dieses Spiel, liebe Leserinnen und Leser noch weiter treiben. Uns allen ist klar, dass diese Frage völlig falsch gestellt ist: keins von beiden war zuerst da! Aber trotzdem bewegt uns diese (sinnlose) Diskussion. Das liegt vielleicht daran, dass wir die Welt als unveränderlich wahrnehmen. Es gibt Hühner und Eier, eines geht aus dem anderen hervor. Das war schon immer so!, denken wir weit häufiger unbewusst als bewusst. Aber nur ganz wenig war tatsächlich schon immer, oder wenigstens sehr lange so, wie wir das kennen. Das meiste verändert sich, doch wir tragen Scheuklappen und können oder wollen das nicht wahrhaben. Wir haben unsere Vorurteile und was da nicht hineinpasst, wird negiert. Das beginnt ganz klein im Alltag, wenn wir unseren Schlüssel nicht finden, der Mitten auf dem Tisch liegt oder die Butter, die uns im Kühlschrank fast ins Gesicht springt. Das geht weiter dort, wo wir mit Klimaveränderung oder Migration konfrontiert werden und hört bei unserem Unverständnis für das Osterfest, der Auferstehung Christi, noch lange nicht auf! Nur hin und wieder gelingt es uns staunend wie ein Kind die Welt zu sehen und ihre alltäglichen Wunder: Henne oder Ei? Beides! Schauen Sie über den Tellerrand Ihrer alltäglichen Erfahrungen!

Ein wundervolles Wochenende wünsche ich Ihnen!

 

Erschienen zu Ostern 2018  in der Apoldaer Ausgabe der Thüringer Allgemeinen

Gute alte Zeit

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Gute alte Zeit

Liebe Leserinnen und Leser!
Erinnern Sie sich gerne? Die gute alte Zeit? Oder lassen Sie die Vergangenheit lieber vergangen sein und schauen nach vorn? Beides gibt es; beides ist wichtig! Wer immerzu nach hinten blickt, auf die vermeintlich gute alte Zeit, der verpasst die Chancen der Gegenwart. Denn der Blick ist dann eingeengt. Vieles, was früher gut funktioniert hat, klappt heute nicht mehr, weil sich viele andere Umstände geändert haben. In meiner Kindheit war es durchaus richtig, 20 Flaschen Ketchup zu kaufen, wenn es welches gab, heute macht das wohl niemand mehr. Es gab Zeiten, das war es sinnvoll, Geld in Lexika zu investieren…

Doch wer meint, die Vergangenheit spiele gar keine Rolle, der ist orientierungslos. Wir brauchen unsere Erfahrungen, unsere Wurzel um in die Zukunft hinein zu leben und die Gegenwart zu meistern. Deswegen ist es gut, ab und an innezuhalten und sich auch zu erinnern. So wie die Jugendlichen von einst, die heute ihre Goldene und Diamantene Konfirmation feiern. Da werden viele Erinnerungen wach, da wird über Lehrer und Mitschüler geplaudert, der eigene Lebensweg wir überdacht: was ist in diesen Jahren geschehen, welche finsteren Täler musste ich durchleben und über welche sonnigen Wiesen durfte ich gehen? Manch einer wird bei diesem Rückblick auch die Gewissheit haben, dass Gott ihn behütet hat, Tage, Wochen, Jahre und Jahrzehnte! Es ist gut, ab und zu an die gute alte Zeit zu denken.
Und, liebe Leserinnen und Leser, vergessen Sie nicht: die gute alte Zeit von morgen ist heute!

Ihr Th.-M. Robscheit

Erschienen am 28.04.2018  in der Apoldaer Ausgabe der Thüringer Allgemeinen

Arbeitseinsatz im Kirchgarten Oberndorf

Kirchgarten Oberndorf

Nachdem der Kirchgarten Oberndorf nun wieder komplett durch die Kirchengemeinde genutzt werden kann, sind etliche Stunden Arbeit nötig, um das Gelände wieder herzurichten! Wolfgang Winter koordiniert diese Arbeit nicht nur, sondern packt auch heftig mit an!

Vielen Dank an alle, die sich an den Arbeitseinsätzen beteiligen!

