Abendmahl

Abendmahl

Abendmahl – was ist das eigentlich?

Das christliche Abendmahl erinnert an das letzte Mahl, das Jesus mit seinen Jüngern am Gründonnerstag gefeiert hat. Symbolisch stellt es eine Tischgemeinschaft dar zwischen den Anwesenden (das ist offensichtlich) aber ebenso zu allen Christen weltweit und zu den uns vorangegangenen und uns folgenden Christen.

Neben dem Gemeinschafts– und Erinnerungsgedanken spielt auch die Vorstellung, dass Jesus sich für unsere Unzulänglichkeiten und Fehler geopfert hat eine wichtige Rolle. Das wird besonders deutlich bei den Stiftungsworten, die zu Brot und Kelch gesprochen werden: In der Nacht, als Jesus verraten wurde, nahm er den Kelch nach dem Mahl, dankte, gab ihnen den und sprach: „Dieser Kelch ist der neue Bund, der durch mein Blut besiegelt wird, das für Euch vergossen wird zur Vergebung der Sünden. Solches tut, sooft ihr´s trinkt zu meinem Gedächtnis!“

Die Christen gehen davon aus, dass Jesus beim Abendmahl anwesend ist. Die Vorstellungen, wie diese Anwesenheit konkret vorzustellen ist, gehen aber innerhalb der verschiedenen Konfessionen weit auseinander.

& wie verhalte ich mich richtig?

Beim Abendmahl werden Brot (Hostie) und Kelch mit Wein bzw. Traubensaft gereicht. Zunächst bekommt man die Hostie. Üblicherweise wird diese in die offene Hand gelegt mit den Worten: „Christi Leib für Dich gegeben.“ Darauf antwortet man nicht etwa mit „Danke!“, sondern mit „Amen“.

Danach wird der Kelch gereicht. Man bekommt ihn mit den Worten: „Christi Blut für Dich vergossen“.  Auch hier wird nicht mit „Danke!“ geantwortet, sondern wie beim Brot mit „Amen“.
Es ist günstig, wenn Sie den Kelch selber mit beiden Händen anfassen um daraus zu trinken. Inzwischen ist  die sogenante Intinktio (Eintauchen) recht verbreitet . Da behält man die Hostie zunächst in der Hand und taucht sie dann ein klein wenig in den Kelch ein. Das geht natürlich nicht, wenn es „richtiges“ Brot beim Abendmahl gibt! Die Intinktio entspricht nicht den Einsetzungsworten („..trinkt alle daraus…“) stellt aber einen Kompromiss dar, wenn man nicht aus einem Gemeinschaftskelch trinken will, z.B. weil man erkältet ist.

Wenn alle Brot und Kelch bekommen haben, spricht der Pfarrer den Entlassungssegen und man geht ruhig zum Platz zurück. Während des Abendmahles unterhält man sich nicht, sondern versucht sich in das Geschehen fallen zu lassen und beispielsweise ein Gespür für die Gemeinschaft mit Menschen, die einem wichtig sind, aber nicht (mehr) dabei sein können, zu haben.

Kinderabendmahl

Seit Ostern 2016 sind im Kirchspiel Kapellendorf auch noch nicht konfirmierte Jugendliche und Kinder zum Abendmahl zugelassen.

Der GKR (Gemeindekirchenrat) hat in seiner März-Sitzung 2016 einstimmig beschlossen, dass im Kirchspiel Kapellendorf auch Kinder und Jugendliche, die noch nicht konfirmiert sind, zum Abendmahl zugelassen sind. Voraussetzung ist neben der Taufe auch, dass die Kinder ein gewisses Verständnis dafür haben, was Abendmahl bedeutet und wie man sich richtig verhält. Das kann den Kindern von Paten oder Eltern erklärt und nahe gebracht werden. Einfacher ist es, dafür einen entsprechenden Kurs zu besuchen.

Kinderabendmahl ist in Thüringen seit den 80-er Jahren möglich. Vorraussetzung ist neben dem o.g. auch ein Beschluss des GKR.
Das Abendmahl war –ohne dass es dafür biblische oder theologische Gründe gibt- mit der Konfirmation verbunden. Diese fand ursprünglich zum Abschluss der Schullaufbahn mit 14 Jahren statt. In Deutschland ist ein Jugendlicher ab diesem Alter deswegen religionsmündig. Religionsmündig heißt, dass er über Taufe, Teilnahme bzw. Nichtteilnahme am Religionsunterricht, Austritt aus der Kirche oder Wechsel der Konfession oder Religion selber entscheiden darf.

Bei der Konfirmation bekräftigt der Jugendliche seine Taufe und bekommt die vollen kirchlichen Rechte zugesprochen. Dazu gehört das Wahlrecht, das Recht, ein Patenamt zu übernehmen, kirchlich zu heiraten und auch die Zulassung zum Abendmahl.

Für eine flexiblere Zulassung zum Abendmahl spricht vor allem, dass Kinder, die regelmäßig beim Gottesdienst sind, nicht von einem Teil ausgeschlossen sein sollten. In unserem Kirchspiel wird es zukünftig immer zwei Kelche geben. Wie bisher auch wird der eine Kelch mit Wein gefüllt sein, dazu kommt ein zweiter Kelch aus Zinn, in dem Saft ist. Wenn ein Erwachsener keinen Wein möchte, kann er natürlich auch aus dem zweiten Kelch trinken!

Weitere informationen finden sich unter anderm auf der Seite der EKD. Eine gute Einführung bietet auch die von der EKD herausgegebene Schrift

 

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