Verabschiedung von Conrad Neubert

2017-02-19 Conrad Neubert

Verabschiedung Conrad Neubert; (c) B. Rehder-Geßner
Verabschiedung Conrad Neubert; (c) B. Rehder-Geßner
Verabschiedung Conrad Neubert; (c) B. Rehder-Geßner
Verabschiedung Conrad Neubert; (c) B. Rehder-Geßner
Verabschiedung Conrad Neubert; (c) B. Rehder-Geßner
Verabschiedung Conrad Neubert; (c) B. Rehder-Geßner
Verabschiedung Conrad Neubert; (c) B. Rehder-Geßner
Verabschiedung Conrad Neubert; (c) B. Rehder-Geßner
Verabschiedung Conrad Neubert; (c) B. Rehder-Geßner
Verabschiedung Conrad Neubert; (c) B. Rehder-Geßner
Verabschiedung Conrad Neubert; (c) B. Rehder-Geßner
Verabschiedung Conrad Neubert; (c) B. Rehder-Geßner
Verabschiedung Conrad Neubert; (c) B. Rehder-Geßner
Verabschiedung Conrad Neubert; (c) B. Rehder-Geßner
Verabschiedung Conrad Neubert; (c) B. Rehder-Geßner
Verabschiedung Conrad Neubert; (c) B. Rehder-Geßner
Verabschiedung Conrad Neubert; (c) B. Rehder-Geßner
Verabschiedung Conrad Neubert; (c) B. Rehder-Geßner
Verabschiedung Conrad Neubert; (c) B. Rehder-Geßner
Verabschiedung Conrad Neubert; (c) B. Rehder-Geßner
Verabschiedung Conrad Neubert; (c) B. Rehder-Geßner
Verabschiedung Conrad Neubert; (c) B. Rehder-Geßner
Verabschiedung Conrad Neubert; (c) B. Rehder-Geßner
Verabschiedung Conrad Neubert; (c) B. Rehder-Geßner
Verabschiedung Conrad Neubert; (c) B. Rehder-Geßner
Verabschiedung Conrad Neubert; (c) B. Rehder-Geßner
Verabschiedung Conrad Neubert; (c) B. Rehder-Geßner
Verabschiedung Conrad Neubert; (c) B. Rehder-Geßner
Verabschiedung Conrad Neubert; (c) B. Rehder-Geßner
Verabschiedung Conrad Neubert; (c) B. Rehder-Geßner
Verabschiedung Conrad Neubert; (c) B. Rehder-Geßner
Verabschiedung Conrad Neubert; (c) B. Rehder-Geßner
Verabschiedung Conrad Neubert; (c) B. Rehder-Geßner
Verabschiedung Conrad Neubert; (c) B. Rehder-Geßner
Verabschiedung Conrad Neubert; (c) B. Rehder-Geßner
Verabschiedung Conrad Neubert; (c) B. Rehder-Geßner
Verabschiedung Conrad Neubert; (c) B. Rehder-Geßner
Verabschiedung Conrad Neubert; (c) B. Rehder-Geßner

 

In einem sehr emotionalen Gottesdienst fand am letzten Sonntag, 19. 02. 2017, die Verabschiedung von Conrad Neubert, unserem Vikar statt. In den letzten 2 1/2 Jahren hat er das Vikariat in den Kirchengemeinde Apolda & Kapellendorf bei Pfr. Robscheit erfolgreich absolviert. Zu dem Gottesdienst in der Martinskirche in Apolda waren deswegen auch viele Besucher aus den Dörfern, in denen Herr Neubert gelernt & gewirkt hat, gekommen.

Wie ein roter Faden zog sich das Thema „Liebe“ wegen der Nähe zum Valentinstag durch den Gottesdienst. In seiner Abschiedspredigt gelang Conrad Neubert auf eindrückliche Weise das besondere (Liebes-) Verhältnis Gottes zu uns Menschen zu beschreiben: „Mit dem Alten Testament haben die Menschen Gott einen Brief geschrieben: Liebst Du mich? Ja / Nein / Vielleicht.
Und Gott hat darauf geantwortet! Mit einem dicken, fetten Kreuz bei : JA!“
Neubert zeigt dabei nach oben an die Wand zum Kruzifix!
In Texten und Gebeten wurde die Liebe immerwieder thematisiert. Musikalisch festlich ausgeschmückt wurde der Gottesdienst durch Dr. Schwarz an der Trompete und Kreiskantor Nych an der Orgel.

Nachdem für den (ehemaligen) Vikar gebetet worden war, bedankten sich Pfr. Robscheit, Kirchenälteste und Gemeindeglieder bei Conrad Neubert für die gemeinsame Zeit.

Symbolisch schloß Pfr. Robscheit seine „Akte Vikariat“: „Eigentlich hatte ich vor, Ihnen die Akte mitzugeben, aber das mache ich nun doch nicht.“, so Robscheit. „Ich binde sie mit diesem Faden zu & wenn ich mal sentimental werde, krame ich sie wieder hervor und lese aus der guten alten Zeit!“ Mit Blick auf die Handakte fuhr er fort: „Wenn man sich die Länge der Eintragungen ansieht, merkt man, dass es allmählich immer weniger geworden ist. Ein gutes Zeichen! Pfarrer kann man nicht lernen, das hat man in sich. Ungeschliffen und verborgen vielleicht. Wie ein Rohdiamant. Ein Talent, das man entwickeln muss. Und nun, nach zwei Jahren ist dieser Diamant gewiss noch nicht als Brilliant geschliffen -das ist vielleicht soweit, wenn Sie mal in den Ruhestand gehen, ich bin für lebenslanges Lernen!-, aber an den Protokollen unserer Besprechungen kann man sehr deutlich sehen, wie immermehr Schliff & Glanz entstanden ist.“

Die Kirchenältesten bedankten sich mit einer Fotomontage der Kirchen des Kirchspiels Kapellendorf; Frau Unger, Vorsitzende des GKR Apolda hatte ein „Notfall – Pfarrhaus – Startpaket“ mit allem möglichen, was man in einer neuen Pfarrstelle gebrauchen könnte zusammengestellt. Claudia Robscheit hatte eine Kerze mit allen zehn Kirchen gestaltet und die JG bedankte sich nicht nur mit einem Geschenk für die zwei Jahre gemeinsamen Weges, sondern wünschte mit einem besonders vorgetragenen Text Gottes Segen für den weiteren Weg.

Obwohl etwas über zwei Jahre keine so lange Zeit sind, gab es doch jedem Menge zu erzählen. Der endgültige Abschluß des Vikariates steht übrigens noch bevor: die Ordination!

Conrad Neubert wird am 23. April 2017; 10:00 in der Georgenkirche in Eisenach ordiniert werden. Unsere Gemeinden organisieren eine Busfahrt dorthin. Wenn Sie Interesse haben, melden Sie sich bitte im Büro bei Frau Schubert.

Hier der Bericht vom Prüfungsgottesdienst im letzten Herbst

Übrigens: Wenn Sie alle Artikel, in denen Conrad Neubert vorkommt, lesen möchten, geben Sie den Namen einfach oben rechts ins Suchfenster ein. Sie erhalten dann eine Übersicht.

Christ in der Kirche

Ein Christ in der Kirche: Artikel in der „Glaube und Heimat“

In der Glaube und Heimat vom 18. 09. 2016 ist ein langer Artikel über das ehrenamtliche Engagement unseres Lektors Torsten Christ in der Kirche abgedruckt.

Wenn Sie den Artikel als .pdf lesen möchten, folgen Sie bitte dem Link

christ in der kirche

Pfarrer Robustheit

This entry is part 69 of 92 in the series geistliches Wort

„Lieber Pfarrer Robustheit,…“ so wurde ich neulich in einer e-mail angesprochen, die automatische Rechtschreibprüfung konnte mit „Robscheit“ offensichtlich nichts anfangen. Ich habe geschmunzelt und mir fiel ein, dass mir einmal beinahe ein richtiges Malheur passiert wäre: Im Einladungsbrief für die Kirchennacht in Kapellendorf wurde aus dem geplanten Aufbauen der Schlafplätze: „16:00 treffen wir uns zum Komasaufen.“ – Habe ich aber beim Korrekturlesen noch bemerkt! Stellen Sie sich vor, es wäre mir durchgerutscht! Wie oft passiert sowas in der Hektik! Wir sind unachtsam und plötzlich, ohne dass wir uns einer Schuld bewußt sind, stoßen wir andere Menschen vor den Kopf. Manchmal ist es Oberflächlichkeit, manchmal ein anderes Verständnis von Humor, manchmal andere Traditionen oder ein anderer Sprachcode. Da wird „mein Dicker“ als Kosename verwendet, ein anderer wär zu tiefst beleidigt. Wenn das schon so schnell in unserem unmittelbaren Umfeld geschieht, wie schnell wird das erst gehen, wenn wir mit Fremden zu tun haben! Es ist abzusehen, dass unser Land vielfältiger werden wird & damit die Anzahl der Fettnäpfchen zunimmt. Einem Syrer ein Gehacktesbrötchen oder eine Bratwurst als Spezialität anzubieten, wird wohl nicht auf Gegenliebe stoßen.
Oder aber wir sind die, die sich vor den Kopf gestoßen fühlen, übergangen oder nicht ausreichend gefragt. Wie gehen wir mit solchen Verletzungen um? Machen wir „dicht“, sind beleidigt und ziehen uns in die Schmollecke zurück? Damit ist niemandem geholfen! Es hilft nur eins: Menschenliebe und, ja und etwas innere Robustheit.

Ihr Pfr. Th.-M. Robscheit

Zeit

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Der Flugzeugabsturz in den Alpen hat uns, liebe Leserinnen und Leser, in dieser Woche alle beschäftigt. Erst flüchtige Nachrichten; dann Gewissheit. Schließlich erste Meldungen zur Unfallursache und inzwischen Spekulationen über das „Warum?“

Das Leben so vieler Menschen ist jäh zu Ende, wieviele Pläne oder Träume sind damit vorbei! 150 Menschen sind gestorben, Sie aber leben. Ihnen ist noch Zeit geschenkt. Hat das eine Bedeutung? Für Sie? Für jemand anderen?

Wie gehen wir mit der Lebenszeit um? Mit unserer und mit der anderer Menschen: bereichern wir diese, oder vergeuden wir sie? Trauen Sie sich, liebe Leserinnen und Leser, am Ende eines Tages zurückzublicken und sich Rechenschaft über die vergangenen 12 Stunden zu geben? Plätschert Zeit einfach oberflächlich dahin oder gelingt es, dem Leben Tiefe zu geben?

Vor uns liegt die Karwoche, sie sollte die ruhigste Woche des Jahres sein. Eine Woche, die uns die die Beschränktheit & Endlichkeit unseres irdischen Lebens vor Augen hält: Leiden, Tod, Sinnlosigkeit. Eine Woche, an deren Ende aber auch ein großes Versprechen steht: letztlich ist nicht die Lebenszeit entscheidend, sondern wie wir uns bemüht haben, dieser uns gesetzten Spanne Tiefe zu geben. Denn dann gibt es auch in unserem endlichen Leben Unendlichkeit.

Ihr Pfr. Th.-M. Robscheit

März 2015

Vater unser

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Liebe Leserinnen & Leser,

da Sie diese Zeilen lesen, nehme ich an, Sie gehören auch zu den Leuten, die ihre Kinder zur Christenlehre, Reli-Unterricht oder Konfirmandenunterricht schicken. Warum machen Sie das?
Manche unter Ihnen sind jetzt schnell mit der Antwort, nicht weil sie oberflächlich sind, sondern weil religiöse Erziehung mit allem was dafür nötig ist, selbstverständlich ist.
Andere zaudern mit der Antwort.
Sie haben das Gefühl, dass christliche Werte, dass eine „christliche Grundbildung“ im Leben gut ist, selbst dann, wenn man nicht fromm ist.
„Wenn mein Sohn zu Ihnen kommt, Herr Pfarrer, dann lernt er doch was wichtig ist? Die zehn Gebote und das Vater Unser.“ – so oder so ähnlich, habe ich diese mit einer Erwartung verbundene Frage schon oft gehört. Aber warum ausgerechnet das? Und nicht z.B. Weihnachts- oder Passionsgeschichte? Oder Psalmen, Lieder, Luthers Theologie? Warum die Gebote & das Vater Unser?
Die zehn Gebote, das leuchtet schnell ein: die ethische und moralische Grundlage unseres Rechts- & Gerechtigkeitsempfindens. Das soll ein Kind mit auf seinen Lebensweg bekommen.
Aber das Vater Unser? Dieses alte Gebet? Nur weil es von Jesus stammt? Das wohl eher nicht. Vielleicht aber berühren uns die sieben Bitten in unserem tiefsten Wollen und Sehnen mehr, als es auf den ersten Blick scheint. Um das herauszufinden, sind Sie eingeladen: jeden Samstag, 18:00 zur Passionsandacht.

Ihr Pfr. Th.-M. Robscheit

Februar 2015

Weniger ist mehr!

This entry is part 46 of 92 in the series geistliches Wort

Liebe Leserinnen und Leser, wahrscheinlich kennen Sie diesen Spruch auch, und sicherlich geht es Ihnen genauso wie mir: Wenn jemand diesen Spruch anbringt, erwarte ich im nächsten Atemzug irgendeine Kürzung, die mir als Erfolg verkauft werden soll.
Und jetzt benutze ich Ihn selber! Und zwar voller Überzeugung! An meinen Händen sind noch Mehl- & Teigreste zu sehen. Ich bin gerade dabei, für einen 80. Geburtstag Brote, Brötchen und Baguettes zu backen: 15 Personen, zwei Mahlzeiten, Materialkosten keine 10,- €! Ziemlich günstig, zumal alles hochwertige Zutaten sind! Aber Sie können sich sicherlich denken, dass das Brot nicht aus Kostengründen selber gebacken werden soll, sondern weil es qualitativ überzeugt: es schmeckt besser, bleibt länger frisch und enthält keinerlei Zusatzstoffe! Weniger ist mehr.
Das ist nur ein Beispiel, Ihnen werden weitere einfallen, wo ein vermeintlicher „Rückschritt“ in Wirklichkeit mit einem Gewinn an Lebensqualität verbunden ist: auch eine längere Strecke mal zu Fuß zu gehen, das Essen aus den Grundzutaten komplett selber zu kochen, zum Geburtstag nicht anzurufen, sondern wieder zu schreiben usw. „Schön und gut“, werden Sie sagen, „aber woher sollen wir denn die Zeit nehmen?“ „ Kein Fernsehen! – schon haben Sie täglich über drei Stunden mehr Zeit!“
Ein entspanntes Wochenende wünscht Ihnen Ihr Th.-M. Robscheit